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ZUG: Schritt für Schritt zum Schuh von heute

Im Museum für Urgeschichte fand die Vernissage zur Ausstellung mit dem Thema «Schuh – 5000 Jahre unterwegs» statt. Es gibt sensationelle Exemplare zu bestaunen.
Historische Schuhe aus verschiedensten Epochen zeigt Ulrich Eberli im Zuger Museum für Urgeschichte. Bild: Roger Zbinden (19. November 2016)

Historische Schuhe aus verschiedensten Epochen zeigt Ulrich Eberli im Zuger Museum für Urgeschichte. Bild: Roger Zbinden (19. November 2016)

In den letzten 5000 Jahren legte die Menschheit einen unvergleichlichen Weg zurück, einen, der wohl kaum möglich gewesen wäre ohne gute Besohlung. Die Sonderausstellung zum Schuh und seiner historischen Bedeutung für das menschliche Fortschreiten im Zuger Museum für Urgeschichte ist gut besucht.

Auch Regierungsrat Stephan Schleiss ist als Ehrengast anwesend, um die Vernissage zu eröffnen. Danach gefragt, woran er beim Thema als Erstes denke, kommen ihm seine Stiefel im Kader des Militärs in den Sinn. «Es hat damals nur ein Modell gegeben, das manchen gepasst hat und anderen überhaupt nicht, die dann schwer darunter leiden mussten», so Schleiss. Doch wem diese Regelung schon sonderbar vorkommt, der wird sich noch wundern, was für abstruse Traditionen die Menschen betreffend das Schuhwerk im Laufe der Jahrtausende entwickelt haben.

Des Königs Absätze waren rot

Museumsleiter Ulrich Eberli nahm bei der Zusammenstellung der Exponate eine tragende Rolle ein. In seiner Eröffnungsrede zeigt er den Schuh in einem historischen Kontext, wie man ihn sonst nicht kennt. «Im Mittelalter waren Länge und Windung des Schnabelschuhs wichtiges Statussymbol, und im absolutistischen Frankreich war es nur dem Sonnenkönig und seinen höchsten Beamten erlaubt, rote Absätze zu tragen, die als besonders männlich galten», erklärt Eberli. «Wir in der Neuzeit sind also keinesfalls die ersten, die sich derart intensiv Gedanken um das Design des Schuhwerks machen.»

Auf die Spitze getrieben haben es allerdings offenbar die modebewussten Bürger der Renaissance und des Barocks. In dieser Zeit galt alles als besonders schön, was exakt gespiegelt war. Und damit verwarf man die von den alten Römern eingeführte Unterscheidung des rechten und linken Schuhs. «Zu Gunsten der Ästhetik der Symmetrie», so Eberli. «Diese Wende der Mode hat den Leuten enorme Schmerzen bereitet, muss sie fast in den Wahnsinn getrieben haben.» Tatsächlich könne man das heute noch an der Deformation ihrer Knochen erkennen, die diese Stilwende nach sich gezogen hat.

Unter den Ausstellungsstücken finden sich Funde aus Zug, aber auch solche von ganz Zentraleuropa aus den letzten 5000 Jahren. Ulrich Eberli räumt ein, er habe anfänglich das Ausmass des Themas und den Aufwand der Ausstellung gewaltig unterschätzt.

«Ich habe in meinem Leben nicht so viele Formulare ausgefüllt wie zum Beschaffen mancher Exponate hier», sagt er. «Dafür können wir heute ein paar ganz sensationelle Stücke zeigen!» Eines davon ist zum Beispiel ein im Moor konservierter, sackartiger Lederschuh aus der Jungsteinzeit.

Das Ausstellen solcher Stücke ist übrigens mit gewaltigen Vorsichtsmassnahmen verbunden. Unter anderem müssen Lichteinfall und Temperatur exakt dosiert sein, für den Notfall ist die Feuerwehr obligatorisch vor Ort.

Hinweis

Die Sonderausstellung «Schuh – 5000 Jahre unterwegs» ist noch bis 5. Juni 2017 im Zuger Museum für Urgeschichte zu sehen.

Julian Koller

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