Zug schröpft säumige Steuerzahler mit hohem Verzugszins

Der Kanton setzt 2020 eine Massnahme des Sparprojekts «Finanzen 2019» um. In einer Statistik rutscht Zug ins Mittelfeld.

Marco Morosoli
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Wer nicht zahlt, muss büssen. In Zug werden happige Verzugszinsen erhoben.

Wer nicht zahlt, muss büssen. In Zug werden happige Verzugszinsen erhoben.

Bild: Hanspeter Baertschi, SZ

Vor und nach Neujahr landen auf dem Steuerkonto des Kantons sehr viele Millionen von Schweizer Franken. Der Steuerfrust und der Silvesterkater sind seit der Abschaffung des Skontos im Jahre 2015 so gesehen Brüder im Geiste. Seine ausstehenden Steuerrechnungen fristgerecht zu begleichen, lohnt sich in jedem Fall ab 2020, denn der Kanton Zug führt für säumige Steuerzahler einen Verzugszins von 4 Prozent ein. Zug hat von 2016 bis 2019 als einziger Kanton in der Schweiz keinen solchen verlangt.

Der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler erklärt den Beschluss des Regierungsrates so: «Erstens war die Einführung eines Verzugszinses mit entsprechenden Zinserträgen Teil des kantonalen Entlastungspakets ‹Finanzen 2019›. Zweitens soll die Steuerkundschaft motiviert werden, Steuerrechnungen auch in einem Tiefzinsumfeld fristgerecht zu bezahlen.» Der ab 2020 geltende Verzugszinssatz dürfte, so schätzen langjährige Mitarbeiter der Steuerverwaltung, noch nie so hoch gewesen sein.

Verzugszinsen bringen 300 000 Franken ein

Der Finanzdirektor erwähnt weiter, dass ein Verzugszins geschuldet ist, «wenn eine Steuerrechnung nicht innert der auf der Rechnung aufgedruckten Zahlungsfrist bezahlt wird». Tännler rechnet damit, dass 2020 dieser Verzug rund 300 000 Franken in die Kantonskasse schwemmt. In früheren Jahren, als im Kanton Zug Verzugszinsen noch Usus waren, sind die Einnahmen um eine Million Franken gelegen.

Dabei dürfte dem Kanton das allgemein tiefe Zinsumfeld – Negativzinsen bei Nationalbanken sind mittlerweile normal – in die Hände spielen. Tännler geht davon aus, dass rund 70 Prozent der Steuerkunden ihre Ausstände fristgerecht begleichen. Der Rest zahle weiterhin im Sommer, und das obwohl ja auch das Skonto seit längerem Geschichte ist.

Die wieder eingeführte Erhebung von Verzugszinsen katapultiert Zug im diesbezüglichen Kantonsranking vom 1. Platz ins Mittelfeld. Den letzten Platz inne hat der Kanton Luzern. Er verlangt 6 Prozent Verzugszins. Obwohl säumigen Zahlern Verzugszinsen drohen, dürfte der Kanton im ersten Quartal 2020 trotz allem Tausende von Mahnungen verschicken.