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ZUG: Schulärztliche Untersuchung setzt Fokus auf Prävention

Der Kanton Zug hat die schulärztlichen Reihenuntersuchungen neu organisiert. Die Bilanz nach zwei Jahren zeigt, dass insbesondere die Untersuchung in der Oberstufe mit ihrem Fokus auf Früherkennung von gesundheitlichen Risiken und Prävention grösseren Nutzen für die Schüler bringt.
Im Kanton Uri sollen Kinder auch künftig vom Schularzt geimpft werden. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Im Kanton Uri sollen Kinder auch künftig vom Schularzt geimpft werden. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Kinder und Jugendliche im Kanton Zug werden im Laufe ihrer Schulzeit dreimal – im Kindergarten, in der Primarschule und in der Oberstufe – durch Schulärzte untersucht. Da die bisher durchgeführten Untersuchungen den heutigen Standards nicht mehr genügten, wurden sie auf das Schuljahr 2015/16 neu gestaltet, heisst es in einer Medienmitteilung des Amts für gesundheit vom Dienstag.

Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Schulärzten und Fachärzten sowie Fachpersonen aus Schulen und Gemeinden arbeitete im Auftrag der Gesundheitsdirektion Vorschläge zur Reorganisation der schulärztlichen Dienste aus. Nach der Gutheissung der Vorschläge durch die kantonalen Stellen und die Gemeinden wurden sechs Zuger Schul- und Kinderärzte mit der Umsetzung dieser Vorschläge beauftragt.

Reorganisation der Reihenuntersuchungen

Die erste Reihenuntersuchung findet wie bisher im zweiten Kindergartenjahr statt. Dabei werden neben dem allgemeinen Eindruck das Gewicht, die Grösse und die Sehkraft sowie der Impfstatus überprüft.

Die zweite Reihenuntersuchung findet neu in der fünften Primarklasse (bisher 4. Klasse) statt. «Die Schüler sind altersmässig näher an der Pubertät und damit auch näher bei allfällig durchzuführenden Impfungen gegen Hepatitis B oder HPV», so der stellvertretende Kantonsarzt Hanspeter Kläy, der von Seiten des Amtes für Gesundheit für die Untersuchungen verantwortlich ist.

Die grössten Neuerungen gab es in der dritten Reihenuntersuchung. Diese wurde vom letzten Schuljahr (9. Klasse) auf die 8. Klasse vorverschoben. Dies lässt der Schule eine längere Zeitspanne zur Verfügung, um gesundheitliche Themen aufzugreifen. Zudem wird die körperliche Untersuchung durch ein individuelles Beratungsgespräch in der Arztpraxis ersetzt.

Individuelles Gespräch in der Oberstufe

Bei der Vorbereitung des individuellen Gesprächs engagiert sich die Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit des Amtes für Gesundheit. Die Fachpersonen für Prävention und Gesundheit besuchen die Klassen eine Woche vor der schulärztlichen Untersuchung und informieren die Jugendlichen über den Inhalt und das Vorgehen beim Gespräch. Mittels eines eigens entwickelten Fragebogens werden Themen wie psychisches und soziales Wohlbefinden, Gewalt, Ernährung und Bewegung, Sexualität und Verhütung, aber auch der Umgang mit Digitalen Medien und Suchtmitteln angesprochen.

Neues System bewährt sich

Nach zwei Jahren unter dem neuen System zieht Hanspeter Kläy, der als Arzt in dieser Zeit 450 Oberstufenschüler untersucht hat, ein positives Fazit: «Die Schülerinnen und Schüler sind besser auf das Gespräch mit dem Schularzt vorbereitet und stellen konkrete Fragen. Das Gespräch mit dem Schularzt bringt dem Einzelnen mehr.» Zugleich ist die Qualität der Rückmeldung an die Schulen besser. «Wir stellen auch Differenzen zwischen einzelnen Schulstandorten und Jahrgängen fest. In einem Jahr steht die Mobbing-Thematik stärker im Fokus als etwa Suchtfragen», so Olivier Favre. Diese differenziertere Sichtweise ermöglicht es den Schulen respektive den Lehrpersonen, bei Bedarf zu intervenieren respektive den Unter-richt anzupassen. «Als Lehrer schätze ich insbesondere die Möglichkeit, mittels Fragebogen den richtigen Fokus für präventive Massnahmen ableiten zu können», führt Jens Kuster, Ober-stufenlehrer in Baar, aus. «Mit dem Schulfach Lebenskunde verfügen wir über ein Zeitgefäss, um uns Themen aus dem Bereich der Gesundheit anzunehmen.» Der Besuch beim Schularzt wird zum wichtigen Element einer zukunftsgerichteten und ganzheitlichen Gesundheitsversorgung.

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