ZUG: Schule fördert Talente durch einen Fonds

Begabte Schüler und innovative Projekte werden vom Gewerblich-industriellen Bildungszentrum mit finanziellen Beiträgen unterstützt. Damit will man auch etwas gegen den Fachkräftemangel tun.

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Welche Projekte unterstützt werden, entscheidet eine Jury. (Bild: PD)

Welche Projekte unterstützt werden, entscheidet eine Jury. (Bild: PD)

Das Gewerblich-industrielle Bildungszentrum Zug (GIBZ) will begabte Schüler und ausserordentliche Projekte in der Berufsbildung mit fördern. Das teilt die Schule in einem Schreiben mit. Die Mittel stammen aus einem Fonds mit dem Namen «Talentschmiede», der wiederum auf einem Fonds gründe, der bereits in den 30er-Jahren für spezielle Unterstützungsbeiträge an der Zuger Gewerbeschule eingerichtet wurde. Derzeit verfügt der Fonds über 700000 Franken, wie Beat Wenger, Rektor des GIBZ, Auskunft gibt. In Zukunft soll die «Talentschmiede» über finanzielle Einlagen von und Sponsoren aus lokalen, regionalen und nationalen Wirtschaftsunternehmen sowie von Privatpersonen gespiesen werden. Die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zug legt dabei die jährlichen Höchstbeträge zur Vergabe von Unterstützungsbeiträgen fest. «Die heutigen Mittel sollten meiner Ansicht nach aber 50 Jahre reichen. Denn aus meiner Sicht ist zentral, dass der Fonds nachhaltig ist», sagt Wenger.

Die heutigen Anforderungen im Berufsleben und der Fachkräftemangel würden nach neuen Massnahmen – auch im Ausbildungsbereich – verlangen, so der Rektor. «Eine davon ist die gezielte Förderung von Talenten.» Das GIBZ habe deshalb beschlossen, den Fonds zu aktivieren und gemeinsam mit Vertretern der Wirtschaft eine Jury zu bilden, die Fördermassnahmen aus dem Fonds unterstütze.

Erfolgreiches Pilotprojekt Fluminos

Ein Projekt wurde laut Angaben des GIBZ bereits mit solchen Beiträgen aus dem Fonds unterstützt, und zwar ein Vorhaben mit dem Titel Fluminos-Underwaterpower, ein Unterwasserkraftwerk. Die drei Lernenden Martin Angst, Dario Bracher und Marc Hofstetter haben mit ihrem Projekt gleich mehrere Preise erhalten. Fluminos ist laut Angaben des GIBZ im Rahmen des Schulfachs bereichsübergreifende Projekte (BEPR) entstanden, dessen Augenmerk auf der Verknüpfung und der praktischen Anwendung des Wissens aus den fachkundlichen Unterrichtsfächern liegt. Der Berufsfachschullehrer Ernst Kleiner habe dabei das Potenzial der Projektarbeit, und der drei Lernenden, erkannt und sie mit den Lehrbetrieben unterstützt.

Ein erster Schritt an die Öffentlichkeit stellte der Tag der offenen Tür am GIBZ dar, wo Fluminos einem grösseren Publikum präsentiert wurde. Der zweite erfolgte mit der Anmeldung zum Helmut-Fischer-Jugendpreis. Fluminos hat unter dem Titel «Energieeffizienz» im Juni 2014 den Preis gewonnen. Mit dem Gewinn des Helmut-Fischer-Preises werden die Preisträger für den Schweizer Wettbewerb «Jugend forscht» nominiert, bei dem sie im gleichen Jahr mit dem Prädikat «hervorragend» ausgezeichnet wurden. «Ohne das Geld aus dem Fonds und die Unterstützung der Lehrbetriebe wäre dies nicht möglich gewesen, und die Lernenden hätten wohl zu einem frühen Zeitpunkt ihr Projekt nicht mehr weiterverfolgen können», sagt Wenger. Mittlerweile haben die Macher von Fluminos die Lehre beendet, und das Projekt wurde von der Firma Roche Diagnos­tics International neuen Lernenden übergeben.

Zwei weitere Projekte mit Zulassung

Zurzeit haben laut der Mitteilung der GIBZ zwei Projekte die Zulassung durch die Jury bekommen: Eines reflektiert einen Prozess, der die Umwandlung von Biogas in elektrische Energie aufzeigt. Eine weitere Projektskizze soll die konstruktive Verbesserung einer bestehenden Kleinvertikal-Windturbine beschreiben, die später der Öffentlichkeit als Bauplan zum Nachbauen im Internet zur Verfügung steht. Beat Wenger ist überzeugt: «Wir betreten mit der Talentschmiede ein neues Feld, das junge talentierte Lernende rasch in ein erfolgreiches Berufsleben eintreten lässt. Und wir leisten damit einen Beitrag, um dem Fachkräftemangel aktiv entgegenzuwirken.» (red)