Zug: Schulnoten weiterhin erst ab der 4. Klasse

Mit zwei Initiativen forderten bürgerliche Zuger Kantonsräte die Schulnoten ab der 1. oder 2. Klasse zurück. Beide Initiativen waren im Kantonsrat chancenlos. Das Volk dürfte das letzte Wort haben.

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Unterricht in einer 1. und 2. Klasse in Oberägeri. (Bild: Archiv Neue ZZ)

Unterricht in einer 1. und 2. Klasse in Oberägeri. (Bild: Archiv Neue ZZ)

Die Vorstösse fanden kein Gehör: Weder sollen Noten ab der 1. Klasse, noch ab der 2. Klasse eingeführt werden. Ebenso soll kein Moratorium für Schulexperimente während zehn Jahren gelten. Das Parlament sprach sich am Montag in erster Lesung mit 40 zu 12 Stimmen, respektive mit 49 zu 16 Stimmen deutlich gegen die Initiativen aus.

SVP für Noten ab der 1. Klasse

Die SVP wollte Noten wieder ab der 1. Klasse einführen sowie ein Moratorium für Schulversuche während zehn Jahren verfügen. Für dieses Anliegen hatte sie eine Verfassungsinitiative eingereicht und 2115 Unterschriften gesammelt. Ihre Begründung: Kinder wollen wissen, wo sie stehen. Zudem seien Schulversuche eine grosse Belastung für die Schüler.

Über eine Verfassungsinitiative muss zwingend das Volk befinden. Das heisst: Die Initiative kommt vors Volk, unabhängig davon, ob der Rat auch in der zweiten Lesung dagegen stimmt.

CVP und FDP für Noten ab der 2. Klasse

CVP und FDP-Vertreter fordern in einer Gesetzesinitiative Noten ab der 2. Klasse. Auch sie sammelte dafür über 2000 Unterschriften. Wird sie in zweiter Lesung angenommen, wird das Schulgesetz entsprechend geändert. Bei erneuter Ablehnung kommt auch diese Vorlage vors Volk.

Gute Erfahrungen mit bisheriger Praxis

Der Regierungsrat sprach sich gegen beide Initiativen aus. Schulnoten sollen weiterhin erst ab der 4. Klasse erteilt werden, verbunden mit regelmässigen Beurteilungsgesprächen. Das sei motivierender für die Kinder, ausserdem seien die Erfahrungen durchwegs positiv.

Auch die Ratslinke will an der heutigen Praxis mit Beurteilungsgesprächen ohne Noten nichts ändern. Bereits im Dezember 2009 wollte CVP-Parlamentarier Andreas Hausheer mit einer Motion Noten ab der 2. Klasse einführen. Eine knappe Mehrheit des Kantonsrats lehnte seine Motion aber schon damals ab.

sda/ks