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ZUG: Schwingen soll in den Schulsport

Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest, das 2019 in Zug ausgetragen wird, macht sich in diversen Bereichen bereits heute bemerkbar. Der Schwingsport im Kanton profitiert noch nicht davon. Das soll sich ändern.
Samantha Taylor
Schwingernachwuchs beim Zugerberg-Schwingen im Sägemehl. (Bild: Maria Schmid (Zugerberg, 19. Juli 2015))

Schwingernachwuchs beim Zugerberg-Schwingen im Sägemehl. (Bild: Maria Schmid (Zugerberg, 19. Juli 2015))

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Die Hauptsponsoren sind gesetzt, die Baupläne für die Arena in Arbeit, zahlreiche Hotels und andere Unterkünfte im Kanton sind bereits ausgebucht: Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF) von 2019 wirft in einigen Bereichen schon jetzt seine Schatten voraus. Doch nicht überall. So spürt der kantonale Schwingsport noch nicht allzu viel von der ESAF-Euphorie. Zumindest nicht beim Nachwuchs. «Die Klubs im Kanton müssen nach wie vor um den Nachwuchs kämpfen. Den grosse Boom gibt es bisher noch nicht», sagt Armin Bucher. Er ist Vizepräsident des Zuger Kantonalen Schwingerverbands und Verantwortlicher für die Jungschwinger. Die Schwingvereine sehen sich heute – wie viele Vereine auch – mit grosser Konkurrenz an Freizeitangeboten konfrontiert. Zudem sei es heute zusehends schwieriger, vor allem Jugendliche von regelmässigen Trainings und damit Verpflichtungen zu überzeugen, führt ­Bucher aus.

Die Zahlen der Jungschwinger sind in den vergangenen Jahren im Kanton stabil geblieben. Der Schwingklub Zug-Umgebung verfügt gemäss Bucher aktuell über 20, Oberwil-Zug über 13, Cham-Ennetsee über 32 und der Schwingklub Ägerital über 25 Jungschwinger. «In den ländlicheren Gegenden ist es einfacher, Nachwuchs zu finden», sagt Bucher. Der Schwingklub Cham-Ennetsee habe zudem auch das Freiamt als Einzugsgebiet.

Dass die Zahlen im Kanton Zug in den vergangenen Jahren stabil geblieben sind, ist laut dem Vizepräsidenten zwar erfreulich. «Vergleicht man Zug aber beispielsweise mit Gegenden wie dem Entlebuch oder dem Emmental, dann ist das Ergebnis eher ernüchternd.» Die dortigen Vereine hätten bei den Jungschwingern in den letzten Jahren zugelegt und von dem Schwingboom profitiert, sagt Bucher.

Eine kantonale Schülermeisterschaft

Um Kinder und Jugendliche ins Sägemehl zu bringen, findet heute Vormittag ein vom Schwingklub Oberwil-Zug durchgeführter Schwinger-Schnuppertag in der Schützenmatt in Zug statt. Der Anlass ist für alle ­offen, auch für Mädchen. Interessierte können zuschauen oder selbst mal zupacken und das Schwingen ausprobieren», sagt Bucher.

Der heutige Schnuppertag ist nicht die einzige Charmeoffen­sive, die für den Schwingsport durchgeführt wird. Auf kantonaler Ebene tut sich einiges. So hat das Amt für Sport im Zuge des ESAF 2019 ein Konzept erarbeitet, um den Schwingsport in die Schulen zu bringen. Dies soll laut Andreas Koltszynski, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Amts für Sport, über zwei Wege erfolgen. Einerseits über die Lehrerweiterbildung. «Wir führen an zwei Abenden eine Weiterbildung durch, an der sich interessierte Lehrpersonen über den Schwingsport informieren können», sagt Koltszynski. Bis Ende Oktober können sich Lehrpersonen dafür anmelden. Auf der anderen Seite soll Schwingen ein Teil des Unterrichts in der Primar- und der Oberstufe werden. Lehrpersonen wird die Möglichkeit geboten, mit ihren Schülern im Sportunterricht den Schwingsport kennen zu lernen. Schwingleiter der Zuger Vereine geben dazu eine Einführung in die Sportart. «Angedacht ist unter anderem auch, dass eine kantonale Schülermeisterschaft durchgeführt wird», sagt Koltszynski. Die Meisterschaft soll vor dem Baarer Buebeschwinget stattfinden, sodass auch dessen Infrastruktur genutzt werden kann. Daneben soll das Schwingen im freiwilligen Schulsport, der vor allem in Zug und Baar über ein breites Angebot verfügt, durchgeführt werden. Das Konzept wurde in diesen Tagen an der Rektorenkonferenz vorgestellt. Ziel sei, dass der Schwingsport auf das ESAF 2019 hin, also schon im laufenden und dann auch im nächsten Schuljahr in den Schulen Einzug hält. «Wir wollen den Schwung des ESAF 2019 nutzen», sagt Koltszynski.

Nur selten «Quereinsteiger»

Unter den Schwingklubs im Kanton kommen diese Bestrebungen gut an. Durch das ESAF 2019 sei der Schwingsport sehr präsent in den Medien und in der Bevölkerung. «Dass das Schwingen nun auch in der Schule gefördert wird, ist für uns Nachwuchsverantwortliche ideal, um mehr ­Kinder und Jugendliche begeistern zu können den Schwingsport auszuüben», sagt Urs Ming, Jungschwingerbetreuer beim Schwingklub Cham-Ennetsee. Diese Auffassung teilt Christian Rogenmoser. Er ist verantwortlich für die Jungschwinger beim Klub Zug und Umgebung. Die Idee des Amts für Sport, das ESAF 2019 für die Nachhaltigkeit im Schwingsport zu nutzen, sei im Grundsatz wirklich gut. «Das Einbinden der Schulen im Kanton ist der einfachste Weg, an Kinder und Jugendliche zu gelangen, um ihnen unseren Volkssport näher zu bringen.» Rogenmoser zweifelt allerdings an der langfristigen Wirkung. Seine ­Erfahrung zeige, dass dieser Weg selten Rücklauf bringe: «In unserem Einzugsgebiet Baar, Steinhausen, Zug und Allenwinden kommen nur ganz selten Quereinsteiger zum Schwingsport.» Praktisch alle Jungschwinger hätten bereits einen Bezug über Eltern, Grosseltern, Geschwister oder Schulfreunde und würden auf diesem Weg in den Klub kommen.

Hinweis

Der Schwinger Schnuppertag findet am Samstag, 2. September, von 9 bis 11.30 Uhr in der Schwinghalle Schützenmatt in Zug statt. Weitere Informationen gibt es unter www.zg.ch/sport.

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