ZUG: Seepolizei verbietet Hornussen am 1. August

Der eidgenössische Hornusserverband hätte der Bevölkerung am 1. August gerne ihre Sportart vorgestellt. Der Event fällt nun aber buchstäblich ins Wasser.

Pd/Rem
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Das Hornussen fällt buchstäblich ins Wasser. (Archivbild Neue LZ)

Das Hornussen fällt buchstäblich ins Wasser. (Archivbild Neue LZ)

Die urschweizerische Sportart Hornussen hätte im Rahmen der 1. August-Feier auf dem Landsgemeindeplatz in Zug vorgestellt werden sollen. Auf der Rössliwiese am See hätte der Hornusserverband nicht nur das Material vorgestellt, die Spielregeln erklärt, sondern auch die weiten Abschläge dem Publikum gezeigt.

Doch daraus wird nun nichts, wie Peter Holdener, künstlerischer Leiter der 1. August Feier der Stadt Zug mitteilt. Die Seepolizei habe kein Gehör und verweigere die nautische Bewilligung. Grund dafür seien Bedenken der Seepolizei wegen zu vielen Zuschauern am Quai und der Störung des Schiffsverkehrs.

Geplant war, dass der eidgenössische Hornusserverband zu jeder vollen Stunde vom auf der Rössliwiese eingegrabenen Bock aus durch Spezialisten einige Hornusse in den See hinaus abgeschlagen hätte. Eine Boje hätte das Ries – so nennt man das Spielfeld – markiert, um die Dimensionen dieser traditionellen Sportart, die nur die Schweiz kennt, dem städtischen Publikum näher bringen zu können. Denn Hornussen ist in der Zentralschweiz bisher als aktiv betriebenes Freizeitvergnügen wie als Spitzensport unbekannt. Und dies wird weiterhin so bleiben, denn sowohl die geplanten, teilweise bis über 400 Meter weiten Abschläge durch die trainierten Hornusser als auch das Ausprobieren durch das Golfspielen gewohnte EVZ-Spieler fallen ohne Bewilligung buchstäblich ins Wasser. Die Seepolizei übe sich bereits vorher im Abtun, wie das Herunterholen der Hartgummischeibe mit den Schindeln in der Fachsprache heisst.

Die 1. August Feier in Zug wird nicht von der Stadt selber, sondern von Zug Tourismus in deren Auftrag durchgeführt. Geplant ist jeweils ein abwechslungsreiches Programm, das ein breites Publikum ansprechen soll und immer wieder auch Entdeckungen und Überraschungen bietet. Das Hornussen wird nach Angaben der Organisatoren ersatzlos gestrichen.