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ZUG: Selbstfahrender Bus: «Olli» kurvt bald ohne Chauffeur durch Zug

Ab diesem Sommer pendeln auf Zuger Strassen zwei führerlose Busse zwischen dem Bahnhof und dem Gelände der V-Zug. Das ist eine Schweizer Premiere. Noch müssen die SBB und ihre Partner aber einiges erledigen.
Grosses Medieninteresse bei der Präsentation von «Olli». (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 7. März 2017))

Grosses Medieninteresse bei der Präsentation von «Olli». (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 7. März 2017))

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Die Stadt Zug wird in den kommenden zwei Jahren zu einem Verkehrslabor mit schweizweiter, wenn nicht sogar weltweiter Ausstrahlung. Ab diesem Sommer fahren zwei führerlose elektrisch betriebene Busse auf öffentlichen Strassen in der Stadt Zug. Dabei handelt es sich um eine Schweizer Premiere. Deren Eckpunkte sind Dienstagmittag bei der Buswendeschlaufe am Haupteingang des Bahnhofs Zug präsentiert worden.

Getragen wird das Pilotprojekt von den SBB, der Firma Mobility Carsharing, den Zugerland Verkehrsbetrieben (ZVB), der Stadt Zug und dem Technologiecluster Zug. Den Lead beim ehrgeizigen Testlauf übernehmen die SBB, deren Chef Andreas Meyer bei der Enthüllung des führerlosen Busses persönlich zugegen ist. Er streicht den Pioniercharakter des Testlaufs heraus: «Wir wollen etwas zu Stande bringen, was es noch nicht gibt.» Meyer hat in Interviews wiederholt geäussert, dass die SBB ihren Kunden in Zukunft einen Tür-zu-Tür-Service bieten wollen. Dabei hat er immer wieder den Einsatz selbstfahrender Autos dafür genannt.

Der SBB-Chef hat die Erweiterung der SBB-Mobilitätskette im Kopf, die er als «öffentlichen Individualverkehr» bezeichnet hat. Mit dem gestern vorgestellten Vorhaben hat sich so Meyers Vision schon einmal etwas konkretisiert. Beim gross angelegten Testlauf sollen, so Meyer, verschiedene Einsatzmöglichkeiten ausprobiert werden: als Shuttleservice, integriert ins Netz des bestehenden öffentlichen Verkehrs, oder aber als Car-Sharing-Angebot für ein noch zu definierendes Gebiet in der Stadt Zug. Die Wahl der Stadt Zug als Testfläche begründet Meyer so: «Zug hatte einfach am meisten Zug drin.»

Dolfi Müllers positive Erfahrungen mit einem Elektroauto

Meyers Begeisterung für den Test mit autonom verkehrenden Fahrzeugen teilt auch der Zuger Stadtpräsident Dolfi Müller: «Heute fällt der Startschuss zu einem der spannendsten und cleversten Projekte, die wir in Zug je hatten.» Er klopft sich gleich selbst auf die Schulter, indem er anfügt: «Hier in Zug haben wir den Mut, Neues auszuprobieren. Eine Stärke der Zugerinnen und Zuger ist ihre Macherqualität und der Wille eine Vorreiterrolle zu spielen.» Sein persönliches Schlüsselerlebnis in Sachen autonomen Fahrens hatte Müller, wie er den Anwesenden erzählt, bei einer Testfahrt mit einem Tesla: «Man muss es eins zu eins erleben, wie ein solches Auto seinen Weg selber findet. Ich bin skeptisch eingestiegen und glücklich wieder ausgestiegen.» Müller sieht deshalb Zug schon «als eine Pionierstadt für neue intelligente Verkehrsformen». Aber noch eine andere Botschaft ist ihm wichtig: «Statt teurer Betonlösungen brauchen wir auch in der Mobilität Intelligenz und Vernetzung, um unsere Stadt weiterzubringen.»

Auch Cyrill Weber, er ist Unternehmensleiter der Zugerland Verkehrsbetriebe, freut sich auf ein interessantes Experiment: «Es ist ein einmaliges Projekt, und ich bin schon jetzt gespannt, wo wir landen werden. Wir erhalten dabei die Chance, die Zukunft mitzugestalten.» Dass die Chauffeure der ZVB bald arbeitslos werden, befürchtet Weber hingegen nicht: «Bis grosse Busse von A nach B fahren, wird es noch ein wenig dauern.»

Die ersten fahrerlosen Fahrzeuge verkehren jedoch bereits ab diesem Sommer auf Stadtzuger Strassen, und zwar zwischen dem Bahnhof Zug und dem Gelände der V-Zug im Norden der Stadt. Auf deren Gebiet ist der Technologiecluster Zug im Entstehen. Und diese Institution ist einer der Partner beim Pilotprojekt. Vertreter Jürg Werner – er ist CEO der Metall Zug AG – ist ebenfalls gespannt darauf, wie «sich der öffent­liche und der individuelle Verkehr in Zukunft gestalten könnten».

Noch unklar ist derzeit, wann der Pilotversuch genau beginnen wird. Der Grund für die Vorsicht: Noch liegen nicht alle Bewilligungen für den gross angelegten Testlauf vor. Ebenfalls noch nicht definiert ist, welchen Weg der fahrerlose Bus zwischen dem Bahnhof und dem Areal der V-Zug nehmen wird. Im Pilotbetrieb wird aber aus Sicherheitsgründen Personal an Bord sein. Die ganze Versuchsreihe kostet, so hat SBB-Chef Andreas Meyer verraten, rund 2,7 Millionen Franken. Der Beitrag der Stadt Zug beläuft sich auf rund 80 000 Franken. «Für diesen Betrag müssen wir nicht einmal den Gemeinderat um Erlaubnis bitten», sagt Müller.

Nicht im Boot des innovativen Projektes mit autonom fahrenden Bussen ist hingegen der Kanton Zug. Ganz abseits stehen will der Stand aber nicht. Hans-Kaspar Weber, er ist Leiter des Amtes für öffentlichen Verkehr, sagt: «Der Regierungsrat unterstützt das Vorhaben ideell und will es fachlich begleiten. Geld gibt es aber keines.»

An dieses Gefährt werden sich die Zuger ab kommendem Sommer gewöhnen müssen: Einer der beiden selbstfahrenden Shuttlebusse, die für die rund anderthalb Jahre dauernde Testphase eingesetzt werden. (Bild: Jonas von Flüe/Luzernerzeitung.ch, Zug, 7. März 2017)

An dieses Gefährt werden sich die Zuger ab kommendem Sommer gewöhnen müssen: Einer der beiden selbstfahrenden Shuttlebusse, die für die rund anderthalb Jahre dauernde Testphase eingesetzt werden. (Bild: Jonas von Flüe/Luzernerzeitung.ch, Zug, 7. März 2017)

Die Hülle fällt, der Prototyp kommt zum Vorschein. (Bild: Stefan Kaiser/ZZ, Zug, 7. März 2017)

Die Hülle fällt, der Prototyp kommt zum Vorschein. (Bild: Stefan Kaiser/ZZ, Zug, 7. März 2017)

Noch ist der Prototyp des führerlosen Fahrzeugs verhüllt. Zwei dieser Shuttlebusse sollen in Zug zwischen dem Bahnhof und dem Technologie- und Industriegebiet pendeln. (Bild: Jonas von Flüe/Luzernerzeitung.ch, Zug, 7. März 2017)

Noch ist der Prototyp des führerlosen Fahrzeugs verhüllt. Zwei dieser Shuttlebusse sollen in Zug zwischen dem Bahnhof und dem Technologie- und Industriegebiet pendeln. (Bild: Jonas von Flüe/Luzernerzeitung.ch, Zug, 7. März 2017)

23. Juni: Ein Shuttlebus rollt in Sitten um die Kurve – ohne Chauffeur. In der Walliser Hauptstadt lanciert Postauto Schweiz einen Testbetrieb des selbstfahrenden Pendelbusses zwischen dem Bahnhof und dem Stadtzentrum. (Bild: Keystone)

23. Juni: Ein Shuttlebus rollt in Sitten um die Kurve – ohne Chauffeur. In der Walliser Hauptstadt lanciert Postauto Schweiz einen Testbetrieb des selbstfahrenden Pendelbusses zwischen dem Bahnhof und dem Stadtzentrum. (Bild: Keystone)

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