Zug setzt auf erneuerbare Energien

Der Kanton Zug will die erneuerbaren Energien, die im Kanton Zug lokal verfügbar sind, weiter fördern. Dass dazu reichlich Potenzial vorhanden ist, zeigt eine Studie der kantonalen Baudirektion.

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Wie hier mit der Seewasser-Wärmepumpe in Oberwil soll in Zug künftig vermehrt auf erneuerbare Energie gesetzt werden. (Bild: Archiv Christoph Borner-Keller)

Wie hier mit der Seewasser-Wärmepumpe in Oberwil soll in Zug künftig vermehrt auf erneuerbare Energie gesetzt werden. (Bild: Archiv Christoph Borner-Keller)

Der Regierungsrat des Kantons Zug will auch in den kommenden Jahren den Einsatz von endlichen Ressourcen weiter vorantreiben. Nun liegen die Resultate einer in diesem Zusammenhang von der Regierung in Auftrag gegebenen Studie vor und zwar in Form einer Bestandesaufnahme und einer Perspektive für das Jahr 2030.

Die Studie «Erneuerbare Energien im Kanton Zug» unterscheidet zwischen Energieträgern für die Wärmeerzeugung und für die Stromproduktion. Was die Wärmeerzeugung betrifft, so beträgt der aktuelle Anteil der erneuerbaren Energien rund 6 Prozent. Die wichtigsten Energieträger sind hierbei das Holz und die Umweltwärme, die hauptsächlich mittels Erdsonden genutzt wird.

Grosse ungenutzte Potenziale

Wie die Bestandesaufnahme weiter zeigt, verfügen die erneuerbaren Energien im Wärmebereich über grosse ungenutzte Potenziale. So könnte zum Beispiel vermehrt Wärmeleistung aus der Umwelt gewonnen werden. Am meisten Wärme schlummert dabei im Erdreich und im Tiefengrundwasser des Baarerbeckens. Auch aus dem Zugersee und aus der Lorze liesse sich noch mehr Wärme gewinnen.

Baudirektor Heinz Tännler: «Die Studie macht deutlich, dass sich der Wärmebedarf im Kanton Zug theoretisch vollständig mit erneuerbaren Energien decken liesse. Allerdings - und das ist die Kehrseite - wären dazu viele Wärmepumpen nötig. Die Folge: Der Stromverbrauch würde um bis zu 40 Prozent ansteigen.»

Mit Blick auf das Jahr 2030 kommt die Studie zum Schluss, dass der Wärmebedarf auch dannzumal umfassend mit erneuerbaren Energien gedeckt werden könnte. Dies allerdings unter der optimistischen Voraussetzung, dass alle Gebäude im Kanton über eine gute Wärmedämmung verfügen.

Vom Wünschbaren zum Machbaren

Was bedeuten diese Befunde nun im Hinblick auf die Formulierung von Massnahmen im neuen Energieleitbild des Regierungsrates? Max Gisler, Generalsekretär der Baudirektion und Leiter der kantonalen Energiefachstelle: «Eine Arbeitsgruppe wird sich mit den Ergebnissen der Studie vertieft auseinandersetzen und prüfen, welche konkreten Massnahmen in das Energieleitbild aufgenommen werden sollen.» Gisler warnt vor übertriebenen Erwartungen: Die Studie geht von den Potenzialen aus, die nach dem heutigen Stand der Technik und ohne irreversible Schädigungen der Umwelt realisiert werden können. Weitere Restriktionen sind nicht berücksichtigt.

pd/zim