ZUG: Sexueller Missbrauch: Freispruch für Lehrer

Eine Schülerin wirft ihrem ehemaligen Sekundarlehrer vor, sie sexuell genötigt und vergewaltigt zu haben. Jetzt wird der Lehrer vom Zuger Strafgericht vollumfänglich freigesprochen.

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Gerichtsgebäude in Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Gerichtsgebäude in Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Wie aus dem am Donnerstag verkündeten Urteil hervorgeht, wird der ehemalige Sekundarlehrer von Schuld und Strafe freigesprochen. Für die achttägige Untersuchungshaft erhält der Lehrer 2400 Franken. Auf die Staatskosten genommen werden die Aufwendungen der Verteidigerin (65'000 Franken) und die Kosten des Privatgutachtens von über 4000 Franken.

Laut dem Zuger Strafgericht gibt es keine Hinweise für eine pädophile, sexuelle Ausrichtung des heute 61-jährigen Lehrers. Ebenfalls gibt es keine Hinweise, dass er die Schülerin während zweier Jahre sexuell missbraucht haben soll.

Das Gericht geht davon aus, dass die Schülerin den Lehrer nicht aus Bosheit bewusst beschuldigt hat, sondern durch einen suggestiven Prozess ihre Pseudoerinnerungen wiedergegeben hat und selber glaubt, was sie erzählte. Dies gehe aus zwei Gutachten klar hervor.

Die Verteidigung sowie die Staatanwaltschaft hatten Freispruch sowie Schadenersatz und eine Genugtuung in der Höhe von 800'000 Franken gefordert.

In einem ähnlichen Fall mus s der Kanton Luzern ein em Lehrer eine Entschädigung von 190'000 Franken sowie eine Genugtuung von 50'000 Franken zahlen, weil ihm unter anderem vorgeworfen wurde, mit Kindern sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben. (Zum Artikel »).

jja/rem

Was das Gericht zur geforderten Genugtuung sagt, lesen Sie am 4. Oktober in der Neuen ZZ.