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ZUG: Sie hat für den Sport sehr viel bewegt

Cordula Ventura hat fast 20 Jahre mit viel Herzblut im Amt für Sport gearbeitet. Jetzt orientiert sie sich nochmals neu. Es warten noch viele Aufgaben auf sie.
Marco Morosoli
Cordula Ventura hinterlässt nach ihrer Pensionierung im kantonalen Amt für Sport keine Baustellen. (Bild Werner Schelbert)

Cordula Ventura hinterlässt nach ihrer Pensionierung im kantonalen Amt für Sport keine Baustellen. (Bild Werner Schelbert)

Marco Morosoli

«Ich habe ein gutes Gefühl, wenn ich das Büro verlasse. Das Haus ist aufgeräumt.» Das hat Cordula Ventura (62) immer so gehalten, wenn sich die Leiterin des kantonalen Amts für Sport in den vergangenen 19 Jahren in die Ferien begeben hat. Ihre Triebfeder dabei: «Ich will niemandem ein Chaos hinterlassen. Ich bin da sehr team- oder eben pflichtbewusst.» Und das Ritual eines aufgeräumten Büros hat sie erst kürzlich wieder vollführt.

Allerdings mit einem markanten Unterschied: Cordula Ventura wird nicht mehr ins Amt für Sport zurückkehren. Sie hat sich Ende Juni pensionieren lassen. Seit dem 1. Juli hat Felix Jaray beim Sportamt das Sagen. Dreinreden wolle sie ihm nicht. Den radikalen Schnitt begründet Ventura so: «Ich will loslassen können und meine Energie nicht für die ‹Rückschau› verschwenden.» Das habe sie schon in ihrer aktiven Zeit ungern gemacht. In der Prioritätenliste hätten diese Aufgaben immer hintere Ränge belegt. Dies, weil sie ihren Job immer so verstanden habe, «etwas zu bewegen».

«Anwältin für die Sportarten»

Und diese Fähigkeit kann sie während ihrer Tätigkeit für das Amt für Sport in den vergangenen fast 20 Jahren perfekt ausleben. In ihrer Amtszeit stösst Cordula Ventura viel an. Sie nennt den Monday Night Skate, den Midnight Sport und die Zuger Trophy und das Boardstock-Festival. Eine nicht abschliessende Aufzählung. Ihre Aufgabe hat sie stets so definiert: «Ich will den Bewohnern des Kantons einen Mehrwert schaffen, sie beraten, informieren und unterstützen, damit sie aktiv in der Gegenwart diejenige Sportart auswählen können, die zu ihnen passt.

Auch in Zukunft sollen Zuger gute Rahmenbedingungen dafür haben und wissen, wo sie das ihnen zusagende Angebot wahrnehmen können.» Oder etwas anders ausgedrückt: Cordula Ventura hat ihre tägliche Herausforderung darin gesehen, Sportbegeisterten zu mehr Lebensqualität zu verhelfen. Und das, ob sie ihr Hobby professionell oder auch nur als Ausgleich zur täglichen Arbeit betreiben. Sie selber sagt dazu, sie sei ein «Steigbügelhalter» gewesen, damit «etwas läuft». Und dabei hat Cordula Ventura ihre Rolle als Anwältin für alle Sportarten gesehen: «Alles soll Platz haben. Ob dies nun ein Gleitschirmflieger ist oder ein Ruderer. Alle Sportarten sind mir gleich wichtig gewesen.»

In ihrer langen Amtszeit ist das Amt für Sport auch gewachsen, hat neue Aufgaben erhalten und vereinigt heute die Sportförderung im Kanton Zug unter einem Dach. Es wurde damit zur Anlaufstelle für Sportler aller Altersklassen. «Dies auch dank einer sportaffinen Regierung», wie Cordula Ventura angemerkt haben will. Unter ihrer Ägide wird aber auch die Sportförderung im Kanton umgekrempelt und auf eine solide gesetzliche Basis gestellt. Dies vor allem dank dem im 2002 vom Kantonsrat beschlossenen Zuger Sportgesetz, welches das Bundesgesetz (mit J+S) und das kantonale Schulgesetz (obligatorischer Schulsport) ergänzt. Sozusagen als «Abschiedsgeschenk» bewilligte der Regierungsrat die Revision der Sport-Toto-Verordnung von 2005 unter der neuen Bezeichnung Swisslos-Sportfonds-Verordnung. Die darin enthaltenen Paragrafen regeln, wer wie viel Geld bekommt. Und auch die Zuger Sportnacht steht mit dieser Verordnung nun auf soliden Beinen. Es ist eine Veranstaltung, die zeitlebens mit der Person von Cordula Ventura verknüpft sein wird. Die 62-Jährige ist natürlich froh, dass sie zu einem Zeitpunkt abtreten kann, in dem auch in dieser Hinsicht «alles aufgeräumt» und etabliert ist. Eine Erkenntnis aus ihrer Tätigkeit will sie aber trotzdem noch loswerden: «Auch der Sport wird zunehmend verbürokratisiert. Damit habe ich nicht immer gleich gut leben können.» Dabei hat sie aber eines nie in ihrer Karriere beim Kanton aus den Augen verloren: Sie hat sich mit viel Herzblut für den Sport eingesetzt. Und auch dank ihres ausgezeichneten Netzwerkes manchen Stein aus dem Weg räumen können. Und obwohl sie nicht gerne Rückschau hält, sagt sie: «Die Arbeit hat mir sehr viel Freude gemacht und Befriedigung gegeben. Dies vor allem dank dem hervorragenden Arbeitsklima und dem hoch motivierten Team des Sportamtes.»

Mehr Zeit für die Enkel

Langeweile fürchtet sie im neu gewonnenen Seniorenstatus nicht: «Der letzte Tag im Amt war nicht mein letzter Arbeitstag überhaupt, denn es warten noch sehr viele Aufgaben auf mich.»

Die Sportlehrerin will auch wieder die Schulbank drücken: «Ich will meine Sprachkenntnisse in Italienisch und in Spanisch verbessern.» Sie freut sich auch auf viele Reisen mit ihrem Partner. Kurz nach dem letzten Arbeitstag ist sie nach Berlin gefahren, hat später auch Krakau besucht. In Zukunft plant sie viele und sehr lange Reisen. Und dies «nach innen und nach aussen». Sie kann sich auch vorstellen, noch einmal Vorlesungen an der Universität zu besuchen. Aber es soll auch Raum bleiben, um sich wieder vermehrt um die grosse Familie zu kümmern. Ihre Mutter lebt noch, und auch die jüngste Generation ist mit bald sieben Enkelkindern in ihrem nächsten Umfeld vertreten. Da wird genug los sein. Sie wird auch diese Herausforderungen sportlich nehmen. So gesehen haben sich für Cordula Ventura nur die Vorzeichen geändert.

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