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ZUG: Sie wollen ihre Jungtiere schützen

Gleich zwei Schwanen­familien mit Jungen sind aktuell entlang der Seepromenade unterwegs. Um sie nicht zu reizen, gilt es, einige Punkte zu beachten.
Julian Koller
Eine der Schwanenfamilien ist in der Nähe der Männerbadi im Siehbach zu Hause. (Bild Werner Schelbert)

Eine der Schwanenfamilien ist in der Nähe der Männerbadi im Siehbach zu Hause. (Bild Werner Schelbert)

Julian Koller

Im Gebiet Choller tummelt sich derzeit eine Schwanenfamilie mit vier Jungtieren und beim Siehbach, im Bereich der Männerbadi, sogar eine mit fünf. Die Schwanenfamilien sind eigentlich ein süsser Anblick. Doch die Idylle kann rasch getrübt werden. Denn gerade während der Badesaison stellt der Mensch eine potenzielle Störung für die Tiere und damit das Familienidyll dar. Es sei denn, er hält sich an einige einfache Regeln des Zusammenlebens.

Wildhüter Felix Ammann (58), vom kantonalen Amt für Wald und Wild, weiss, was es für ein friedliches Nebeneinander von Schwänen und Menschen beziehungsweise Badegästen zu beachten gilt. «Als Erstes muss man wissen, dass beim Baden überhaupt nur eine Gefahr von den Schwänen ausgeht, wenn Jungtiere in der Nähe sind», erklärt der Baarer. Und auch dann müsse man nicht enorm weit weg. «Ein sinnvoller Abstand sind fünf bis zehn Meter. Wirklich kritisch wird es erst dann, wenn jemand auf die Idee kommt, die Jungtiere aufzuheben oder Ähnliches.» Das sollte laut dem Wildhüter unterlassen werden.

Hunde gehören an die Leine

Habe man einen Schwan einmal bei zu nahem Herankommen verärgert, sei der Rückzug die schlauste Taktik. Unterschätzen dürfe man die grundsätzlich friedfertigen Tiere dabei nicht. «Vor allem in seinen Flügeln hat ein 12 bis 15 Kilo schwerer Schwan durchaus grosse Kraft, wenn er einem Schwimmer damit beispielsweise auf Arme und Beine schlägt», führt Ammann aus und ergänzt: «Zieht man sich aber zügig zurück und macht deutlich, keine Bedrohung – vor allem für die Jungen – zu sein, dann haben die Elterntiere kaum noch Interesse, einem zu verfolgen.» Besondere Aufmerksamkeit und Achtsamkeit gelte es als Hundebesitzer an den Tag zu legen. «Den Hund muss man unbedingt an der Leine führen und einen Abstand von gut zwanzig Metern einhalten», instruiert Felix Ammann. Ansonsten könne es passieren, dass sich der Vierbeiner auf die Vögel stürze. Dann sei das Chaos vorprogrammiert.

Gemäss Ammann habe man im Kanton Zug allerdings noch nie grössere Probleme mit dem «Temperament der Schwäne» gehabt. Andernorts jedoch, etwa in Horw im Kanton Luzern, hätten sich die lokalen Behörden tatsächlich auch schon dazu gezwungen gesehen, ein Tier zu entfernen, weil es zu aggressiv auf Badegäste reagiert hatte. «Das ist nun einmal wie bei den Menschen, bei denen es auch mehr oder weniger reizbare Exemplare gibt», sagt Felix Ammann lachend. Bis es so weit gekommen sei, musste das besagte Tier aber mehrfach Badegäste angreifen und sogar versuchen, sie mit den Flossen unter Wasser zu halten. «Ein solches Verhalten ist die absolute Ausnahme und war auf dem Zugersee bislang nicht anzutreffen», betont Ammann. «Wir mussten noch nie einen Schwan entfernen», erklärt er und schiebt nach: «Wir würden im Ernstfall auch versuchen, das zu vermeiden, indem wir Badende zum Beispiel mit Plakaten vorwarnen.»

Ammann selbst sieht den Menschen klar als Gast im Lebensraum der Seevögel, wodurch man sie auch zu respektieren habe. «Genau wie wir Menschen, haben die Schwäne auch eine Berechtigung auf eine gewisse Freiheit und sich dorthin zu begeben, wo sie wollen, schliesslich handelt es sich hier um ihren Lebensraum», betont der Wildhüter. Und wenn man einmal das Badetuch nicht ausbreiten könne, weil die Vögel etwas Dreck hinterlassen hätten, dann müsse man sich damit einfach abfinden. «Denn», so Felix Ammann weiter, «der Mensch ist nun mal hier nicht alleine, sondern er lebt gemeinsam mit einem vielfältigen Tierreich.»

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