ZUG / SINS: Schon wieder verschwindet ein Traditionsgeschäft

Ein weiterer Haushalts- und Eisenwarenladen macht dicht. Wer Hammer oder Dampfkochtopf braucht, muss noch öfter suchen.

Wolfgang Holz
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Das meiste ist schon weg: Alice und Beat Huwiler im Sinser Locher. (Bild Christof Borner-Keller)

Das meiste ist schon weg: Alice und Beat Huwiler im Sinser Locher. (Bild Christof Borner-Keller)

«In drei Wochen, Mitte Juli, schliessen wir wohl das Locher-Geschäft», sagt Beat Huwiler. Eine Institution geht damit nicht nur in Sins nach 42 Jahren zu Ende. «Wir hatten aufgrund unseres reichhaltigen Angebots auch viele Stammkunden aus dem Kanton Zug und aus Zürich – und es gibt fast nichts, was wir nicht an täglichem Bedarf im Dorf verkauften», versichert der 66-jährige Geschäftsführer, der zusammen mit seiner Frau den Laden mit Herz und Seele geführt hat. Und nicht nur das. «Das ist ein 120-Prozent-Job, und so etwas wollen viele junge Leute heute nicht mehr machen», benennt Huwiler den Grund für die Geschäftsschliessung: es gibt nämlich keinen Nachfolger.

Bleibt zu fragen, wo Kunden aus Zug und Umgebung in Zukunft Hammer und Nägel oder etwa einen Dampfkochtopf kaufen können. Offensichtlich gehören Haushalts- und Eisenwarengeschäfte zu einer aussterbenden Ladenspezies, was die Schliessung solcher «Klassiker» wie Himmelsbach in der Zuger Bahnhofstrasse vor Jahrzehnten oder wie Locher in Cham vor fast genau zwei Jahren beweist. Auch die Ankenwaage in Zug und Gysi in Baar gibt es nicht mehr. Wer heutzutage also etwas für den Haushalt braucht, muss sein Glück zum Beispiel in den entsprechenden Abteilungen im Manor oder im Coop City versuchen.