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ZUG: Sonne, Cervelat und Sennenhemden

Schwingen ist ein publikumsträchtiger Sport. Am 96. Zuger Kantonalen wird nicht nur dem Sport gefrönt.
Alphörner und Fahnen dürfen nicht fehlen: Blick in die Schwingerarena. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Alphörner und Fahnen dürfen nicht fehlen: Blick in die Schwingerarena. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Bilder: Weitere Impressionen vom Zuger Kantonalen Schwingfest gibt es auf www.zugerzeitung.ch/bilder

Rafael Casaulta

Die Wirtschaftsstadt Zug kleidet sich heute im Sennenhemd. Es brutzeln die Cervelats und Bratwürste auf dem Grill, und auch die Helfer tragen hier ein T-Shirt mit der Aufschrift Chrampfer am 96. Zuger Kantonalschwingen geht alles eben ein bisschen urchiger zu und her.

Der Schwingverband Oberwil-Zug ist beim diesjährigen Kantonalschwingen der Gastgeber. Das Kantonalschwingen wechselt den Standort jedes Jahr, wobei sich dies alle vier Jahre wiederholt. Die Faszination für den Schwingsport in der Schweiz ist gross. Gespannt beobachten Jung und Alt das Geschehen im Sägemehl. Hie und da sieht man die Schwinger Autogramme auf das T-Shirt der jüngeren Chrampfer geben. Und schon gehts weiter mit dem nächsten Kampf.

183 Schwinger angemeldet

Das Wetter meint es gut mit den Schwingern und allen angereisten Schwingsportfans.

Während sich die sonnenempfindlicheren Zuschauer in den Schatten der Tribüne gesetzt haben, sitzen die restlichen Besucher auf Holzbänken auf dem Rasen, direkt am Geschehen. Fünf Sägemehlringe wurden für die 183 angemeldeten Schwinger errichtet. Auch Marco Weiss besucht das Schwingfest mit seinen Freunden. «Hier messen sich Athleten, welche sich das ganze Jahr über darauf vorbereiten. Ja, da steckt viel mehr dahinter, als man meint!», erzählt er mir.

Währenddessen finden auf dem Sägemehl weiterhin Kämpfe statt. Bei 183 angemeldeten Schwingern erstaunt es nicht, dass ununterbrochen geschwungen wird. Fast schon im Minutentakt wechseln die Kämpfer. Zwei Männer im Sägemehl, den Rücken gebeugt, die Beine breit und das Gegenüber fest im Griff. Gibt der Kampfrichter das Signal, dauert es meist nicht lange, bis der Erste auf dem Rücken liegt. Fast schon unsichtbar ist der Kampf der beiden Männer, bis schlussendlich einer die Überhand erlangt und den Gegner scheinbar mühelos auf den Rücken legt. Und noch etwas darf neben Cervelat, Sennenhemd, Ländlermusik und Sägemehl auf einem Schwingfest nicht fehlen: Thedi Keiser, stolze 76 Jahre alt, wird man auf jedem Schwingfest antreffen. Letztes Jahr kam er somit auf sage und schreibe 66 Schwingfeste. Auch wenn er dies bis jetzt noch nicht erreicht hat, so ist er mit aktuell 22 Schwingfesten dieses Jahr wieder gut dabei. Zusammen mit seinem Freund geniesst er hier besonders die Atmosphäre am 96. Kantonalschwingen. «Für mich ist alles wichtig bei einem Schwingfest. Die Umgebung, das Zuschauen und natürlich die Kämpfe. Man trifft hier immer wieder auf altbekannte Gesichter.»

Und auch obwohl er aus Zeitgründen, abgesehen von ein paar Mal mit seinen Söhnen, nie selbst geschwungen hat, ist er für das 96. Kantonalschwingen von Ballwil LU extra nach Zug gereist. «Es ist hier einfach so friedlich», meint Keiser lächelnd und nimmt einen weiteren Schluck von seinem Bier.

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