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ZUG: Spezielle Technik bewährt sich bestens

Rund um die ehemalige Hauptpost ist eine riesige Baustelle. Wie lange noch, verrät der zuständige Architekt.
Charly Keiser
Hinter dem Postgebäude wird in die Tiefe gebaut: Die Löcher in der Decke machen den Aushub der Untergeschosse möglich. (Bild Stefan Kaiser)

Hinter dem Postgebäude wird in die Tiefe gebaut: Die Löcher in der Decke machen den Aushub der Untergeschosse möglich. (Bild Stefan Kaiser)

Charly Keiser

Vor ziemlich genau einem Jahr begann rund um die Hauptpost am Postplatz in Zug der grosse Abbruch. Schon bald stand das altehrwürdige Postgebäude frei stehend auf dem oberen Teil des Platzes. Mit dem Auszug der Hauptpost am 30. November 2015 aus dem Postgebäude und deren Dislozierung in den Laubenhof verblieb dort nur mehr eine Übergangslösung für die Postkunden. Dies genauer in Form einer Postagentur (wir berichteten).

Wie es mit einer dauerhaften Lösung einer Postdienststelle in der Zuger Altstadt weitergeht, interessiert viele Zuger. Dies vor allem darum, weil auch die Poststelle in Oberwil im letzten November geschlossen wurde und dort nur noch eine Agentur betrieben wird (siehe Box).

«Alles im Plan» heisst es auf Nachfrage zum Neubau am Postplatz, wie das das Geschäftsleitungsmitglied und der zuständige Architekt Christian Briner von der Leutwyler Partner Architekten AG verrät. «Es läuft auf der Baustelle so, wie wir es uns vorgestellt und geplant haben», sagt er. Nach dem Abbruch vor einem Jahr sei mit der Baustelleninstallation und der Sicherungsmassnahmen begonnen worden, die aufgrund des Guggihügels ob den SBB-Geleisen notwendig gewesen seien. Dank der saubereren Planung und der notwendigen Sorgfalt bei den Ausführungen seien diese Arbeiten problemlos über die Bühne gegangen. «Danach begannen wir mit dem Erstellen der rund 22 bis 24 Meter tiefen Schlitzwände, die zuerst mit einer Stützflüssigkeit gesichert und danach armiert und betoniert worden sind.» Etwa Ende November seien die Wände fertig erstellt gewesen, und danach habe mit dem Aushub des ersten Geschosses begonnen werden können. Nach der ersten Spriessdecke, die auf dem Baugrund betoniert worden sei, habe durch die vorhandenen Löcher mit dem Aushub des nächsten Geschosses begonnen werden können. «Im Moment sind wir bei der Decke über dem vierten Untergeschoss, und uns fehlt noch der Aushub des letzten Geschosses, bevor wir mit der Betonierung der Bodenplatte beginnen können.»

«Man sollte immer vorsichtig sein»

Diese soll im Sommer fertiggestellt sein, sagt Briner und fügt an: «Dann gehts mit dem normalen Rohbau los – mit den Innenwänden und der Rampenanlage für das Parkhaus.»

Und ab wann spriessen die Bauten nach oben? «So weit werden wir etwa ab kommenden Spätherbst bis kurz vor Weihnachten sein», antwortet Briner, verweist aber auf den Baugrund. «Man weiss nie, auf was man stösst und sollte darum mit Prognosen immer vorsichtig sein.» Ist die Bodenplatte erst einmal fertig, gehe es mit dem «normalen» Bau los, betont der Architekt, der noch immer auf die Fertigstellung im Sommer 2018 tippt.

Wie froh er sei, dass bislang weder ein Mammutzahn noch irgendwelche anderen archäologischen Funde ans Tageslicht befördert worden seien, wollen wir weiter wissen. «Das wäre natürlich enorm spannend, wenn wir einen T-Rex finden würden», sagt Christian Briner, lacht und ergänzt. «Es ist mir aber lieber, wenn archäologische Schätze auf anderen Baustellen gefunden werden, statt hier bei uns.»

Arbeit in Etappen

Ein Augenschein am Postplatz zeigt, dass trotz der engen Platzverhältnisse alles funktioniert. Täuscht das, oder haben sich die Nachbarn mit der Situation arrangiert? «Wir sind mit der Stadt in kontinuierlichem Kontakt», erklärt Briner. Trotz der engen Verhältnisse und der Einschränkungen funktioniere das angedachte Konzept gut. «Es gibt natürlich immer wieder Punkte, die wir angehen mussten, aber dank der speziellen Deckelbauweise mit den Schlitzwänden ist es möglich, auf engstem Raum zu agieren.» Die Bauweise habe sich bewährt. Aufgrund der speziellen Technik werde kleinräumig und in Etappen gearbeitet, erklärt Briner weiter. «Die Arbeiten beschränken sich auf die einzelnen Löcher, und es ist nie ein riesiger Aushub mit all seinen Nachteilen vorhanden.»

Nutzung ist nach wie vor offen

Hauptpostst. Wie das Gebäude der ehemaligen Hauptpost künftig genutzt werden soll, ist nach wie vor ungeklärt. Einst war zu hören, dass dort ein Lokal der vegetarischen Restaurantketten Hiltl oder Tibits einziehen soll. Dies blieb jedoch ein Gerücht. «Die Post steht in Kontakt mit verschiedenen Interessenten betreffend die Vermietung von Flächen», sagt Markus Flückiger, Kommunikationsverantwortlicher der Post, auf Anfrage unserer Zeitung. Im Fokus stehe nach wie vor eine attraktive publikumsorientierte Nutzung, die im Rahmen eines Nutzungskonzeptes zu definieren sei. «Die Post informiert dazu, sobald erste Resultate vorliegen.» Flückiger betont ausserdem, dass das historische Gebäude geschützt sei und die Bausubstanz erhalten bleibe. «Egal welcher Nutzung es zugeführt wird.»

Agenturpartner gesucht

Auch in einem anderen Punkt ist die Post noch nicht weiter. So ist sie seit Anfang Dezember auf der Suche nach einem Partner für den Betrieb der Postagentur. Bisher wird diese nach wie vor im Gebäude der ehemaligen Hauptpost betrieben. Integriert werden solche Agenturen in der Regel in Geschäften. Bisher wurde allerdings noch niemand gefunden, der dies übernehmen möchte. «Wir sind nach wie vor auf der Suche nach einem geeigneten Partner», bestätigt Flückiger. Vor einiger Zeit äusserte die Post, dass auch denkbar sei, dass sich im Zusammenhang mit der Vermietung der freien Fläche in der ehemaligen Hauptpost eine Möglichkeit für eine Partnerschaft ergebe.

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