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ZUG: Stadt bedauert das Aus des Zuger Seefestes

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug wird das grösste Volksfest ab diesem Jahr nicht mehr organisieren - aus finanziellen und personellen Gründen. Ob sich ein Nachfolger findet, ist noch ungewiss.
Die Zuger müssen in diesem Jahr auf das Feuerwerk verzichten. (Bild: Christian H. Hildebrand)

Die Zuger müssen in diesem Jahr auf das Feuerwerk verzichten. (Bild: Christian H. Hildebrand)

Es ist eines der grössten Volksfeste im Kanton: das Zuger Seefest. Bis zu 20 000 Besucherinnen und Besucher locken die Stände, die Bands und das Feuerwerk jeweils im Juni an die Seepromenade. Doch nun müssen die Zuger wohl auf den Event verzichten. Das Fest steht vor dem Aus. Wie die bisherige Organisatorin, die Freiwillige Feuerwehr der Stadt
Zug (FFZ), in einer Mitteilung schreibt, hat sie beschlossen, das Fest nicht mehr zu organisieren und durchzuführen. Finanzielle, vor allem aber organisatorische und personelle Gründe hätten den Ausschlag gegeben.

«Es war für uns ein schwieriger Entscheid», sagt Roman Jenny, Präsident der FFZ. «Der Rückhalt des Festes ist im Verein sehr gross.» Das Hauptproblem sei, dass sich die FFZ, wie andere Feuerwehren auch, mit einer sinkenden Zahl von Mitgliedern konfrontiert sehe. In den Anfangszeiten, als die FFZ das Zuger Seefest organisierte und durchführte – ab dem Jahr 1973 –, lag der Bestand an aktiven Feuerwehrleuten bei über 300 Personen. Im letzten Jahr waren es noch 155. An der nächsten Generalversammlung wird der Bestand noch mal um 14 Personen abnehmen, sodass die Mitgliederzahl danach noch 141 beträgt. Am Fest im Einsatz stehen jeweils 250 Personen. Neben sämtlichen Mitgliedern der Feuerwehr helfen auch deren Partnerinnen und Partner, Freunde sowie die Mitglieder der Jugendfeuerwehr und Ehemalige mit.

Finanzielles und rechtliches Risiko

Hinzu kommt, dass das Fest mit hohen Kosten verbunden ist. Diese belaufen sich auf rund 250000 Franken. «Dieses Geld muss wieder eingespielt werden», sagt Jenny. Zwar hat die FFZ in den vergangenen Jahren jeweils nicht einen riesigen Verlust eingefahren, teilweise aber eben doch
einen Verlust. Beträchtlich war er vor allem im Jahr 2016 aufgrund des schlechten Wetters. «Mit mehr Sponsoren könnte man diesen natürlich decken. Aber aufgrund unserer Strukturen ist es uns nicht möglich, während des Jahres noch mehr Zeit in die Sponsorensuche zu investieren. Unsere Mitglieder sind alle berufstätig und in der Feuerwehr aktiv. Da bleibt nicht mehr viel Zeit», sagt Jenny. Die FFZ investiert heute laut eigenen Angaben rund 4000 Stunden in die Organisation und Durchführung des Festes. Den Eintritt wieder kostenpflichtig zu machen oder am Fest selbst Plaketten zu verkaufen, sei keine Option. «Über Letzteres haben wir nachgedacht. Aber unser Hauptproblem ist nicht finanzieller, sondern organisatorischer und personeller Natur», begründet Jenny den Entscheid.

Und schliesslich sei die Durchführung auch mit einer hohen Verantwortung und einem rechtlichen Risiko verbunden. So führt die FFZ an, dass ihre Funktionäre bei einem ausserordentlichen Ereignis zur Rechenschaft gezogen und juristisch belangt werden könnten. Die FFZ sei nicht mehr länger in der Lage, diese Risiken angemessen abzusichern. «Sollte kurz vor oder während des Seefestes die FFZ als Orts- oder Stützpunktfeuerwehr mit einem oder mehreren Einsätzen alarmiert werden, müsste das laufende Fest mit schwerwiegenden finanziellen Folgen abgebrochen werden», heisst es bei der FFZ.

Stadt will nicht in die Bresche springen

Ob es in Zug ab 2019 oder in den Folgejahren wieder ein Seefest geben wird, ist heute noch ungewiss. Dies hängt davon ab, ob ein Nachfolger die Organisation und Durchführung des Festes übernimmt. Laut Jenny hat sich bisher noch keine Organisation bei der FFZ gemeldet.
Zugs Stadtpräsident Dolfi Müller bedauert, dass die Bevölkerung auf das Fest verzichten muss. «Es ist eine Tradition», sagt er. Die Stadt sei von dem Entscheid überrascht worden. «Wir wissen es erst seit kurzem» Gleichzeitig hat der Stadtpräsident auch Verständnis für den Entscheid der FFZ. «Das Ganze ist – vor allem personell – eine Herkulesaufgabe.» Dass dies mit dem sinkenden Personalbestand nicht mehr bewältigt werden könne, sei verständlich. «Es gilt darum, jetzt erst einmal Danke zu sagen für all die Feste, die wir geniessen durften.» Müller hofft, dass sich ein neuer Organisator finden wird. Er betont, dass die Organisation weiterhin privat sein müsse, so wie dies bis anhin der Fall war. «Die Stadt kann das nicht übernehmen. Es ist auch nicht unsere Aufgabe.» Die Stadt werde aber auch künftig gerne einen finanziellen Beitrag leisten. Bisher beteiligte sie sich mit rund 100 000 Franken an den Kosten.

Bedauern in der Bevölkerung

Auch in der Zuger Bevölkerung scheint das Bedauern über das Aus des Seefestes gross. Auf dem sozialen Netzwerk Facebook wird dies jedenfalls von diversen Zugerinnen und Zugern bedauert. Gleichzeitig wird die Arbeit der FFZ in den vergangenen Jahren verdankt.
Das Zuger Seefest ist nicht der einzige Grossanlass, der sich mit Schwierigkeiten konfrontiert sieht. Erst vor kurzem wurde bekannt, dass es 2019 kein Luzerner Fest geben wird (Ausgabe vom Mittwoch). Es soll grund­legend neu ausgerichtet werden. Wie es nach 2019 weitergeht, ist noch offen.

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

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