ZUG: Stadt hält an Parkplatzkonzept fest

Der Stadtrat hatte sich Fragen zweier Interpellanten bezüglich Zukunft des Postplatzes zu stellen. Angesprochen wurde vor allem die neue Parkplatz-Situation. Die Antworten liegen nun vor.

Andreas Faessler
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Aktuell kann beim oberen Postplatz noch parkiert werden. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 20. Februar 2017))

Aktuell kann beim oberen Postplatz noch parkiert werden. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 20. Februar 2017))

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

Rund um die einstige Zuger Hauptpost wird fleissig gearbeitet. Das Geschäftshaus hinter dem historischen Gebäude ist im Entstehen und ebenso das Parkhaus direkt darunter mit über 100 geplanten öffentlichen Parkplätzen. Diese gehören der Stadt und der WWZ. Mit diesem ab Frühjahr 2018 zur Verfügung stehenden Kontingent sollen rund 60 der vorhandenen oberirdischen Plätze im Umkreis des Postplatzes ersetzt werden.

Zu dieser Neuordnung an Parkmöglichkeiten beim Postplatz haben die beiden SVP-Gemeinderäte Philip C. Brunner und Jürg Messmer im vergangenen Februar dem Stadtrat einen Fragekatalog unterbreitet, um sich ein genaueres Bild machen zu können über die Nutzung der neuen Parkplätze und deren Bewirtschaftung. So wollten die Interpellanten wissen, wie hoch die Parktarife angesetzt werden würden. Gemäss Stadtrat ist vorgesehen, dass das Parken für die erste Stunde zwischen 1.50 und 2 Franken kosten werde. Diese Angabe macht er insofern unter Vorbehalt, als man die konkreten Bau- und Investitionskostenbeiträge abwarten wolle, die voraussichtlich Ende 2017 bekannt sein werden. Anschliessend wolle die Betriebsgesellschaft – ein Zusammenschluss der Pensionskasse der Stadt Zug und der WWZ AG – die Parktarife festlegen. Neben wirtschaftlichen Überlegungen komme hierbei auch die Konkurrenzfähigkeit mit den umliegenden Parkhäusern zum Tragen, so die Ausführungen des Stadtrats.

Es bleiben einzig sechs Kurzzeitparkplätze

Die Anzahl bestehender Parkplätze auf dem oberen und unteren Postplatz beträgt 41. Diese verschwinden demzufolge. Um welche Parkfelder es sich bei den verbleibenden 19 aufzuhebenden handle, war eine weitere zentrale Frage der Gemeinderäte an den Stadtrat. Die Abteilung Sicherheit und Verkehr schlägt vor, die vorhandenen neun Langzeitplätze an der Zeughaus- und der Falkengasse aufzuheben sowie die fünf temporären Felder auf dem Hirschenplatz. Ferner sollen die fünf längsgeordneten Parkplätze am Raingässli verschwinden. Es müssen im Bereich Postplatz sechs Kurzzeitparkplätze bestehen bleiben. Drei davon könnten seitlich vom ehemaligen Postgebäude an der Mündung der Schanz vorgesehen werden und drei weitere Kurzzeitparkfelder an der Zeughausgasse.

Hinsichtlich dieser zukünftigen Parkplatzlösung im Bereich Postplatz hat die Stadt eine Vernehmlassung bei den betroffenen Nachbarschaften, bei den Fraktionen sowie bei den Verkehrsclubs durchgeführt, welche «erwartungsgemäss erheblich voneinander abweichen», wie der Stadtrat in seiner Antwort schreibt. So wolle er die eingereichten Stellungnahmen detailliert auswerten und soweit möglich in den endgültigen Vorschlag für die neue Parkplatzsituation einfliessen lassen.

Zur wirtschaftlichen Bedeutung respektive zu den erwarteten Umsätzen von oberirdischen Parkfeldern verglichen mit Parkhausplätzen kann der Stadtrat keine verlässlichen Angaben machen. Das hänge von zu vielen Faktoren ab, um für die Stadt Zug eine Aussage zu machen. Hierzu wären aufwendige, kostspielige Studien nötig.

Situation hat sich nicht markant geändert

Die Fragesteller erachten die vom Volk anno 2008 genehmigten 2 Millionen Franken für das Projekt als hoch und wollen wissen, mit welchen Kosten die Stadt rechnet für die Umgestaltung des unteren Postplatzes und wie diese aussehen werde. Der Stadtrat schätzt diese Investition auf rund 1,3 Millionen Franken. Die Vorlage, im Rahmen derer dem Grossen Gemeinderat (GGR) demnächst der Kreditantrag gestellt wird, soll auch beinhalten, wie der obere und untere Postplatz dereinst aussehen soll. In seiner Antwort auf die Interpellation macht der Stadtrat deshalb keine weiteren Ausführungen hierzu.

Zu guter Letzt wollen die Interpellanten wissen, ob sich die Situation in den zehn Jahren seit der Abstimmung wirklich so markant geändert habe, dass eine Neugestaltung der Parkplatzsituation nötig ist. Schliesslich sei man bei der Abstimmung von einer Umsetzung bis 2012 ausgegangen. Brunner und Messmer fragen angesichts dessen auch, ob der Stadtrat bereit sei, dem GGR neue Vorschläge zu unterbreiten, die Anwohnern und dem Gewerbe neue Perspektiven eröffnen, wo ja die Post den Betrieb in ihrem einstigen Hauptsitz aufgegeben hat. Hier ist der Stadtrat der Ansicht, dass sich die allgemeine Situation nicht so sehr geändert hat, dass man das ganze Unterfangen neu aufgleisen müsste. Noch wisse man zwar nicht, wie respektive von wem oder was das einstige Postgebäude künftig genutzt werde, doch setze sich der Stadtrat dafür ein, dass es eine Nutzung sein wird, welche zusammen mit dem neu gestalteten Postplatz der Belebung der Altstadt zuträglich sei.

«Sehr gute Rahmenbedingungen»

Der Stadtrat betont in seinem Antwortschreiben an die Adresse der Gemeinderäte Brunner und Messmer zusammenfassend, dass am Postplatz zu Gunsten Altstadt, Anwohnerschaft und dem Gewerbe sowie deren Kunden in Sachen Infrastruktur «sehr gute Rahmenbedingungen» geschaffen werden.