ZUG: Stadt soll 100 Millionen an Stadttunnel zahlen

Der Zuger Kantonsrat hat sich am Donnerstag darauf geeinigt, wer wie viele Millionen an den Stadttunnel bezahlen soll. Grünes Licht erteilte er dem Jahrhundertprojekt damit aber noch nicht. Er genehmigte die Finanzierung erst in erster Lesung.

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So soll der Eingang des Zuger Stadttunnels an der Artherstrasse dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

So soll der Eingang des Zuger Stadttunnels an der Artherstrasse dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

Die Finanzierung des 890-Millionen-Franken-Projekts soll gemäss erster Lesung folgendermassen aufgeteilt werden: Die Stadt Zug, die mit dem Tunnel ein neues, verkehrsberuhigtes Zentrum erhält, soll 100 Millionen beisteuern.

Weitere 300 Millionen sollen durch einen befristeten 25-Prozent-Zuschlag auf die Motorfahrzeugsteuer erzielt werden. Die Zuger Autofahrerinnen und Autofahrer müssen diesen Zuschlag voraussichtlich 27 Jahre lang bezahlen.

Einfahrt in den Stadttunnel von Arth Goldau kommend. (Bild: PD)
29 Bilder
Stadttunnel-Ausfahrt Richtung Ägeri. (Bild: PD)
Stadttunnel in Richtung Gotthardstrasse. (Bild: PD)
So könnte der Stadttunnel Zug dereinst funktionieren. (Bild: Grafik: Janina Noser)
Verkehrsberuhigte Neugasse mit Trassee für Bus und Zubringerdienst (Bild: PD)
Fussgängerzone Metalli - Neustadt mit Trassee für Bus und Zubringerdienst (Bild: PD)
Verkehrsberuhigte Alpenstrasse mit Stadtpark im Dreispitz (Bild: PD)
Fussgängerzone Postplatz mit Trassee für Bus und Zubringerdienst (Bild: PD)
Gubel Ost (Bild: PD)
Bundesplatz in der Zukunft (Bild: PD)
Bundesplatz heute (Bild: Neue ZZ)
Vorstadt geplant. (Bild: PD)
Vorstadt heute (Bild: Neue ZZ)
Gubel West geplant (Bild: PD)
Gubelloch heute (Bild: Neue ZZ)
Baarerstrasse geplant (Bild: PD)
Baarerstrasse heute (Bild: Neue ZZ)
Stadttunnel Zug: Das ist geplant. (Bild: PD)
Altstadt mit Kolinplatz. (Bild: PD)
Gubelstrasse (Bild: PD)
Bundesplatz mit Alpenstrasse (Bild: PD)
Bundesplatz mit Viadukt der SBB. (Bild: PD)
Baarerstrasse beim Neustadtcenter. (Bild: PD)
Baarerstrasse bei der Metalli. (Bild: PD)
Neugasse (Bild: PD)
Postplatz. (Bild: PD)
Vorstadt. (Bild: PD)
So könnte der Anschluss Gotthardstrasse dereinst aussehen. (Bild: PD)
So könnte der Anschluss Gotthardstrasse dereinst aussehen. (Bild: PD)

Einfahrt in den Stadttunnel von Arth Goldau kommend. (Bild: PD)

Die restlichen 490 Millionen werden der Spezialfinanzierung Strassenbau und der allgemeinen Staatsrechnung des Kantons Zug belastet. 235 Millionen oder 48 Prozent dieses Betrages kommen auf die Staatsrechnung, 255 Millionen oder 52 Prozent der 490 Millionen werden der Spezialfinanzierung entnommen.

Zweite Lesung Ende Februar 2015

Definitiv gebaut wird der Entlastungstunnel damit aber noch nicht. Die zweite Lesung mit Schlussabstimmung findet Ende Februar statt. Die Alternativen-die Grünen wollen sich noch nicht festlegen, ob sie Ja oder Nein sagen werden. Da die Bürgerlichen aber Ja sagen dürften, hat der Tunnel gute Chancen, die Schlussabstimmung zu überstehen.

Aber egal wie der Rat entscheidet: Das letzte Wort hat das Volk. Der Kantonsrat ist sich einig, dass die Stimmberechtigten das letzte Wort bei dieser Jahrhundertvorlage haben sollen. Abstimmungstermin ist voraussichtlich bereits im kommenden Juni.

Läuft alles nach Plan, ist das Werk 2032 fertig - also in 18 Jahren. Angesichts dieser Langfristigkeit dürften wohl nicht mehr alle Parlamentarier und Parlamentarierinnen mit dem Auto durch den Stadttunnel fahren können. Einige kündigten deshalb bereits an, die Eröffnungsfeier mit dem Rollator zu besuchen.

Fussgängerzonen statt Blechschlangen

Zweck des Stadttunnels ist es, das Zentrum der Stadt Zug zu beruhigen und die Blechschlangen in den Untergrund zu verbannen. Geplant ist ein vierarmiges System mit einem unterirdischen Kreisel. Das Zentrum würde durch den Tunnel zu einer grossen Fussgängerzone mit autofreien Plätzen, vergleichbar mit Schaffhausen.

Grosser Knackpunkt der Vorlage sind die 890 Millionen Franken, die der Tunnel kosten soll. Die finanzielle Lage des Kantons Zug sieht längst nicht mehr so komfortabel aus wie damals, als das Projekt entworfen wurde. Der erste Vorstoss stammt aus dem Jahr 1992. (sda)