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ZUG: Stadt will den Ökihof im Göbli bauen

Ab 2020 werden die Stadtzuger wohl im Göbli entsorgen. Der Stadtrat will zudem Werkhof und Feuerwehr weiter in dieses Gebiet verlagern. Dazu verhandelt er mit einem alten Bekannten.
Samantha Taylor
Bis Ende 2019 bleibt der Ökihof am heutigen Standort. Bild: Werner Schelbert (28. Dezember 2015)

Bis Ende 2019 bleibt der Ökihof am heutigen Standort. Bild: Werner Schelbert (28. Dezember 2015)

Die Würfel sind gefallen, die Suche nach einem neuen Standort für den Stadtzuger Ökihof ist abgeschlossen. Ab 2020 werden die Stadtzugerinnen und Stadtzuger wohl im Göbli Altmetall, PET, Glas und weitere Abfälle entsorgen. Das geht aus dem stadträtlichen Zwischenbericht zur Motion von Gemeinderat Willi Vollenweider (parteilos) «Rettet den Ökihof – keine Immobilienspekulationen auf dem Güterbahnhof-Areal der Stadt Zug» hervor. Eine Verlängerung am heutigen Standort, auf dem Grundstück der SBB beim Güterbahnhof ist gemäss Stadtrat definitiv vom Tisch.

Angesiedelt werden soll der neue Ökihof auf jenem Grundstück, das die Stadt Zug vor rund zwei Jahren von der Korporation Zug in einem Tauschgeschäft erworben und dem die Stimmbevölkerung im November 2014 an der Urne zugestimmt hat. Die Fläche dieses Landstücks umfasst rund 15'500 Quadratmeter.

Stadt braucht Land von WWZ

Das Göbli war bereits seit einiger Zeit im Gespräch als potenzieller neuer Standort für den Ökihof. Allerdings liess sich die Stadt bisher nicht in die Karten blicken. Bauchef André Wicki äusserte noch im Sommer, dass das Göbli nicht die Nummer 1 für dieses Projekt sei (Ausgabe vom 14. Juli). Dies, obwohl die Stadt zu diesem Zeitpunkt schon eine Variantenstudie für die Erschliessung des Grundstücks in Auftrag gegeben hatte. Das Gebiet im Göbli liege in einer Zone für Bauten des öffentlichen Interesses und soll langfristig flexibel nutzbar bleiben. Damit das der Fall sei, müsse das Grundstück grundsätzlich erschlossen sein, begründete Wicki den Auftrag damals. Heute bezieht der Bauchef jedoch auf Anfrage unserer Zeitung Stellung: «Die Standortabklärungen in der Projektgruppe sind abgeschlossen. Wir fokussieren aufs Göbli.»

Die Stadt konzentriert sich aber nicht nur auf jenes Grundstück im Göbli, das sich in ihrem Besitz befindet. Auch die angrenzende Liegenschaft, die den Wasserwerken Zug (WWZ) gehört und rund 18'900 Quadratmeter umfasst, ist in die Planung eingerechnet. Der Grund: Die Stadt will im Göbli neben dem Ökihof auch das Brockenhaus und langfristig Werkhof und Feuerwehr ansiedeln. «Die Studie zeigt auf, dass mit Zusatznutzungen einerseits mehr Flächen und andererseits Fläche an anderer Lage als auf der stadteigenen Parzelle beansprucht werden», heisst es im Bericht der Stadt. Insgesamt benötigt sie im Göbli langfristig rund 22'350 Quadratmeter. Fast 15'000 davon liegen «sinnvollerweise» auf dem Land der WWZ. «Das Grundstück, auf dem sich heute die Feuerwehr und der Werkhof befinden, ist Bauland», sagt Wicki. Selbstverständlich habe der Neubau des Ökihofs erste Priorität. «Aber im Rahmen der Planung ist uns wichtig, dass wir alles auf den Tisch legen und weiterblicken», so der Bauchef.

Tauschgeschäft wäre möglich

Damit die Pläne der Stadt umgesetzt werden können, ist sie also auf die WWZ angewiesen. «Wir stehen mit den WWZ bereits in Verhandlungen um die Liegenschaft im Göbli», sagt der Finanzchef Karl Kobelt. In diesem Punkt wiederholt sich die Geschichte. Denn bereits einmal wollte die Stadt mit den WWZ im Göbli ins Geschäft kommen, zeitgleich mit dem Tausch mit der Korporation. Die Stadt bot den WWZ damals für das Grundstück im Göbli eine Wohnliegenschaft mit preisgünstigen Wohnungen an der Chamerstrasse an. Der Grosse Gemeinderat liess diesen Deal jedoch platzen, weil er mit den Bedingungen nicht einverstanden war. «Wir haben daraus gelernt und haben die Verhandlungen nun anders angepackt», sagt Kobelt. Wie genau, das will er nicht sagen. Allerdings sei auch diesmal ein Tauschgeschäft nicht ausgeschlossen. Kobelt: «Unser Ziel ist, dass wir im ersten Quartel 2017 mit den WWZ handelseinig werden.»

Volksabstimmung im Herbst 2018

Der Zeitplan der Stadt ist gedrängt. Denn der Ökihof kann an seinem heutigen Standort nur noch bis Ende 2019 betrieben werden. Deshalb soll bereits im Herbst 2017 das Wettbewerbsverfahren für den neuen Ökihof im Göbli abgeschlossen werden. Im zweiten Quartal 2018 wird wohl das Parlament über den Baukredit befinden, und für den September 2018 sieht die Stadt heute die Volksabstimmung vor. Ist all dies erfolgreich, würde voraussichtlich Anfang 2019 mit dem Bau begonnen werden. Die nötige Erschliessungsstrasse für die beiden Parzellen soll bereits Ende 2018 fertiggestellt sein.

Samantha Taylor

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