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ZUG: Stadt will Gutscheine einführen

Der Stadtrat denkt daran, sein System bei den subven­tionierten Kinderbetreuungs­plätzen umzustellen. Dies ­allerdings nur, wenn gewisse ­Bedingungen erfüllt werden.
Samantha Taylor
In Cham (im Bild) erhalten Eltern bereits heute Betreuungsgutscheine. In Zug wird das Parlament über den Systemwechsel befinden. (Archivbild Stefan Kaiser)

In Cham (im Bild) erhalten Eltern bereits heute Betreuungsgutscheine. In Zug wird das Parlament über den Systemwechsel befinden. (Archivbild Stefan Kaiser)

Samantha Taylor

Was Baar und Cham schon seit einer Weile kennen und Steinhausen derzeit ausarbeitet, könnte auch in der Stadt Zug bald ein Thema werden. Die Rede ist von Betreuungsgutscheinen. Die Stadt Zug könne sich grundsätzlich vorstellen, solche Gutscheine einzuführen und damit ihr heutiges Finanzierungsmodell bei der Kinderbetreuung zu ändern. Das geht aus dem Bericht des Stadtrates hervor, den dieser als Antwort auf eine Motion der FDP-Fraktion des Grossen Gemeinderates verfasst hat. Die Motionäre fordern darin ganz konkret die Einführung des Gutschein-Modells. Davon erhoffen sie sich unter anderem mehr Freiheiten für die Familien und kürzere Wartelisten bei den Kindertagesstätten.

Heute kennt die Stadt ein anderes System. Sie kauft in bestimmten Kindertagesstätten (Kita) Plätze und entrichtet die Subventionen direkt an die Tagesstätte. Dies entspricht laut dem Stadtrat einer «leistungsorientierten Objektfinanzierung». Gutscheine seien jedoch eine sogenannte «Subjektfinanzierung». Eltern, die einen Anspruch auf Unterstützung und die einen Platz in einer Kita haben, erhalten von der Stadt den jeweiligen Subventionsbeitrag in Form eines Gutscheins. Diesen liefern sie dann bei der Kita als Zahlung ab. Die Eltern sind frei in der Wahl der Kindertagesstätte. «Das Gutschein-Modell ist ein freies Marktmodell. Die Kitas definieren den Preis ihres Angebots eigenständig, und die Eltern profitieren von einer Reduktion ihrer Betreuungskosten», erklärt der Stadtrat in seinem Bericht.

Einführung frühestens 2019

Durch die erhöhte Wahlfreiheit der Eltern könnten die Engpässe bei den Plätzen in den Kitas verringert werden. Dies, da mehr Tagesstätten für die Eltern zur Auswahl stünden. Den Effekt habe man auch in anderen Städten und Gemeinden festgestellt, in denen das Gutschein-System eingeführt wurde. «Die Einführung des Modells hat etwa in Luzern dazu geführt, dass neue Betreuungsplätze geschaffen und Wartelisten abgebaut wurden», heisst es im stadträtlichen Bericht. In der Stadt Zug waren per Ende 2015 insgesamt 278 Stadtzuger Kinder auf Wartelisten für einen Betreuungsplatz.

Insgesamt kommt der Stadtrat zum Schluss, dass das Gutscheinmodell für die Stadt gewisse Vorteile bringen würde. Man könne sich einen Systemwechsel darum vorstellen. «Für uns ist es jedoch ein ‹Ja, aber›. Denn wir verfügen heute bereits über ein gutes System», sagt Bildungschefin Vroni Straub-Müller. Man erachte Gutscheine zwar als sinnvoll, aber sie seien nicht das Allein-selig-Machende, so die Bildungschefin weiter. «Für uns kommt das System nur dann in Frage, wenn wir die richtigen Parameter hinterlegen können», sagt Straub. Zentral sind für die Bildungschefin die Finanzierung des Systems und die Qualitätssicherung. Dies hält der Stadtrat auch in seinem Bericht fest. Man könne sich einen Systemwechsel vorstellen, wenn unter anderem die Parameter für die bezugsberechtigten Familien gerecht definiert seien. Ausserdem müssten flankierende Qualitätsmassnahmen geprüft werden, und es sei zu klären, wie der Mittelstand definiert werde.

Die Einführung der Gutscheine ist laut Stadtrat frühestens per 1. Januar 2019 möglich. Ob die Stadt ihr System umstellen wird, entscheidet am Ende das Stadtparlament. Es wird in einer seiner nächsten Sitzungen darüber befinden, ob die Motion erheblich erklärt wird oder nicht.

Stadt ist gegen Koppelung

Gregor Bruhin hat im Namen der SVP-Fraktion des Grossen Gemeinderates eine Motion eingereicht zur «Bedarfsgerechten Vergabe von Freizeit- und Kinderbetreuungsplätzen». Die Motion verlangt, dass der Stadtrat die notwendigen Rechtsgrundlagen über die familienergänzende Kinderbetreuung anpasst, damit die Berufstätigkeit die Grundvoraussetzung für die Vergabe von subventionierten Kinderbetreuungsplätzen und Plätzen in der Freizeitbetreuung wird. Zudem habe das Betreuungspensum des Kindes dem Arbeitspensum der Eltern zu entsprechen.
Der Stadtrat hat inzwischen seinen Bericht zur Motion vorgelegt und hält darin fest, dass er sich nicht hinter das Ansinnen der SVP-Fraktion stellt. Die Koppelung der Subventionen an das Erwerbspensum führe zu zu viel Aufwand, schreibt der Stadtrat. Eine Anmeldestatistik des Bildungsdepartements für die Freizeitbetreuung in den Schulen vom 29. Februar 2016 zeige ausserdem auf, dass 86 Prozent der Aufnahmen in der Freizeitbetreuung durch Berufstätigkeit der Eltern begründet seien. Der Stadtrat empfiehlt, die Motion der SVP nicht erheblich zu erklären.

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