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ZUG: Stadt Zug bietet ab sofort digitale Identität

Im Juli wurde sie angekündigt, jetzt ist sie da: die digitale Identität der Stadt Zug. Ab sofort können sich Interessierte registrieren. Richtig interessant wird es aber im Frühling des kommenden Jahres.
Livio Brandenberg
Stadtpräsident Dolfi Müller scannt den QR-Code zur Registrierung seiner digitalen Identität. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Zug, 15. November 2017))

Stadtpräsident Dolfi Müller scannt den QR-Code zur Registrierung seiner digitalen Identität. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Zug, 15. November 2017))

Livio Brandenberg

livio.brandenberg@zugerzeitung.ch

Just an dem Tag, an dem Bundesrätin Simonetta Sommaruga eine elektronische Identität auf Bundesebene präsentierte, gab die Stadt Zug den Startschuss für die eigene digitale ID. Doch in Zug ist man schon einen grossen Schritt weiter: Während der Bund erst Pläne vorlegte, registrierte sich Stadtpräsident Dolfi Müller bereits als erster Zuger Bürger digital bei der Einwohnerkontrolle. Ab sofort steht die Registrierung allen Bürgern offen. Vorerst aber sei die «Digital ID», wie sie Müller nennt, für Stadtzuger gedacht.

Um sich zu registrieren, geht man zuerst auf das Log-in-Portal der Stadt. Dort wird man aufgefordert, die uPort-App runterzuladen; sie ist kostenlos. Die Firmen Consensys-uPort aus Zug und ti&m aus Zürich waren neben dem Institut für Finanzdienstleistungen Zug der Hochschule Luzern und der IT-Abteilung der Stadt an der Entwicklung des Projekts beteiligt.

Das Handy als sicheres Schliessfach

Ist die App auf dem Smartphone installiert, muss der Bürger auf dem Log-in-Portal der Stadt mit dem Handy einen sogenannten QR-Code scannen. Sodann müssen der Name, Pass- oder ID-Nummer, Geburtsdatum und Heimatort erfasst werden. Nach Abschluss der Registrierung über die Website der Stadt und die App hat man zwei Wochen Zeit, um bei der Einwohnerkontrolle persönlich vorbeizugehen. Dort werden die Angaben überprüft und beglaubigt. Ausweisen muss man sich mit dem Pass oder der Identitätskarte. Sobald die Einwohnerkontrolle die Identitätsangaben bestätigt, werden diese mit dem Kryptoschlüssel der Stadt aus der Blockchain signiert und verschlüsselt in der App auf dem Smartphone abgelegt. Die App funktioniert dabei wie ein selbst erstelltes digitales Schliessfach, in dem die Daten der eigenen Identität abgespeichert sind.

Der Vorteil der digitalen Identität sei, dass die persönlichen Daten bei der jeweiligen Person auf dem Handy unter Verschluss seien. Der Schlüssel zu den Daten ist auf einer Blockchain hinterlegt. Blockchains sind, vereinfacht gesagt, dezentralisierte Datenbanken, auf denen alles Mögliche verwaltet werden kann, auch etwa virtuelles Geld. Der Unterschied zu heute gängigen Systemen ist, dass es keine zentrale Datenbank mehr gibt, die Daten also dezentral verteilt sind. Der Vorteil ist, dass eine Blockchain im Nachhinein nicht manipulierbar ist, weil jeder Block des Systems verschlüsselt, versiegelt und an den vorangegangenen Block gekettet wird.

Veloverleih, Baugesuche, Bücherausleihe

Ein wichtiger Pluspunkt der nun vorliegenden Lösung sei, dass die Bürger – die ja oft als Kunden im Internet unterwegs sind – jederzeit die Kontrolle über ihre eigenen Daten behalten würden, erklärte Dolfi Müller gestern bei der Präsentation im Zuger Stadthaus. «Die Kunden sind somit ihre eigenen Datenschützer.» Denn jedes Mal, wenn die digitale Identität zum Einsatz kommt, muss die Gegenseite, etwa ein Onlineshop oder eine Behörde, den Nutzer anfragen, ob sie auf die persönlichen Daten zugreifen darf. Der Nutzer muss diese Anfrage via App jedes Mal explizit bestätigen. Die digitale ID ist laut Müller vorerst gratis.

Die digitale ID befindet sich nun in der Pilotphase. Richtig interessant wird es für die Bürger, wenn konkrete Anwendungsmöglichkeiten vorhanden sind. Der Stadtrat, die IT-Abteilung und die anderen Verantwortlichen seien «mit Hochdruck» daran, entsprechende Dienstleistungen an den Start zu bringen. Ideen seien etwa: ein einfacher Veloverleih ohne langes Einloggen, das Ausleihen von Büchern ohne Bibliotheksausweis, ein digitales Parkierabrechnungssystem oder das Einreichen digitaler Baugesuche. Zudem prüften zurzeit alle Departemente der Stadt Zug mögliche weitere Anwendungen der digitalen Identität. Für das Ausarbeiten von Anwendungen hat der Grosse Gemeinderat bereits pauschal 250'000 Franken gesprochen. Nun müsse genau geschaut werden, wo man wie viel Geld investiere.

Die ersten Anwendungen sollen im Frühling 2018 kommen. Er wolle nicht zu viel versprechen, so Müller. «Fragt mich Ende 2018, wenn ich den Hut abgebe. Wenn wir dann immer noch sagen, wir seien mit Hochdruck daran, dann haben wir schlecht gearbeitet.»

Hinweis

Unter folgender Adresse kann man sich nun registrieren: stadtzugid.zg.ch.

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