ZUG: Stadt Zug will kein «Glencore-Geld» spenden

Die Stadt Zug will kein «Glencore-Geld» spenden. Das Stadtparlament lehnte am Dienstagabend die Einzelinitiaitve «Zug handelt solidarisch» mit 25 zu 10 Stimmen ab. Sie forderte eine Spende von 100'000 Franken aus Steuergeldern der Rohstofffirma GlencoreXstrata zu Gunsten von Abbaugebieten.

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Das Glencore-Hauptgebäude in Baar. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Das Glencore-Hauptgebäude in Baar. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

GlencoreXtrata hat ihren Sitz in Zug. Die Geschäftspraktiken des Unternehmens sind umstritten. Seit Jahren finanziere die Stadt ihren Reichtum mit den Steuergeldern des «milliardenschweren Rohstoff-Giganten», so die Initiantin in der Begründung ihres Begehrens. Die Stadt Zug solle «jetzt ein Zeichen der Solidarität setzen». Konkret forderte sie einen symbolischen Betrag von 100'000 Franken, welche Hilfswerke in den Abbauländern für die Rechte der betroffenen Bevölkerung einsetzen sollten.

Im Zuger Gemeinderat hatte das Begehren jedoch keine Chance. Die Stadt sei verpflichtet, ihre Steuereinnahmen aufgabenbezogen im Sinne der Steuerzahlenden zum Wohl der Stadt einzusetzen, begründete der Stadtrat seinen Antrag auf Anlehnung. Man werde jedoch dieses Jahr im Rahmen des Budgets für Hilfeleistungen ein Projekt in einem Rohstoff-Abbaugebiet unterstützen. Die Initiantin bezog sich auf eine Aktion im Kanton Zürich. Diesem waren aus dem Glencore-Börsengang rund 360 Millionen Franken Steuereinnahmen zugeflossen, von denen via kantonalen Finanzausgleich auch die Gemeinden profitierten. Mehrere Gemeinden hiessen eine Spenden-Initiative gut, es kamen rund 400'000 Franken zusammen.

sda