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ZUG: Stadtmusik Zug: Blumiges Debüt mit wohligen Klängen

Als Einstand präsentierte der neue Dirigent der Stadtmusik Zug Sandro Blank in der Kirche St. Oswald einen bunten Strauss romantischer Bearbeitungen von bekannten Vokal- und Orchesterwerken. Er überzeugte auf der ganzen Linie.
Roger Daniel Tanner
Dirigent Sandro Blank hat seine Feuertaufe bei der Stadtmusik Zug mit Bravour bestanden. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 9. Mai 2018))

Dirigent Sandro Blank hat seine Feuertaufe bei der Stadtmusik Zug mit Bravour bestanden. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 9. Mai 2018))

Roger Daniel Tanner

redaktion@zugerzeitung.ch

Ein neuer Chef im Haus bringt immer eine gewisse Nervosität und Unsicherheit mit sich. Einander zu begegnen, sich kennen zu lernen, die Sprache des neuen Dirigenten zu verstehen und als Orchester in schöne Töne zu fassen, ist für alle Beteiligten keine leichte Aufgabe. Das rund einstündige Konzert der Stadtmusik Zug am vergangenen Mittwoch in der nahezu voll besetzten Zuger Kirche St. Oswald war der akustische Beweis, dass der Neue und seine Bläser sich musikalisch gefunden haben.

Kein Wunder, ist doch Sandro Blank als neuer Leiter und Musikdirektor der Stadtmusik Zug kein unbeschriebenes Blatt. Als ehemaliger Student seines Vorgängers Professor Felix Hauswirth und mit zwei Master-Titeln sowie mehreren Preisen ausgezeichnet, konzertierte er schon in vielen wichtigen Produktionen mit namhaften Orchestern und Ensembles im In- und Ausland. Dies einerseits als Saxofonvir­tuose und andererseits als Dirigent. In seiner Funktion als Leiter der Jugendblasorchesters von Baar und Luzern ist er in der Zentralschweiz schon lange kein Unbekannter mehr.

Das diesjährige Kirchenkonzert der Stadtmusik hat Sandro Blank der Jahreszeit entsprechend als bunten Blumenstrauss mit mannigfaltigen Klangfarben und akustischen Duftnoten gebunden. Das ganze Programm beinhaltete ausschliesslich Vokal- und Orchesterkompositionen, die nicht oder nicht nur für Bläser ausgelegt sind. Schade, dass die bearbeitenden Musiker mit keinem Wort erwähnt waren, denn oft ist es eine ebenso meisterliche Arbeit, ein Stück für eine völlig andere Klang- und Instrumentenformation zu transkribieren.

Als frischer Auftakt erklang aus dem dritten Akt des Balletts «Sylvia» von Clément Philibert Léo Delibes die «Cortège De Bacchus». Für den sakralen Raum der gotischen Oswaldskirche mit seiner grosszügigen Akustik war die Lautstärke eher an der oberen Grenze. Mit einer etwas moderateren Gestaltung, welche sonst sauber intoniert war, wäre das Schlagwerk, namentlich die Timpani, hinten im Chor der Kirche besser zur Geltung gekommen. Die anschliessende «ambrosianische Cantique» für Chor des barocken Komponisten Jean Racine von Gabriel Fauré war dann Balsam für Ohr und Seele. In diesem choralartigen Bläsersatz sind die einzelnen Instrumente gut herausgearbeitet, und das innere Mitsingen der Blasenden ist spürbar.

Technische Hürden souverän gemeistert

Ein erster grosser Meilenstein des Programms waren die «Courtly Dances» aus der Oper «Gloriana» des «Orpheus Britannicus» von Benjamin Britten. Hier wurde das Zusammenspiel immer wieder wechselnder Register streng geprüft. Doch die Musikanten meisterten die technischen Hürden meist souverän. Solistisch hervorgetreten sind die beiden Fagottistinnen Karin Bernhard-Weber und Sabin Birrer. Im Einklang mit anderen Instrumenten ergaben sich berührende Klangmuster, welche dem Publikum zu Herzen gingen.

Zur Entspannung erklang darauf der berühmte «Salut d’amour» von Edward Elgar. Der zweite Höhepunkt des Programms waren die fünf englischen Volkslieder von Ralph Vaughan Williams. Die zum Teil schmissigen Songs waren für alle Musici eine Herausforderung. Dank des gepflegten Cantabile-Spiels mit feiner Phrasierung und sauberer Artikulation entlockte das Orchester bereits vor dem Schluss des Stückes spontanes Klatschen aus dem Kirchenschiff. Dies vor allem auch wegen der beachtenswerten Leistung der Saxofon-Gruppe. Als Schlusspunkt setzte der zufrieden wirkende Dirigent den Zuhörern keine leichte Kost vor.

Auch für die Stadtmusik Zug war Richard Wagners «Lohengrin» beziehungsweise die Bearbeitung von «Elsas Zug zum Münster» ein schwerer Brocken. Obgleich der wagnersche, hochdramatisch wirkende Spirit gut zu vernehmen war, brachte dies das ganze Ensemble zeitweise an seine Grenzen, und die Harfe blieb im wuchtigen Klangmeer leider etwas im Verborgenen.

Bevor Sandro Blank die Anwesenden in ein ruhiges und entspanntes Auffahrtswochenende entliess, offerierte er nach langem Applaus des Publikums als Zugabe den berühmten Mittelsatz aus Johann Sebastian Bachs Oboenkonzert in d-Moll.

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