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Das wurde am 1. Oktober im Zuger Stadtparlament beschlossen

Der Grosse Gemeinderat (GGR) hat den Wettbewerbs- und Projektierungskredit zur Erweiterung der Schulanlage Loreto einstimmig bewilligt. Von den sechs traktandierten Antworten auf Interpellationen gaben vor allem jene zur E-Mobilität und zur Auslandhilfe zu reden.
Andrea Muff und Laura Sibold
Die im Jahre 1970 fertiggestellte Schulanlage Loreto stösst an die Grenzen ihrer Kapazität. (Bild: Maria Schmid, Zug, 1. Oktober 2019)

Die im Jahre 1970 fertiggestellte Schulanlage Loreto stösst an die Grenzen ihrer Kapazität. (Bild: Maria Schmid, Zug, 1. Oktober 2019)

Die Schulanlage Loreto in der Stadt Zug stösst an ihre Kapazitätsgrenzen, das war am Dienstagabend in der Sitzung des Grossen Gemeinderats (GGR) unbestritten. Denn seit der 1970 in Betrieb genommenen Oberstufe wurde die Anlage, bis auf zwei Pavillons, die bis heute benutzt werden, nie erweitert. Ohne Gegenstimmen hiessen die Stadtparlamentarier dann auch den Wettbewerbs- und Projektierungskredit für die Erweiterung der Schulanlage Loreto in der Höhe von rund 1,5 Millionen Franken mit 35 zu 0 Stimmen gut.

Bereits die Bau- und Planungskommission (BPK) und die Geschäftsprüfungskommission (GPK) stellten sich hinter den Antrag der Stadtregierung und empfahlen den Kredit jeweils ohne Gegenstimmen zur Annahme. Philip C. Brunner (SVP), Präsident der GPK, erklärte: «Die GPK ist für eine grosszügige Lösung.» Damit meinte er, dass allenfalls auch eine Aufstockung des Erweiterungsbau wünschenswert sei. Denn in einer Machbarkeitsstudie wurden drei Varianten präsentiert. Die vom Stadtrat favorisierte ist jene, die den Erweiterungsbau im Bereich Böschung zwischen den beiden südlichen Trakten und dem grossen Sportfeld vorsieht. Bei dieser Variante könnte das Gebäude um ein weiteres Geschoss aufgestockt werden. Die Möglichkeit der Aufstockung begrüsste auch die CVP-Fraktion, wie es Sprecher Christoph Iten in seinem Votum darlegte. Weiter verwies er auch auf eine sinnvolle Nutzung der Dächer, etwa als Pausenplatz oder Schulhausgarten. «Zug ist eine Energiestadt. Daher sollten selbstverständlich nachhaltige Konzepte zur Anwendung kommen», sagte Iten weiter.

«Sprints von Pavillon zu Pavillon»

Der CVP-Fraktionssprecher machte nicht nur Vorschläge. Iten stellte fest: «Die Vorlage zeigt, dass wir ein grosses Problem haben. Wir haben keine Schulraumplanung.» Seine Fraktion wolle keinen Schulraum auf Vorrat bauen, aber: «Sprints von Pavillon zu Pavillon sind keine Lösung.» Unbestritten war die Vorlage auch in der FDP- und SVP-Fraktion.
Als wertvoll und durchdacht bezeichnete Michèle Willimann (ALG-CSP) die Vorlage und erinnerte daran, die Nachbarschaft frühzeitig in die Planung mit einzubeziehen. «Einer möglichen Aufstockung stehen wir kritisch gegenüber», so Willimann. SP-Fraktionschef Urs Bertschi sagte im Votum für die Fraktion, dass nicht alles machbar, was wünschbar sei. «Dies betrifft insbesondere auch die von der GPK angedachten Aufstockungsszenarien, die nicht einfach durchgedrückt werden können.» David Meyer (GLP) machte den Vorschlag, doch «mindestens» das Dach mit Fotovoltaikanlagen zu beziehen.

Bauchefin Eliane Birchmeier erklärte, die Vorschläge aufzunehmen. «Wir befinden uns momentan im Wettbewerbsprogramm und arbeiten eine detaillierte Aufgabenstellung für die Teams aus.» Schulpräsidentin Vroni Straub versprach indes bald einen Schulbericht zu
präsentieren. Grob geschätzt rechnet die Stadt mit Gesamtkosten von 14,2 Millionen Franken. Läuft alles nach Plan könnte der Erweiterungsbau bereits im Herbst 2024 bezogen werden.

Stadtparlament überweist Vorstoss zum Verkehr

Die Motion betreffend flankierender Massnahmen zur Eröffnung der Tangente Zug-Baar von Tabea Zimmermann und Michèle Willimann (beide ALG) wurde im Stadtparlament nach längerem Hin und Her überwiesen. Einen Antrag auf Nichtüberweisung stellte die FDP-Fraktion. «Die Motion ist obsolet und generiert unnötigen Verwaltungsaufwand», erklärte Roman Burkard (FDP), da die Herausforderungen bekannt seien. Der Rückweisungsantrag hatte keine Chance, während der SVP-Antrag, die Motion in ein Postulat umzuwandeln, mit 20 zu 15 Stimmen Gehör fand. Da die Zweidrittelmehrheit nicht erreicht wurde, wurde der Vorstoss als Motion überwiesen.

«Zug first» kommt auf bürgerlicher Seite gut an

Gleich sechs Interpellationsantworten des Stadtrates standen am 1. Oktober auf der Traktandenliste. Als Erstes gab – wie auch schon mehrmals im Kantonsrat – die Auslandhilfe zu reden. Etienne Schumpf (FDP) reagierte überrascht auf die Antwort auf seine Interpellation «Erkaufte Solidarität mit fremdem Geld auf dem Buckel der Zuger». Da stünden Sätze, die er nicht hätte besser formulieren können. «Die Mittel für den Service public sind in allererster Priorität für Leistungen und die Infrastruktur für Menschen, Organisationen und Unternehmen in Zug bestimmt», zitierte Schumpf den Stadtrat. Diese Ansicht lobte auch Gregor Bruhin (SVP), während die Fraktionen SP und ALG-CSP die Pflicht zur Auslandhilfe betonten. Zug sei ein internationaler Standort und müsse Verantwortung tragen, so Rupan Sivaganesan (SP).

Positionspapier zu Klima und Elektromobilität

Unter dem provokativen Titel «Die 4-rädrige Stadtverwaltung – schrötig, nötig, sauber und fortschrittlich?» hatte die SVP-Fraktion im Juni eine Interpellation eingereicht. Die Antwort des Stadtrates auf die darin gestellten Fragen zur E-Mobilität ernteten gestern (ausser bei der GLP) grosse Zustimmung. Interpellant Philip C. Brunner (SVP) zeigte sich beeindruckt von der Fülle an Informationen und auch Richard Rüegg (CVP) betonte, dass es nie schade, wiederkehrend die Ökobilanz der eigenen Mobilität zu hinterfragen.

Barbara Gysel (SP) hob nochmals hervor, dass die Stadt Zug im Schweizerischen Vergleich zu den Städten mit der höchsten Zuwachsrate an Elektromobilen gehöre. «Wir sind aber erst dann smart, wenn wir den Verkehrsaufwand insgesamt reduzieren», sagte Gysel.
Stadtrat Urs Raschle betonte, dass man die Interpellation als Chance für eine umfassende Information habe nutzen wollen. So sei die Antwort auch ein Positionspapier des Stadtrates gegenüber der aktuellen Diskussion über Elektromobilität und Klimawandel.

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