Zug
Stadtrat hält an Zahlungen mit Kryptowährungen fest

Würde die Stadt Zug als Zentrum des Crypto Valley keine Kryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptieren, wäre das widersinnig. Auch wenn es aktuell ein Spannungsfeld zwischen diesen Währungen und den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft gibt.

Harry Ziegler
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Dem Zuger Stadtrat ist bewusst, dass «das Verständnis der Stadt Zug als Zentrum des Crypto Valley und das Bekenntnis der Stadt Zug zu den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft in einem Spannungsverhältnis stehen können», wie er in der Antwort auf eine Interpellation der SP-Fraktion im Grossen Gemeinderat schreibt. Die SP verlangte Auskunft unter anderem über das Verhältnis zwischen dem aktuell hohen Energieverbrauch der Kryptowährungen und den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft.

Der Energieverbrauch sei bei Anwendungen, die auf der Blockchain basierten, momentan noch hoch. Allerdings sei der Stadtrat überzeugt, dass sich dieser Energieverbrauch nach und nach auf einem tieferen Stand einpendeln werde. Schliesslich befassten sich Unternehmen aus dem Kryptobereich «zunehmend auch von sich aus mit Energie- und Umweltfragen».

70 Zahlungen in fünf Jahren

Tatsächlich ist es so, dass Zahlungen in der von der Stadt angenommenen Kryptowährung Bitcoin nicht die grossen Umsätze erzielen. Laut Interpellationsantwort sei in diesem Jahr bislang erst eine Zahlung, gesamthaft seit 2016 seien etwa 70 in einer Kryptowährung erfolgt. Die Stadt plant aktuell nicht, weitere Kryptowährungen als Zahlungsmittel zu akzeptieren.

Das 2016 initiierte Projekt, Zahlungen in Bitcoin zu akzeptieren, führte dazu, dass die Stadt Zug mittlerweile «weltweit als Zentrum des Crypto Valley bekannt» sei und sich «zahlreiche Firmen aus dem Kryptobereich in Zug und Umgebung angesiedelt» hätten.

«Der Stadtrat sieht die Stadt Zug als Zentrum des Crypto Valley und bekennt sich dazu.»

Zu diesem Bekenntnis gehöre auch, dass in Teilen der Verwaltung das Bezahlen mit Kryptowährungen möglich sei. Zumal auch der Kanton seit diesem Jahr zur Begleichung von Steuerschulden bis 100'000 Franken Kryptowährungen akzeptiert. Das Handelsregister übrigens akzeptiert schon seit längerem Kryptowährungen. «Es würde nach Ansicht des Stadtrats merkwürdig anmuten, wenn die Stadt Zug – als weltweite Pionierin – sich nun plötzlich wieder zurückziehen würde.»

Nach Erhalt von Zahlungen in Bitcoins würden diese in Schweizer Franken umgetauscht, das stimme, schreibt der Stadtrat. Allerdings löst ein solcher Umtausch nicht unmittelbar eine weitere Transaktion aus. Der Partner der Stadt verlangt keine Transaktionsgebühren, es fallen allerdings seit 2020 Gebühren an, weil das Umtauschsystem an die Six Payment Services gekoppelt wurde. Diese Gebühren sind dieselben wie bei Zahlungen mit einer Maestro-Karte. «Der Stadt Zug entstehen damit durch die Entgegennahme von Kryptowährungen keine finanziellen Nachteile.»

Ein Einstellen der Zahlungsmöglichkeit ist nicht vorgesehen

Der Stadtrat verneint, dass es eine Möglichkeit gebe, die Zahlungsmöglichkeit mit Bitcoin wieder einzustellen. Nur schon, weil sich die öffentliche Hand zur Blockchaintechnologie bekennt. Der Stadtrat sei sich bewusst, dass das Thema Nachhaltigkeit wichtig sei. Er werde sich künftig vermehrt dazu einbringen. «Diesbezüglich kann auf die übergeordnete Entwicklungsstrategie verwiesen werden, welche derzeit ausgearbeitet wird und bei welcher eine nachhaltige Entwicklung eine zentrale Rolle spielt.»