ZUG: Stadtrat will Landis&Gyr-Gebäude nicht verkaufen

Eine Doppelinitiative will, dass die Stadt Zug das ehemalige Landis&Gyr-Gebäude beim Bahnhof wieder verkauft und die Verwaltung in der Altstadt belässt. Der Stadtrat lehnt den ersten Teil der Initiative ab und beantragt, den zweiten Teil für ungültig zu erklären, wie er am Montag mitteilte.

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Das ehemalige Landis&Gyr-Gebäude beim Bahnhof Zug ist als zukünftiger Verwaltungssitz umstritten. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Das ehemalige Landis&Gyr-Gebäude beim Bahnhof Zug ist als zukünftiger Verwaltungssitz umstritten. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die Stimmberechtigten der Stadt Zug haben im September 2012 mit einer 55,8-Prozent-Mehrheit den Kauf der L&G-Liegenschaft für 52,2 Millionen Franken gutgeheissen. Die heute auf sieben Standorte verteilte Verwaltung soll dort zusammengefasst und die frei werdenden Altstadt-Häuser anderen Zwecken geöffnet werden.

Ein überparteiliches Komitee unter der Leitung von FDP und CVP reichte im April 2014 eine Doppelinitiative ein: Die Initiative "JA zur historischen Altstadt" verlangt den Verbleib der städtischen Verwaltung in der Altstadt.

"JA zu gesunden Stadtfinanzen" fordert den Weiterverkauf der L&G-Liegenschaft innerhalb der nächsten zehn Jahre. Der Stadtrat beantragt, diesen Teil der Doppelinitiative für gültig zu erklären und dem Volk zur Abstimmung vorzulegen. Er empfiehlt aber, die Initiative abzulehnen.

Ziel würde verfehlt, Geld ginge verloren

Gemäss Stadtrat kann bei einem Verkauf das strategische Ziel nicht mehr erreicht werden, die Stadtverwaltung an einem bestens erreichbaren Ort zusammenzuführen. Ausserdem gingen bei einem Verkauf Effizienzgewinne und Mietzins-Einnahmen verloren.

Alleine bis zum geplanten Einzug der Verwaltung werfe das Gebäude einen jährlichen Netto-Erlös von 1,4 Millionen Franken ab. Auch nach dem Einzug der Stadtverwaltung könne fast die Hälfte der gesamten Bürofläche an Dritte – zum Beispiel an den Kanton – vermietet werden, heisst es weiter.

Der zweite Teil der Doppelinitiative mit dem Titel "Ja zur historischen Altstadt" hat in den Augen des Stadtrats "schwerwiegende juristische Mängel". Der Stadtrat beantragt deshalb dem Grossen Gemeinderat, die Initiative "Ja zur historischen Altstadt" für ungültig zu erklären.

Nein zu Gegenvorschlag, Ja zu Trauungen

Im Weiteren verzichtet der Stadtrat auf einen Gegenvorschlag zu den Initiativen, wie dies in einer Motion gefordert wurde. Ein Teil der Forderungen der Motionäre sei bereits erfüllt, heisst es in der Mitteilung weiter.

Die Zentralisierung der Stadtverwaltung werde weiterhin zielstrebig und konsequent umgesetzt. Dennoch wolle der Stadtrat dem Ansinnen der Motionäre teilweise entsprechen. So wird man sich auch weiterhin im Stadthaus am Kolinplatz trauen lassen können.

sda