ZUG: Ständerat? «Nicht ausgeschlossen»

Regierungsrat Peter Hegglin will oberster Finanzdirektor werden. Die Chancen dazu stehen gut. Was heisst dies aber für die Wahlen im Herbst 2014?

Interview Freddy Trütsch
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Der Zuger Finanzdirektor Peter Hegglin. (Bild: Dominik Hodel / Neue LZ)

Der Zuger Finanzdirektor Peter Hegglin. (Bild: Dominik Hodel / Neue LZ)

Es ist offiziell: Wenn im kommenden Mai die Plenarversammlung der Konferenz der kantonalen Finanzdirektoren ihren neuen Präsidenten wählt, dann steht Zugs Regierungsrat und Finanzdirektor Peter Hegglin (CVP) in der ersten Reihe. Als deren Vizepräsident gilt er schon seit geraumer Zeit als potenzieller Nachfolger des Solothurners Christian Wanner (FDP). Hegglin selbst bestätigte die Gerüchte und sagt: «Ich habe grosses Interesse daran, dieses Amt zu übernehmen.» Es sei nämlich eine interessante und anspruchsvolle Aufgabe.

Freie Bahn? Nicht ganz

So richtig bestritten ist eine Wahl von Peter Hegglin im Vorstand der Finanzdirektoren nicht. Es ist auch Usus, dass der Vizepräsident das Amt übernimmt. Also freie Bahn für den Zuger? Nicht ganz. Speziell geachtet wird darauf, dass die Sprachregionen ausgeglichen im Vorstand vertreten sind. Und deshalb könnte möglicherweise noch der jurassische Finanzdirektor, Charles Juillard (CVP), Anspruch auf den Präsidentenstuhl anmelden.

Nuancen zu Wanner

Entschieden ist aber noch nichts. Der Bisherige Christian Wanner übte das Amt übrigens fünf Jahre lang aus und demissioniert, weil er sich als Regierungsrat des Kantons Solothurn nicht mehr zur Wahl stellt. Nur: Wie wird Peter Hegglin, als Vertreter des grössten Zahlers in den NFA, seine Rolle als Präsident interpretieren? Er liess ­kürzlich durchblicken, dass er sich «in Nuancen anders als Wanner äussern würde». Doch als Präsident hat er die Beschlüsse der Konferenz zu respektieren, auch wenn er als Zuger Finanzdirektor insbesondere bezüglich des Nationalen Finanzausgleichs (NFA) grundsätzlich andere Interessen zu vertreten hat als Wanner als Regierungsrat eines Nehmerkantons.

Peter Hegglin, ist es für den Kanton Zug wirklich gut, wenn Sie zum Präsidenten gewählt würden?

Peter Hegglin:Ja, sicher. Es gibt nicht nur Fragen bezüglich NFA, sondern eine ganze Reihe anderer wichtiger Geschäfte. Ich erinnere hier an die grosse Thematik zur Unternehmensbesteuerung. Ich finde, es ist für meinen Kanton auch eine Chance, in der Schweiz eine wichtige Stimme zu haben, und sehe es als einen Vertrauensbeweis, wenn ein Zuger dieser Konferenz vorsteht.

Aber beraubt man damit den Kanton Zug als den grossen NFA-Zahler nicht einer wichtigen Stimme?

Hegglin: Nein. Auch als Präsident habe ich nach wie vor eine Stimme. Ich kann mich zwar nicht mehr so pointiert äussern. Nuancen setzen oder die Traktandenliste ergänzen sind weitere Möglichkeiten eines Präsidenten.

Ist das vielleicht von den NFA-Nehmerkantonen gar gewünscht, Peter Hegglin zum Präsidenten zu machen und ihn damit zu leiseren Tönen zu zwingen?

Hegglin: Es ist angezeigt, dass auch wieder einmal ein Vertreter eines finanzstarken Kantons die Konferenz präsidieren kann. Aufgrund von Rückmeldungen darf ich sagen, es liegt auch im Interesse der Geberkantone. Ein NFA funktioniert über längere Zeit ebenfalls nur erfolgreich, wenn alle Partner sich mit den Regelungen abfinden.

Bedeutet die Kandidatur für dieses Amt auch, dass Sie als Regierungsrat (vorerst) weitermachen wollen? Das heisst, im Herbst 2014 wieder kandidierten?

Hegglin: Diese Frage habe ich mir auch gestellt. Wenn ich für diese Aufgabe zusage, dann sicher nicht nur bis Ende dieser Legislatur. Es wären nur anderthalb Jahre, das ist sicher zu wenig. Ohne etwas vorwegzunehmen, ich beabsichtige meine Arbeit als Regierungsrat weiterzuführen, vorausgesetzt, dass das Volk mich bei den nächsten Wahlen wieder bestätigt.

Peter Hegglin, ist dies auch schon ein Vorentscheid bezüglich Ständeratswahlen?

Hegglin: Wie meinen Sie das?

Dass Sie eher Regierungsrat bleiben und nicht für die Kleine Kammer kandidieren.

Hegglin: Ich möchte zum heutigen Zeitpunkt diesbezüglich nichts ausschliessen.