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ZUG: Start-ups: Stadt gibt sich zurückhaltend

Der Stadtrat will, dass der Standort Zug für Start-ups attraktiv bleibt. In den zentralen Punkten – also bei Mietzinsen und der Besteuerung – kann und will er nicht aktiv werden.
Samantha Taylor
"Denknetz" fordert ein Umdenken in der Besteuerung von Unternehmen (Symbolbild) (Bild: Keystone)

"Denknetz" fordert ein Umdenken in der Besteuerung von Unternehmen (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Die Stadt Zug soll Start-ups fördern und vorteilhafte Voraussetzungen für die Jungunternehmen schaffen: Diesen Auftrag haben die beiden Mitglieder des Grossen Gemeinderates Karen Umbach und Peter Rütimann (beide FDP) in einem Postulat formuliert. Die beiden machen ganz konkrete Vorschläge, wie der Stadtrat dies anpacken soll. So fordern sie, dass die Stadt in ihren Liegenschaften wie etwa im L+G-Gebäude – dort wird dereinst die Stadtverwaltung zentralisiert – Büroräume zu «attraktiven Konditionen» an Start-ups vermietet. Zudem müsste, ginge es nach den Gemeinderäten, die Besteuerung für Start-up-Investitionen in den ersten fünf Jahren nach der Gründung eines Unternehmens reduziert werden. Die steuerliche Belastung dürfe das Wachstum einer jungen Firma nicht behindern, argumentieren Umbach und Rütimann.

Der Stadtrat hat in einem Bericht zu diesen Forderungen nun Stellung genommen. Zusammenfassen lässt sich die Antwort mit «Ja, aber». Ja insofern, als die Stadt Zug die Förderung von Start-ups als wichtig erachtet. Man leiste dazu auch bereits einen Beitrag. «Die Stadt fördert und unterstützt die Ansiedlung von Start-ups im Rahmen ihrer Möglichkeiten», führt die Exekutive in ihrem Bericht aus.

Dabei beschreibt sie über mehrere Seiten und Abschnitte, wo sie diesen «Rahmen der Möglichkeiten» sieht. Erwähnt wird dabei unter anderem, dass mit der Überarbeitung der Website der Stadt Zug der Bereich «Wirtschaft und Finanzen» wesentlich wird. So soll das Wissen über Firmengründung für Jungunternehmer einfacher zugänglich gemacht werden. Weiter betreibt die Stadt Zug selbst sowie in Zusammenarbeit mit dem Kanton Zug Kontaktpflege. Zudem hebt der Stadtrat hervor, dass die Stadt Gründungsmitglied des Vereins Businesspark Zug sei. Der Verein verfolgt das Ziel, jungen Unternehmen eine Plattform zum Unternehmensaufbau zu bieten, unter anderem werden dort auch preisgünstige Büro­räume angeboten.

Es fehlen die Instrumente

Das «Aber» der Stadt bezieht sich auf die konkreten Forderungen der beiden FDP-Gemeinderäte. Bezüglich steuerlicher Entlastungen spielt sie den Ball an den Kanton zurück. So hält der Stadtrat fest, dass er über kein steuerpolitisches Instrumentarium verfügt, um einzelne Steuersubjekte – also Start-ups – direkt zu entlasten. «Es gilt der Grundsatz der allgemeinen und gleichen Besteuerung.» Die Steuererhebung durch die Gemeinden müsse nach den Vorschriften des kantonalen Steuergesetzes erfolgen. Steuerliche Vorteilskonditionen würden darum nicht im Ermessen des Stadtrates liegen. Eine indirekte Entlastung von Start-ups durch Unterstützungszahlungen von Gesuchstellern kommt für den Stadtrat ebenfalls nicht in Frage. Ein solches Vorgehen wertet er als «ordnungspolitisch heikel», da die Gleichbehandlung mit allen anderen Steuerzahlern nicht gewährleistet werden könne.

Vermietung an Start-ups hat keine Priorität

Auch in Sachen Vermietung von Büroräumen in städtischen Liegenschaften zu den geforderten «attraktiven Konditionen» gibt sich die Exekutive kritisch. Zum einen, weil sich die Flächen in den Liegenschaften teilweise nicht eignen, da sie nicht den Bedürfnissen von Start-ups entsprechen. Diese suchen grob gesagt grosse zusammenhängende offene Flächen, die einen Austausch ermöglichen und gut an den öffentlichen Verkehr (einen Bahnhof) angeschlossen sind. Die Stadt verfüge aktuell über keine solchen leer stehenden Flächen. Das ändert sich allerdings mit dem Umzug der Stadtverwaltung ins L+G-Gebäude. Vor allem die Räumlichkeiten an der St.-Oswalds-Gasse 20, dem heutigen Baudepartement, könnten sich eignen, da diese laut Stadtrat «offen und hell» sind. «Eine Vermietung an Start-ups kann hier geprüft werden», findet der Stadtrat. Es sei aber fraglich, ob die Lage am südlichen Ende der Stadt für Jungunternehmer ideal sei.

In diesem Bereich attraktiver und ebenfalls offen sind die Räume im L+G-Gebäude, die nicht von der Stadtverwaltung genutzt werden. Hier sieht der Stadtrat bei den attraktiven Mietzinskonditionen jedoch das Hauptproblem. «Die Mietzinseinnahmen der oberen Geschosse sollen zur Amortisation des Fremdkapitals genutzt werden.» Man strebe deshalb einen Mietzins auf Marktniveau an. «Eine Vermietung an Start-ups steht zurzeit klar nicht im Vordergrund.» Trotzdem will der Stadtrat zu gegebener Zeit das Anliegen der Postulanten aufnehmen und verschiedene Modelle prüfen.

Die Stadt verweist zudem abschliessend darauf, dass das Lead für die Wirtschaftsförderung im Allgemeinen, zu der auch die Unterstützung von Start-ups zähle, klar beim Kanton liege.

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