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ZUG: Statt mit dem Auto mit dem Flitzer durch die Stadt

Für zwei Wochen das Auto stehen lassen und mit dem Elektrovelo zur Arbeit: Diesen Sommer ist das wieder möglich.
Andrea Muff
Foormuli Zabihullah bereitet im Coop Bau+Hobby in Cham die E-Bikes zur Abgabe vor. (Bild Stefan Kaiser)

Foormuli Zabihullah bereitet im Coop Bau+Hobby in Cham die E-Bikes zur Abgabe vor. (Bild Stefan Kaiser)

Andrea Muff

In Bus und Zug müssen Pendler immer näher zusammenrücken, und auch auf den Strassen wird es enger. Die Aktion Bike4car von der Klimaschutzbewegung «myblueplanet» soll dafür eine Alternative bieten und zwar: Zwei Wochen lang gratis ein Elektrobike testen und als Gegenzug das Auto stehen lassen. Diese Aktion läuft national: Im Kanton Zug machen die Gemeinde Cham und die Stadt Zug als Energiestädte ebenfalls mit. «Das Auto gegen ein E-Bike eintauschen, dürfen aber alle Einwohner», erklärt die nationale Projektleiterin von Bike4car, Karin Witschi. Die Kampagne, die bereits das zweite Jahr läuft, will bestenfalls erreichen, dass weniger Auto gefahren und damit der CO2-Ausstoss verringert wird. Das Projekt wird von Energie-Schweiz unterstützt und mit den Partnern Stromer und Coop Bau+Hobby umgesetzt.

Elektromobilität fördern

«Die Gemeinde Cham möchte mit Aktionen wie Bike4car die Bevölkerung für eine umweltbewusste Mobilität sensibilisieren», erklärt Manuela Hotz, Projektleiterin Umwelt. Ein weiterer Grund fürs Mitmachen ist ein Label: «Als Energiestadt Gold setzt sich Cham für eine nachhaltige Mobilität ein.» Gemeinsam mit 50 weiteren Schweizer Städten und Gemeinden biete die Aktion eine Möglichkeit, die E-Mobilität in der Bevölkerung lokal zu fördern. Das Ziel: «Wir wollen das Interesse daran wecken und die Bevölkerung dazu motivieren, ein umweltfreundlicheres Mobilitätsverhalten zu testen», sagt Hotz.

Spassfaktor ist hoch

Das sieht auch der Zuger Stadtrat nicht anders: «Grundsätzlich geht es darum, neue Transportformen zu fördern und zu testen», sagt Urs Raschle. Der Vorsteher des Departements Soziales, Umwelt und Sicherheit, verbindet die Aktion Bike4car zudem mit einem gewissen «Funfaktor». «Es macht Spass, die E-Bikes auszuprobieren.» Die Stadt Zug arbeitet mit dem Unternehmen Bike-Innovation an der Letzistrasse 15c in Zug zusammen. Diese stellen Lastenräder zur Verfügung: «Oder auf Neudeutsch Cargo-Bikes», erklärt Michèle Kottelat von Bike-Innovation. Diese Fahrräder sind also für den Transport von Lasten gebaut.

Einerseits werden damit die Kurier- und Lieferdienste angesprochen, die sich möglichst rasch und staufrei durch den Verkehr bewegen müssen und andererseits: «Familien, die ihre Kinder, Hunde und Einkäufe transportieren wollen. Denn es gibt immer mehr Eltern, die es vorziehen, ihre Kinder vorne und nicht hinten im Anhänger mitzunehmen.»

Urs Raschle ist das Lastrad ebenfalls bekannt: «Ich habe schon selbst Erfahrungen damit gemacht. Es ist nicht ganz einfach zu fahren, aber sehr hilfreich, um Sachen durch die Stadt zu transportieren.»

Schäden sind eher selten

In Cham im Coop Bau+Hobby sind die herkömmlichen E-Bikes erhältlich. Bis vorgestern wurden 28 Elektrovelos ausgeliehen, weiss Nadja Ruch, Mediensprecherin des Detailhändlers. «Im Vergleich zum Vorjahr ist die Nachfrage in Cham sehr gross.» Dass Schäden an den Velos beim Zurückbringen festgestellt werden, sei eher selten. «Normale Gebrauchsspuren sind möglich. In Cham ist uns nur ein Schadenfall bekannt, als einem Kunden den Akku aus den Händen gefallen ist.» Die gebrauchten Modelle werden später zu einem günstigeren Preis verkauft, erklärt Nadja Ruch.

Auch gesamtschweizerisch sei man in diesem Jahr ein wenig besser unterwegs, sagt Karin Witschi. «Der Frühling ist zwar sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Die Westschweiz hat aber zugelegt und wesentlich mehr Teilnehmer akquiriert.» Sehr positiv sei auch, dass sich mehr Energiestädte gemeldet haben. Am Schluss der zwei Wochen werden die Beteiligten befragt. «Uns ist aufgefallen, dass die Teilnehmer nach der Aktion bewusster mit der Mobilität umgehen – eine gewisse Sensibilisierung findet statt.»

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