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ZUG: Steht eine Borkenkäfer-Plage bevor?

Gegenwärtig herrschen paradiesische Zustände für Borkenkäfer. Der Leiter des Amts für Wald und Wild zeigt auf, wie man die Bäume schützen kann: Nicht zuletzt, indem man auf Natürlichkeit setzt.
Raphael Biermayr
Der Buchdrucker befällt Fichten – die häufigste Baumart im Kanton Zug.

Der Buchdrucker befällt Fichten – die häufigste Baumart im Kanton Zug.

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Der Begriff von der Borkenkäferplage machte in jüngster Zeit wieder medial die Runde. Doch reichen die vom Sturm Burglind gefällten Bäume und sehr wenige Niederschläge für diesen Schluss aus? «Von einer Plage kann im Kanton Zug keine Rede sein», stellt Albin Schmidhauser, Leiter des Amts für Wald und Wild, klar. Die Ausgangslage präsentiere sich nach «Burglind» zwar tatsächlich attraktiv für die Käfer. Mehr Rottannen – auch Fichten genannt – sind vom Durchgeschütteltwerden mitgenommen: Sie weisen Rindenrisse und beschädigte Wurzeln auf, weshalb die Nährstoffversorgung leidet. Das hat oft verheerende Folgen, denn geschwächte Fichten sind nicht mehr in der Lage, sich durch Harzfluss gegen Borkenkäferbefall zu wehren.

Dabei muss festgehalten werden, dass es den Borkenkäfer nicht gibt, sondern eine Vielzahl davon. Gemäss der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft kommen in der Schweiz über hundert Arten vor. Einer davon ist der Buchdrucker. Er nistet sich in der Rinde von geschwächten Fichten ein – die im Kanton Zug mit Abstand am häufigsten vorkommende Baumart. Seine Nachkommen fressen den Bäumen gewissermassen die Versorgungsachsen weg, was unumkehrbar zum Absterben führt.

Maschinell entrinden oder verbrennen

Förster und Waldbesitzer stünden in der Verantwortung, angeschlagene und befallene Fichten auszumachen und wenn nötig zu handeln: Die Bäume müssen gefällt und entrindet werden. Wer das nicht maschinell macht, ist angehalten, das Material zu verbrennen, um damit die Borkenkäferpopulation zu dezimieren. Die Erfahrung zeigte, dass diese Verantwortung im Kanton Zug, dessen Fläche zu rund einem Drittel aus Wald besteht, ernstgenommen werde, sagt Albin Schmidhauser.

Er betont, dass der Borkenkäfer nicht einfach als Schädling zu betrachten sei, sondern als Teil des Ökosystems. Neben Baumharz kennt er noch andere natürliche Feinde: extreme Kälte über längere Zeit sowie Schädlinge, die sie mittragen. Während das Erstgenannte in unseren Breitengraden immer seltener eintritt, sind Letztere vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit aktiv. Diese fehlte in den letzten Wochen in der Regel – das bedeutet paradiesische Zustände für die Käfer und fördert deren Verbreitung. Eine andere Möglichkeit zur Verhinderung einer Plage ist, den Käfern den Nähr- und Nistboden zu entziehen.

Dies geschieht in Bezug auf den Buchdrucker bereits, wenn auch aus anderen Gründen: Seit den 1970er-Jahren werde beim Aufforsten vermehrt darauf geachtet, welche Baumarten den jeweiligen Standorten entsprächen. Der Wald wird sozusagen zu seinen Ursprüngen geführt und dadurch natürlicher, sprich: Der Laubholzanteil nimmt zu. Denn der hohe Nadelholzanteil in tiefen Lagen – gerade von Rottannen – sei dem menschlichen Eingriff geschuldet, erklärt Albin Schmidhauser: «Das Holz eignet sich für viele Verwendungen, und ein Nadelwald ist einfach zu bewirtschaften.» Der Kanton «motiviert» Waldbesitzer, von der einfachen Bewirtschaftung abzurücken, wie der Amtsleiter es ausdrückt.

Mit anderen Worten: Sie erhalten Bundesgelder, wenn sie sich an gewissen Projekten beteiligen oder vorgegebene Massnahmen treffen. Das Ziel ist mehr Abwechslung, was Pflanzen- und Tierwelt anbelangt. Und weniger Alarmismus, was angebliche Plagen anbelangt.

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