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ZUG: Stiftungen sollen sich besser vernetzen

Ohne Stiftungen läge das kulturelle Leben brach. Um sie zu sichern, gibt es aber noch viel zu tun.
Andreas Faessler
Ausstellungen wie «Ritter und Burgfräuleins» in der Burg Zug konnten dank Stiftungen realisiert werden. (Bild: Patrick Hürlimann (Zug, 18. Januar 2017))

Ausstellungen wie «Ritter und Burgfräuleins» in der Burg Zug konnten dank Stiftungen realisiert werden. (Bild: Patrick Hürlimann (Zug, 18. Januar 2017))

In der Schweiz gibt es weit über 13 000 gemeinnützige Stiftungen. Im Kanton Zug sind aktuell 266 registriert. In den Bereichen Bildung, Soziales und Kultur werden hier am meisten Gelder gesprochen. Sponsoring-Expertin Elisa Bortoluzzi Dubach stellt dem Kanton Zug hinsichtlich Stiftungsarbeit ein sehr gutes Zeugnis aus. Dies nicht nur, weil die in Zug ansässigen Stiftungen über ein sehr grosses Vermögen verfügen. «Auch hat die Fördertätigkeit im Kanton Zug eine lange Tradition, die philanthropische Gesinnung ist hier sehr ausgeprägt.» Letzteres schlägt sich in der Tatsache nieder, dass ein sehr grosser Teil der gesprochenen Fördergelder für Projekte innerhalb der Kantonsgrenzen eingesetzt wird. «Überdies zeichnet sich der Kanton Zug durch seine geografische Überschaubarkeit und politische Stabilität aus, was ihn zu einem besonders attraktiven Standort für gemeinnützige Stiftungen macht.»

Mehr Transparenz nützt beiden Seiten

Jetzt mag man sich aber fragen: Wo sind denn alle diese Stiftungen? Wofür genau setzen sie ihr Vermögen ein? Wer sitzt im Stiftungsrat? Und vor allem: Wie kommt man an die Stiftungen ran? Hier gibt es gemäss Elisa Bortoluzzi ein gewisses Verbesserungspotenzial – hinsichtlich der allgemeinen Transparenz. Heisst, dass die Zuger Fördereinrichtungen für potenzielle Gesuchsteller zu wenig sichtbar sind. «Viele Stiftungen präsentieren sich nicht in der Öffentlichkeit oder wenn, dann nur mit unzureichenden Informationen», stellt Elisa Bortoluzzi fest. «Stiftungen verfolgen ja den Zweck, die Zivilgesellschaft zu unterstützen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass sie ihre Förderzwecke und Anforderungen ausführlich und detailliert kommunizieren.»

Ein Gesuchsteller müsse abwägen können, ob eine Stiftung als Gönnerin für sein Projekt in Frage käme. «Die meisten Stiftungen setzen klare Förderschwerpunkte. Je genauer sie diese benennen, desto schneller finden Gesuchsteller und Gönner zusammen.» Der Idealfall wäre, so fährt sie fort, wenn jede Stiftungseinrichtung eine einheitlich und übersichtlich gestaltete Website pflegen würde.

Basler Stiftungen als Vorbild

Ausserdem könne auf mehr Gemeinsamkeit gesetzt werden – so wie es beispielsweise die Stiftungen in Basel handhaben ( www.stiftungsstadt-basel.ch ). «Diese haben sich vernetzt, um die Region Basel als Stiftungsstandort im In- und Ausland besser zu positionieren.»

Ihr Vorschlag an die Zuger Stiftungen wäre deshalb, sich besser zu vernetzen und noch enger zusammenzuarbeiten. «Eine gemeinsame jährliche Veranstaltung könnte zum Beispiel den Überblick zu den vielfältigen Aktivitäten im Dienste der Gesellschaft verbessern und den Zuger Stiftungsstandort zum Wohle aller Betroffenen auch in Zukunft nachhaltig positionieren.»

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

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