ZUG: Streckensperrung nur 18 statt 24 Monate

Die SBB hält an ihren Plänen fest, nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels die Strecke zwischen Zug Oberwil und Arth-Goldau 2017/18 wegen Bauarbeiten zu sperren und die Züge über eine Spitzkehre in Rotkreuz ZG umzuleiten. Allerdings dauert die Sperrung nur noch eineinhalb statt zwei Jahre, wie die SBB am Dienstag mitteilte.

Drucken
Teilen
Ein Mann arbeitet während der Fahrt in einem Zug der SBB (Archivbild). (Bild: Keystone)

Ein Mann arbeitet während der Fahrt in einem Zug der SBB (Archivbild). (Bild: Keystone)

Die über hundert Jahre alte Bahninfrastruktur am Ostufer des Zugersees muss erneuert werden: Trassee, Tunnel, Brücken und Unterführungen werden saniert und erweitert. Gleichzeitig wird bei Walchwil eine neue Doppelspur gebaut.

Dank dieser baulichen Massnahmen werde der Halbstundentakt im Nord-Süd-Fernverkehr möglich, ohne dass das Angebot im Regionalverkehr beeinträchtigt werde, schreibt die SBB. Zudem werden die Züge der S-Bahn-Linie S2 die Haltestelle Walchwil Hörndli künftig halbstündlich bedienen können – vorausgesetzt, der Zuger Kantonsrat stimmt der Richtplananpassung zu.

Kürzer und billiger

Im Rahmen des Vorprojekts Zugersee Ost konnte die SBB die Arbeiten "optimieren und Kosten senken", wie es weiter heisst. Dadurch muss die Bahnstrecke zwischen Zug Oberwil und Arth-Goldau nur noch eineinhalb statt zwei Jahre gesperrt werden.

Die Investitionskosten für den Substanzerhalt und den Bau der Doppelspur Walchwil belaufen sich auf rund 190 Millionen Franken. Davon entfallen rund 90 Millionen Franken auf die Doppelspur Walchwil. Das sind 10 Millionen Franken weniger als ursprünglich berechnet.

Der Substanzerhalt wird über das ordentliche Budget für den Erhalt der Eisenbahninfrastruktur im Rahmen der Leistungsvereinbarung mit dem Bund finanziert. Die Finanzierung der Doppelspur erfolgt über das Programm Zukünftige Entwicklung Bahninfrastruktur des Bundes (ZEB).

Zürcher Kritik an zeitfressender Spitzkehre

Der Zeitgewinn von 40 Minuten, den die Eröffnung des Neat-Tunnels am Gotthard zur Folge hat, wird durch die Bauarbeiten während eineinhalb Jahren reduziert. Die Fahrzeit für Reisende von Zürich nach Bellinzona verkürzt sich laut SBB während dieser Zeit lediglich um rund 25 Minuten.

Die zeitfressende Spitzkehre nach Rotkreuz hat auch im Zürcher Kantonsrat für Diskussionen gesorgt. Mitte April überwies er ein dringliches Postulat von SP, Grünen und GLP. Dieses fordert vom Regierungsrat, sich bei der SBB dafür einzusetzen, dass die Züge mit dem Bau einer Spange von Cham direkt in Richtung Immensee SZ geführt und auf die Spitzkehre in Rotkreuz verzichtet wird.

In seinem Bericht zum Postulat hielt der Zürcher Regierungsrat jedoch fest, dass der Zeitverlust zwar "unerfreulich" sei. Die Massnahmen der SBB erachtete der Regierungsrat aber als "nachvollziehbar und sinnvoll".

SBB will Betroffene informieren

Die SBB wird die weiteren Planungen eng mit den zuständigen Behörden abstimmen. Im Herbst 2013 wird die Bevölkerung der betroffenen Gemeinden an einer Informationsveranstaltung in Walchwil detailliert über die Projekte orientiert.

Zurzeit erarbeitet die SBB das Auflageprojekt und wird dieses Ende Jahr dem Bundesamt für Verkehr überweisen. Es ist vorgesehen, dass die Pläne im 1. Quartal 2014 öffentlich aufgelegt werden. (sda)