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ZUG: Studenten siegen bei Krypto-Event

Am Mittwoch fand zum ersten Mal der Blockchain Summit in Zug statt. Beim Anlass werden auch die besten Start-ups der Blockchain-Szene ausgezeichnet. Der Hauptpreis von 100'000 Dollar ging an zwei Studenten.
Paul Nicolet (links) und Hugo Moreau gewinnen den ersten Preis mit ihrer Blockchain-Lösung Shield IT. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 22. November 2017))

Paul Nicolet (links) und Hugo Moreau gewinnen den ersten Preis mit ihrer Blockchain-Lösung Shield IT. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 22. November 2017))

Livio Brandenberg

Die Jüngsten obsiegten am Ende. Der Gewinner der zum ersten Mal ausgetragenen Blockchain Competition heisst Shield IT. Das Start-up der beiden 23-jährigen Masterstudenten der ETH Lausanne, Hugo Moreau und Paul Nicolet, ist daran, eine gemeinschaftsbasierte Versicherung aufzubauen. Innerhalb dieser Gemeinschaft legen die Nutzer ihr Geld – vereinfacht gesagt – in einen gemeinsamen Topf, welcher mittels eines intelligenten Vertrags verwaltet wird. Praktisch alles – materiell – Erdenk­liche soll auf diese Weise versichert werden können. Bei einem Verlust stellt der Versicherte eine Anfrage auf Rückerstattung. Dieser Antrag wird dann innerhalb der Gemeinschaft an eine bestimmte Gruppe zur Beurteilung weitergereicht. Die Speicherung der Daten und die Verwaltung sollen dezentral erfolgen.

Die Competition fand im Rahmen des Blockchain Summit Zug statt, welcher ebenfalls zum ersten Mal ausgerichtet wurde. Ab Anfang April konnten sich Start-ups, die Softwarelösungen auf Basis der Blockchain-Technologie für die Versicherungsbranche entwickeln, bei den Initianten Lakeside Partners und Inacta um den Preis bewerben. Doch die Verantwortlichen der Investorengruppe und des IT-Beratungsunternehmens gingen auch selbst aktiv Start-ups an. Der erste Preis ist 100000 US-Dollar wert – ­damit ist die Blockchain Com­petition der höchstdotierte Wettbewerb dieser Art weltweit.

Exakt drei Minuten Zeit für den «Pitch»

Die zehn Finalisten wurden aus über 100 Bewerbungen aus 31 verschiedenen Ländern von einer Jury selektiert, bestehend aus 17 Blockchain- und Technologieexperten, erfahrenen Investoren, Rechtsexperten und Vertretern der Versicherungsbranche: von Pax, Basler Versicherungen, ­Helsana, Mobiliar, Suva und dem Blockchain-Unternehmen Etherisc. Gestern im Theatersaal des Casino Zug mit dabei waren: Blockchain InsurLab aus Deutschland, Insurdata (Grossbritannien), Cybercar (USA), Shield IT (Schweiz), Reportix (Deutschland), Nexus Mutual (Grossbritannien), Loyalty Coin (Schweiz), Tokimart (Grossbritannien), Blocksure (Grossbritannien) und Helper Bit (Italien).

Das Format wurde dem Titel des Wettstreits («Competition») gerecht. Die Veranstalter liessen die Finalisten vor den über 600 Gästen gegeneinander antreten – nicht direkt, sondern nachein­ander. So hatte in einer ersten Runde gestern Nachmittag jedes Start-up exakt drei Minuten Zeit für den «Sales Pitch», also um sein Geschäftsmodell vorzustellen und damit die Jury zu überzeugen. Auf der Leinwand hinter den Sprechern tickte eine digitale Uhr. Gleich im Anschluss an die Präsentation mussten sich die Kandidaten den Fragen der Jury stellen. Mit dem Druck kamen nicht alle Jungunternehmer gleich gut zurecht; ein Exponent musste sich eine halbe Minute sammeln, bevor er den Faden fand.

Souverän meisterten dies jedoch die beiden Gewinner: Die zwei Studenten Hugo Moreau und Paul Nicolet traten voller Elan und wie abgebrühte Verkaufsprofis auf – und holten wohl nicht zuletzt auch mit diesem Talent den begehrten Hauptpreis.

Auch der dritte Platz geht an Schweizer Firma

Was die Zuger Veranstalter und wohl alle Vertreter des Zuger Crypto Valley freuen dürfte: Auf den dritten Platz schaffte es ebenfalls ein Schweizer Projekt. Das Start-up Loyalty Coin, gestern vertreten durch Gründer und CEO Thomas Goetschmann, will ein System kreieren, in ­welchem die Nutzer in allen mög­lichen Geschäften, bei Trans­portunternehmen (Bahn, Bus, Fluglinien) und eben auch bei Versicherungen erworbene Treuepunkte austauschen und so weltweit und branchenunabhängig die Gegenleistung beziehen können. Also sollen zum Beispiel die durch zahlreiche Bahnfahrten erworbenen Treuerabattpunkte auch in einem anderen Land in einem Kleidergeschäft eingesetzt werden können.

Als das zweitbeste Projekt kürte die Jury das Unternehmen Reportix aus Deutschland. Reportix widmet sich der Entwicklung von Verträgen, die sowohl von Menschen gelesen werden können wie auch von Maschinen, anhand von implementierten Codes. Der Zweit- und Drittplatzierte erhält je ein Anrecht auf Büroräumlichkeiten im Crypto Valley Zug für ein Jahr.

Mit dem Anlass dürften die Verantwortlichen ähnlich zufrieden sein wie das zahlreich erschienene internationale Publikum. Neben Englisch waren in den Gängen viele Sprachen zu ­hören, auch etwa Chinesisch. Doch ein Problem könnte die Veranstalter früher erreichen, als sie sich dies je «gewünscht» hätten. Wie einer der Gäste es ausdrückte: Zug könnte schon bald zu klein sein für diesen Event.

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