ZUG: Stück für Stück zum eigenen Schuh

Im Museum für Urgeschichte erhielten Kinder die besondere Gelegenheit, selber Römersandalen zu basteln. Obwohl das auch ganz schön anstrengend sein kann, sind die Teilnehmer des Workshops begeistert.

Vanessa Varisco
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Museumspädagogin Ursina Zweifel erklärt den Kindern, worauf sie achten müssen. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 15. Februar 2016))

Museumspädagogin Ursina Zweifel erklärt den Kindern, worauf sie achten müssen. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 15. Februar 2016))

Vanessa Varisco

redaktion@zugerzeitung.ch

Fussballschuhe, Kletterfinken, High Heels – in der Sonderausstellung des Museums für Urgeschichte in Zug dreht sich momentan alles um den Schuh. So ging es auch im Ferienworkshop vom 15. Februar um die Gestaltung eines ganz besonderen antiken Schuhwerks: der römischen Sandale. Mehr als ein Dutzend Kinder hatten sich für den Nachmittagsworkshop angemeldet, und bereits am Morgen waren einige vor Ort. «Ich wollte ausprobieren, wie schwierig es ist, einen solchen Schuh selber herzustellen», erklärt etwa Veronika ­Korenkova aus Oberägeri.

Eine kurze Einführung dient dazu, den Kindern einen ersten Eindruck zu verschaffen. Neugierig und interessiert stehen sie vor der Vitrine mit den Lederschuhen – zum Teil ausgestattet mit Schuhnägeln und manchmal reichlich verziert. Museumspä­dagogin Ursina Zweifel berichtet lebhaft über die Herstellung und Nutzung des Schuhs, und die Kinder können es kaum erwarten, ihren eigenen Schuh zu basteln.

Ausschneiden, ausstechen und flechten

In der Werkstatt des Museums gehen die Kinder dann gleich fleissig an die Arbeit. Eine Schablone mit der passenden Schuhgrösse wird auf ein Stück rotbraunen Leders übertragen und schliesslich ausgeschnitten. Die Schablone zeigt viele kleine Laschen und vorgezeichnete Löcher, die anschliessend ausgestochen und mit einem Band verflochten werden, damit sich der Schuh an den Fuss anpasst. «Das Zusammenflechten finde ich am spannendsten, weil es so locker-flockig geht», findet Charol Lustenberger aus Baar, die von ihrer Nachbarin Ilana Matter zu diesem Kurs überredet wurde. «Das Thema Römer fand ich schon immer spannend, wir haben es auch in der Schule behandelt, und ich fand es eine tolle Gelegenheit», erklärt Ilana Matter.

Die Arbeit geht hoch konzentriert voran, mit Scheren werden fleissig die Formen ausgeschnitten. Der wohl anstrengendste Teil ist das Lochen mit der Lochzange. Mit vollem Körpereinsatz stanzen die Kinder damit ihre Löcher aus, um anschliessend die Teile zusammenbinden zu können. Dabei sinnieren und staunen sie darüber, wie herausfordernd die Arbeit eines Schuhmachers im alten Rom wohl gewesen sein musste. Beim Fädeln und Lochen werden sie tatkräftig unterstützt und erfahren viele spannende Details über die Römer, deren Spiele, ihre Kultur und ihr Schuhwerk. Als die Schuhe zusammengebastelt und angezogen sind, dürfen die Kinder ihre Werke sogleich testen auf dem Laufsteg mit den unterschiedlichsten Untergründen, der anlässlich der Sonderausstellung aufgebaut wurde.