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ZUG: Tanzen, um Augen und Herzen zu öffnen

Die Gruppe Losgetanzt macht mit einem eigenen Tanzprojekt auf das sehr seltene Angelman-Syndrom aufmerksam – und berührt das Publikum.
Beeindruckende Leistung: die jungen Frauen bei der Aufführung in der Aula Loreto. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 25. März 2017))

Beeindruckende Leistung: die jungen Frauen bei der Aufführung in der Aula Loreto. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 25. März 2017))

Die Tanzvorführung der Gruppe Losgetanzt endete am Samstagabend um 22 Uhr mit Standing Ovations und tosendem Applaus im Schulhaus Loreto. Der Saal war ausverkauft, und von Jung bis Alt waren alle vertreten. Die Zuger Tanzgruppe, die 21 Mitglieder zählt, von denen alles Mädchen im Alter von 11 bis 19 Jahre sind, hat sich seit dem letzten September intensiv mit dem Projekt auseinandergesetzt.

«Bei ‹Dancing for Angels› ging es darum, die Herzen und die Augen zu öffnen für ein Tabuthema, nämlich das Angelman-Syndrom», sagt Melanie Della Rossa, die Präsidentin des Angelman-Vereins Schweiz. Dabei handelt es sich um eine Folge einer seltenen Genbesonderheit auf dem Chromosom 15. Sowohl Mädchen wie auch Jungen können mit dem Syndrom geboren werden. Die durchschnittliche Häufigkeit ist nur gerade 1 zu 20000. Typische Merkmale sind zum Beispiel, dass betroffene Personen nicht sprechen können und an epileptischen Krampfanfällen leiden. Sandra Odermatt, Vorstandsmitglied des Vereins Losgetanzt, erklärt: «Die Idee war, dass man den Tänzerinnen die Möglichkeit und viel Freiraum gab, mit eigenen Ideen ein Projekt zu gestalten.» Schnell sei man dann auf den Angelman-Verein gekommen, und man habe sich auch schnell mit dessen Philosophie angefreundet, erzählt Odermatt. «Eine Betroffene des Syndroms, ein so genannter Angel, war einmal in einem Training dabei und wurde sofort aufgenommen. Es war schön zu sehen, wie sie zu keiner Zeit am Rande war, sondern immer da, wo sie auch in der Gesellschaft hingehört, nämlich in die Mitte», sagt Della Rossa. Viele würden nämlich vergessen, dass Angels Menschen wie wir sind – nur, dass ihnen ein Privileg fehle, erklärt die Präsidentin weiter. Das Stück selber war eine spektakuläre Mischung aus Musik, Licht und Tanz. Das Ziel war, damit die verschiedenen Gefühle wie Trauer und Wut der betroffenen Familien darzustellen und dem Publikum näherzubringen. Dieses doch sehr anspruchsvolle Ziel wurde voll und ganz erreicht, das Publikum war begeistert.

Anlaufstelle für betroffene Familien

Der Angelman-Verein wurde im Jahr 2013 von Eltern von Angels gegründet. Es handelt sich um einen gemeinnützigen Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, betroffene Familien zu beraten, zu informieren und zu unterstützen. Selbst betrachtet sich der Verein als Anlaufstelle für betroffene Familien und Fachleute. Der Verein organisiert jährlich Treffen für Mitglieder und vernetzt Organisationen, welche gleiche oder ähnliche Ziele verfolgen.

Jonas Indra

redaktion@zugerzeitung.ch

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