ZUG: Taxikönig hat sich verabschiedet

Die Taxi Keiser AG steht seit Jahrzehnten für Qualität und Zuverlässigkeit. Mitte Dezember hat sich Conrad Keiser, der Sohn des Firmengründers, endgültig aus dem Betrieb zurückgezogen.

Thomas Heer
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Am Bahnhof warten die Taxifahrer auf Kunden – viele arbeiten für die Taxi Keiser AG. (Bild: Stefan Keiser (Zug, 13. Januar 2017)t)

Am Bahnhof warten die Taxifahrer auf Kunden – viele arbeiten für die Taxi Keiser AG. (Bild: Stefan Keiser (Zug, 13. Januar 2017)t)

Thomas Heer

thomas.heer@luzernerzeitung.ch

In Zuger Wirtschaftskreisen wurde schon länger darüber diskutiert, wie es mit dem grössten ­Taxi-Unternehmen des Kantons, der Taxi Keiser AG, in Zukunft weitergehen wird. Dann nämlich, wenn sich der Doyen der Branche, der heute 78-jährige Conrad Keiser, ganz aus dem Business zurückziehen wird.

Nun ist klar, wie es künftig weiterläuft. Ende letzten Jahres fand der entscheidende Aktientransfer statt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Fest aber steht, dass die Aktienmehrheit dem langjährigen Keiser-Geschäftsleiter Sven Sattler gehört und sich Conrad Keiser vollständig aus dem Betrieb zurückgezogen hat. Das heisst, Conrad Keiser besitzt heute keinerlei Anteile am Unternehmen mehr und ist auch aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten. Conrad Keiser, der keine direkten Nachkommen hat, lebt seit einigen Jahren nicht mehr in Zug. Er hat seinen Lebensmittelpunkt in die französische Hauptstadt nach Paris verlegt.

Die Nummer Eins im Kanton Zug

Die Taxi Keiser, gegründet von Conrads Vater im Jahr 1928, wird auch in den kommenden Jahren unter diesem Namen weiterbetrieben. Das Taxi-Unternehmen Keiser ist das grösste seiner Art in Zug. Sven Sattler sagt: «Wir sind auch der einzige Betrieb in unserem Kanton, der über eine Zentrale verfügt, die während 24 Stunden das ganze Jahr über bedient wird.» Der Taxi-Markt ist schweizweit hart umkämpft. Trotzdem konnte sich Taxi Keiser im Kanton Zug während Jahrzehnten erfolgreich in diesem Geschäft behaupten. Gemäss Sattler gehören zum Unternehmen zirka 20 Fahrzeuge. Taxi Keiser deckt ein breites Spektrum ab. Neben den herkömmlichen Fahrten in und um Zug bietet Keiser einen Airport-Service nach Kloten an. Daneben führt das Unternehmen Kurierfahrten durch und ist auch in der Lage, mittels Kleinbussen Gruppenreisende zu transportieren.

Wie angetönt, blickt Taxi Keiser auf eine langjährige Geschichte zurück. In all den Jahren mussten auch schwierige Phasen überwunden werden. So zum Beispiel nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, als es zu einem massiven Einbruch der Buchungen kam.

Das hatte zweierlei Gründe: Einerseits hatten die Leute kein Geld für Taxifahrten. Andererseits wurde das Benzin rationiert. Ein bedeutendes Datum in der Firmengeschichte ist der 1. Februar 1964. Damals wurde Zeno Sattler, der Vater des heutigen Firmenbesitzers Sven, als Geschäftsführer engagiert. 1987 übernahm Keiser das City-Taxi. 1991 trat Sven Sattler in die Firma ein. Seit 2001 steht er dem Unternehmen als Geschäftsführer vor.

Conrad Keiser war auch im Autohandel involviert

Conrad Keiser war nicht nur im Taxi-Business engagiert, sondern hatte auch ein Standbein im Autohandel. Konkret handelte es sich um eine Mazda- und Honda-Vertretung in Cham. Wie die Taxi Keiser AG ging dieses Unternehmen Ende letzten Jahres vollumfänglich in den Besitz des bisherigen Geschäftsführers über. Dabei handelt es sich um Beat Grepper. Seine Firma beschäftigt derzeit 18 Mitarbeiter, davon vier Lehrlinge.