Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ZUG: Trends während der Fastenzeit: Zwischen Versuchung und Verzicht

Das Ende der Fasnacht ist gleichbedeutend mit dem Startschuss für die Fastenzeit. Von Heil- bis Trendfasten - das Spektrum ist breit gefächert.
Sabrina Tanner
Während der Fastenzeit verzichten viele auf Süssigkeiten. (Bild: Martin Ruetschi (Keystone))

Während der Fastenzeit verzichten viele auf Süssigkeiten. (Bild: Martin Ruetschi (Keystone))

Im Kanton Zug orientieren sich diverse Restaurants an der Fastenzeit und passen ihre Speisekarten an, so steht freitags des Öfteren Fisch auf dem Plan. Änderungen auf der Karte bezüglich der Fastentage werden von den Gästen jeweils sehr geschätzt, geht aus einer Umfrage unserer Zeitung bei verschiedenen Wirten hervor.

Darüber hinaus führen Pfarreien ein Fastenprogramm durch. Die Pfarrei St. Johannes aus Zug bieten neben der Heilfastengruppe seit Jahren Fastenessen an, welche gerne genützt werden. Wie Gemeindeleiter Bernhard Lenfers mitteilt, entwickelt sich das Heilfasten in den letzten Jahren mehr und mehr zu einem Trend, dem sich immer mehr Menschen aus gesundheitlichen Gründen anschliessen. «Es muss jedoch gesagt werden, dass, obwohl Fasten im heutigen Lebensstandard mehr und mehr an Beliebtheit zunimmt, die religiösen Motive dahinter stetig schwinden», erläutert Lenfers.

Die Enthaltsamkeit beim Essen, innere Einkehr und Bewusstwerdung seien seit jeher Ziele, daran habe sich nicht viel geändert. Diese passen perfekt in die heutige Zeit, in der die Menschen auf der Suche nach Gleichgewicht und einem gesünderen Lebensstil sind.

Der Unterschied zwischen dem religiös-traditionellen und heutigen Fasten liegt also nicht in der Tat, sondern im Grund. Beim religiösen Fasten wird die 40-tägige Fastenzeit von Jesus in der Wüste gedacht, um dadurch sich selber und Gott näher zu kommen. Dem heutigen Fasten liegen gesundheitliche und ästhetische Motive zugrunde und wird als individuell abgestimmtes, geistliches Fitnesstraining angesehen.

Fasten hilft, heilt aber nicht

Magdalena Lucic, diplomierte Ernährungsberaterin aus Zug, sieht Fasten – in der Alternativmedizin als Entschlacken bezeichnet – als empfehlenswert an. Neben körperlichen Wohlbefinden führe der Verzicht auf gewisse Nahrungsmittel auch zu seelischer Gesundheit.

«Wer während der Fastenzeit intensiv auf Nahrungsmittel verzichten will, kommt um eine Abklärung bei einem Doktor oder einem Ernährungsberater nicht herum, da sich nicht jeder für eine Fastenkur eignet», so Lucic. Gewissen Gruppen, dazu gehören depressiv und psychisch Kranke, Leidende an Diabetes und auch Übergewichtige, aufgrund des Jo-Jo-Effekts, wird vom Fasten abgeraten. Ebenso wichtig ist die Entscheidung, worauf man verzichten will. Es mache wenig Sinn, wenn ein langjähriger Raucher, der täglich seine drei Zigaretten braucht, diese für 20 Tage absetzten will. In dieser Zeit sorge der Stress, der vom Drang nach einer Zigarette ausgeht, nicht wie geplant für eine ganzkörperliche Wohltat, vielmehr zu einer grossen inneren Unruhe und somit zu einem Gegeneffekt, erklärt die Ernährungsberaterin ansehnlich.

Erfolge die Auswahl jedoch sorgfältig, stehe einer gesunden Fastenzeit nichts im Wege. Wie Magdalena Lucic erklärt, besteht jede Fastenkur aus drei Phasen. «Die erste ist die Umstellungsphase, auch Entlastungsphase genannt. In der zweiten Phase des Fastens, der Entschlackungsphase, werden im Körper Glückshormone ausgeschüttet, die für das Wohlbefinden und die Frische sorgen.» Um dieses gute Körpergefühl zu wahren, müsse genügend Flüssigkeit aufgenommen werden, hauptsächlich durch Obst- und Gemüsesäfte, Früchtetees und Wasser. Beim Fasten in Begleitung von Spezialisten muss auch nicht auf zusätzliche Nahrungspräparate zurückgegriffen werden. Die dritte Phase ist das Fastenbrechen, also der Übergang zum alltäglichen Essverhalten.

Lucic betont jedoch, dass dem Fasten keine medizinische Wunder zugeschrieben werden dürfe: «Fasten heilt keine Krankheiten, kann den Krankheitsverlauf jedoch abschwächen oder kann als Prophylaxe dienen.»

Sabrina Tanner

redaktion@zugerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.