ZUG: Treuhänder locken dubiose Kunden an

An drei Adressen in der Stadt kreist der Pleitegeier auf Rekordniveau. Und dies ganz und gar nicht nur aus purem Zufall.

Charly Keiser
Drucken
Teilen
Das Haus an der Untermüli 6 in Zug. Viele der dort angesiedelten Firmen wurden zahlungsunfähig. (Bild: Werner Schelbert / Neu ZZ)

Das Haus an der Untermüli 6 in Zug. Viele der dort angesiedelten Firmen wurden zahlungsunfähig. (Bild: Werner Schelbert / Neu ZZ)

Eine Studie zeigt, dass an der Untermüli 6, der Baarerstrasse 75 und an der Chamerstrasse 172 in Zug besonders viele Firmen Pleite gehen (Neue Zuger Zeitung vom 28. Dezember). Es stimmt, wie in der Presse gefolgert wurde, dass es sich dabei oftmals um Briefkastenfirmen handelt, die vom Konkursrichter von Gesetzes wegen liquidiert werden müssen. Und richtig ist auch, dass an diesen Adressen besonders viele Briefkastenfirmen domiziliert sind.

Nicht beantwortet ist hingegen die Frage, warum an diesen Adressen so viele dieser Gesellschaften zu finden sind. Die Antwort liefert ein Anwalt und Notar, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. «Der Grund der vielen Firmen an diesen Standorten liegt bei den dortigen Treuhandfirmen und Anwälten», sagte er.

Firmen zu Dumpingpreisen

«Und ein weiterer ganz wichtiger Faktor ist auch der Handel mit Aktienmänteln», verrät der Informant. Denn oftmals seien die Käufer der Mäntel nicht allzu üppig mit Geld gesegnet. Dies sei auch einer der Beweggründe, warum jemand überhaupt einen Aktienmantel kaufe, statt selber eine Firma gründe. «Logisch, dass solche AGs auch öfters Konkurs gehen, als ordentlich gegründete und mit genügend Geld ausstaffierte Gesellschaften.»