Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Das Kantonsspital Zug und das Spital Affoltern kommen sich noch näher

Dem Spital Affoltern am Albis droht die Schliessung. Darunter würde die Versorgung von Patienten im Knonauer Amt leiden. Das Zuger Kantonsspital ist bereit, die bestehende Zusammenarbeit weiter zu vertiefen.
Harry Ziegler
Am 19. Mai wird über die Zukunft des Spitals Affoltern abgestimmt. (Bild: Patrick Huerlimann, Affoltern am Albis, 25. April 2019)

Am 19. Mai wird über die Zukunft des Spitals Affoltern abgestimmt.
(Bild: Patrick Huerlimann, Affoltern am Albis, 25. April 2019)

Die Zukunft des auch im Nachbarkanton Zug bekannten Spitals in Affoltern am Albis (ZH) ist alles andere als gesichert. Am 19. Mai wird das Volk über die Zukunft des Spitals entscheiden. «Sollte die Abstimmung zur Gründung einer gemeinnützigen AG zum Spital Affoltern am 19. Mai kein Mehrheits-Ja erhalten, so sieht der offizielle Prozess die Liquidation des Spitals vor», erklärt Michael Buik, Direktor des Spitals Affoltern. Konkret heisst das, «das Spital mit all seinen gegenwärtigen Werten wird an Interessenten veräussert», sagt Buik.

Das Spital Affoltern wird heute als Zweckverband geführt und gehört den 14 Gemeinden des Knonauer Amts. Entsprechend tobt in Affoltern und den anderen 13 Gemeinden ein emotionaler Abstimmungskampf. Ein Nein am 19. Mai sei jedoch «nicht zwingend gleichbedeutend mit der Beendigung des Spitalstandortes Affoltern.» Das Spital Affoltern könne auch unter einer anderen, neuen Trägerschaft fortbestehen, so Buik. Er setzt hier seine Hoffnung auf bereits bestehende Kooperationen mit anderen Häusern.

Ohne Kooperation überleben, ist schwierig

Klar ist, das Spital Affoltern ist zu klein, um ohne die Unterstützung von Spitälern aus der Nachbarschaft zu überleben. Zu denjenigen, die bereits mit dem Spital im Knonaueramt kooperieren, zählen das Kantonsspital Zug sowie das Zürcher Stadtspital Triemli und Waid. Mit diesen Häusern hat Affoltern Ende 2018 und zu Beginn dieses Jahres Absichtserklärungen unterschrieben, die eine weitere Vertiefung der Zusammenarbeit zum Ziel haben. Bereits heute arbeiten das Zuger Kantonsspital und das Spital Affoltern in gewissen Bereichen zusammen, wie Matthias Winsitörfer, Direktor des Zuger Kantonsspitals ausführt: «Das Spital Affoltern hat seit Anfang 2012 einen Leistungsauftrag des Kantons Zug als Palliative Care Kompetenzzentrum. Das Zuger Kantonsspital ist in diesem Bereich ein wichtiger Zuweiser für das Spital Affoltern.» Dieses verfüge zudem über ein Akutgeriatrie-Kompetenzzentrum, so Winistörfer. «In diesem Bereich besteht seit Anfang 2019 eine Zusammenarbeit zwischen Spital Affoltern und Zuger Kantonsspital. Fachärztinnen und -ärzte des Spitals Affoltern sind seit Anfang 2019 an mehreren Tagen pro Woche vor Ort in Baar tätig.»

Spezialisierte Leistungen vor Ort durch Partner

Aber auch Ärzte des Kantons- und des Zürcher Stadtspitals könnten dereinst in Affoltern tätig sein. Anfang April hat das Spital Affoltern in einer Medienmitteilung bekräftigt, sich auf das stationäre Angebot in der Altersmedizin zu fokussieren und das ambulante Angebot in Zusammenarbeit mit dem Zuger Kantonsspital und dem Zürcher Stadtspital Waid und Triemli auszubauen. Die Partnerspitäler würden ihre spezialisierten Leistungen teilweise vor Ort in Affoltern am Albis anbieten und damit die «wohnortnahe Grundversorgung im Knonaueramt stärken.» Das heisst, so der Zuger Spitaldirektor, dass «durch die Zusammenarbeit mit Stadtspital Triemli und Waid Zürich und Zuger Kantonsspital in Affoltern zukünftig wohnortsnah ambulante Sprechstunden, Abklärungen und Behandlungen angeboten werden können, die das Spital Affoltern so bisher nicht anbieten konnte.»

Ab 2022 ein Geburtshaus betreiben

Das Spital Affoltern rechne laut Matthias Winistörfer ausserdem damit, dass es ab 2020 weder Hüft- noch Knieprothesen implantieren könne. Zudem möchte es ab 2022 ein Geburtshaus betreiben und damit auf den Leistungsauftrag Geburtshilfe verzichten. «Wir gehen davon aus, dass zukünftig als direkte Folge davon Patienten mit Hüft- und Knieprothesen und Geburten im Stadtspital Triemli und Waid Zürich beziehungsweise im Zuger Kantonsspital betreut werden. Die ambulante Vor- und Nachbetreuung dieser Patientinnen und Patienten könnte jedoch weiterhin vor Ort in Affoltern erfolgen», führt Winistörfer aus.

Beliebt ist das Zuger Kantonsspital jedenfalls bei den Patienten aus Affoltern. «Im Jahr 2018 wurden mehr als 430 Patientinnen und Patienten aus dem Bezirk Affoltern im Zuger Kantonsspital stationär behandelt. Das sind gut 4 Prozent aller stationären Patientinnen und Patienten. Darunter sind fast 70 Neugeborene und deren Mütter. Die weiteren Patientinnen und Patienten verteilen sich recht gleichmässig auf die Kliniken des Kantonsspitals», erklärt Zugs Spitaldirektor.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.