Zug United: Das NLA-Frauenteam feiert ein kleines Jubiläum

Die Zentralschweizerinnen steigen heuer mit einer vergleichsweise jungen Mannschaft in die Meisterschaft. Es ist die 15. Saison des Teams.

Ruedi Burkart
Drucken
Teilen

Mit Getöse gaben die Frauen von Zug United im Winter 2006/07 ihren Einstand in der NLA. In der damals noch acht Teams umfassenden Liga belegten sie nach der Qualifikation den dritten Schlussrang und sicherten sich zum zweiten Mal nach 2003 (damals noch als Zuger Highlands) den Schweizer Cup. Sieben Jahre später dann der dritte Cupsieg. Es sollte das vorläufige Ende der Zuger Herrlichkeit sein.

Was folgte, waren schwierige Jahre mit vielen Kaderänderungen, Trainer kamen und verliessen den Verein wieder, es ging sportlich bergab. Der vorläufige Tiefpunkt: Im Frühling 2018 resultierte in der nun 10 Teams umfassenden Nationalliga A der letzte Rang. Erst über den Umweg der Liga-Qualifikation gegen Waldkirch St.Gallen gelang der Ligaerhalt. «Es war in jener Zeit nicht einfach», blickt Franziska Richter zurück.

Playoff-Qualifikation

Tempi passati. In den vergangenen beiden Saisons reichte es mit zwei achten Rängen für die Playoff-Qualifikation, auf den Einzug in den Halbfinal warten die Zugerinnen wie ihre männlichen Vereinskollegen indes weiterhin. Auf die Frage, ob ein Vordringen unter die Top 4 in der neuen Saison ein realistisches Ziel sein könnte, meint Coach Dragan Petrovic schmunzelnd: «Es wäre an der Zeit, einmal eine Playoff-Serie zu gewinnen. Wir haben den Sommer hindurch jedenfalls alles unternommen, um bereit zu sein.» Laut dem Bündner, der seine zweite Saison an der Zuger Bande steht, wurde bis zu sechsmal wöchentlich trainiert, ein Trainingslager abgehalten und auch sonst am teaminternen Zusammenhalt gearbeitet.

«Von grösseren Vereinen angefragt und abgeworben»

Was den Verantwortlichen immer wieder einen Strich durch die Rechnung macht, ist ihre eigene gute Arbeit. Tönt skurril, ist aber so. «Kaum haben wir Spielerinnen mit einem gewissen Niveau, werden sie von grösseren Vereinen angefragt und dann abgeworben», bringt es Petrovic auf den Punkt. Die aktuellen Beispiele: Nationalspielerin Kassandra Luck (26) ging zu Kloten-Dietikon, wo die 19-jährige Rotkreuzerin Isabelle Gerig schon seit fünf Jahren spielt. Und Nachwuchs-Nationalspielerin Ronja Bichsel (19) verliess den Verein in Richtung Chur. «Solche Transfers freuen uns zwar für die Spielerinnen», sagt Petrovic, «aber wir stehen jedes Jahr wieder an einem ähnlichen Punkt mit unserer Arbeit.»

So steigen die Zentralschweizerinnen auch heuer mit einer vergleichsweise jungen Mannschaft in die Meisterschaft. Aus dem eigenen Nachwuchs wurde die 19-jährige Aargauerin Anna Reber fix ins NLA-Team beordert, die um ein Jahr jüngere Aileen Röösli soll im erweiterten Kader an die höchste Liga herangeführt werden. «Wir gehen unseren Weg weiter», sagt Petrovic. Aktuell fünf Ausländerinnen haben die Zuger unter Vertrag, aufgrund des geltenden «Gentlemen’s Agreements» dürften nur deren drei eingesetzt werden. Hält man sich bei Zug daran? Man wird sehen.

Mehr zum Thema