Unihockey: Zug United muss einen Dämpfer hinnehmen

Die Zuger haben in der 11. Runde der NLA auswärts bei Waldkirch-St. Gallen 17 Sekunden vor Schluss den entscheidenden Gegentreffer kassiert. Damit gibt es am Playoffstrich einen grossen Zusammenschluss.

Peter Rohner
Drucken
Teilen
Zug (Peter Flütsch, links) gerät aus der Spur. (Bild: Patrick Hürlimann (Zug, 10. November 2018))

Zug (Peter Flütsch, links) gerät aus der Spur. (Bild: Patrick Hürlimann (Zug, 10. November 2018))

Auf der einen Seite laute Gesänge und Jubelschreibe, auf der anderen lange, bedröppelte Gesichter. In einem Spiel zweier Konkurrenten, das lange hin und her wogte und mehrere Führungswechsel hatte, standen die Zuger am Ende mit leeren Händen da, während der UHC Waldkirch-St. Gallen (WaSa) nach sieben Niederlagen de suite wieder ein Erfolgserlebnis feiern konnte. Damit trennen die Teams um den Playoffstrich von Zug (7.) bis St. Gallen (10.) nur noch vier Punkte.

Für die Zuger war insbesondere die letzte Wende in diesem Drama ärgerlich. Sie hatten zwischen der 37. und der 45. Minuten ein 3:5 in ein 6:5 verwandelt – auch dank eines Doppelschlags von Verteidiger Calle Kostov-Bredberg. Die Zentralschweizer hatten im Anschluss das Spielgeschehen mehrheitlich im Griff, verpassten es indes, eine der sich bietenden Konterchancen zur Vorentscheidung zu nutzen. Und als Daniel Mück zweieinhalb Minuten vor Schluss einen harmlosen Schuss von Thomas Mittelholzer zwischen den Beinen passieren liess, schöpften die Gastgeber Hoffnung auf die volle Punktzahl.

Schuss von Schiess ins Glück

31 Sekunden vor Schluss nahm WaSa-Coach Fabian Arvidsson bei einem Freischlag sein Time-out. Zwar funktionierte die angedachte Variante nicht, doch behielten die Ostschweizer den Ball in Person von Michael Schiess. Dieser setzte sich an der Bande gegen Kostov-Bredberg durch, zog praktisch auf der Grundlinie Richtung Tor und düpiert auch Mück mit einem Lupfer in die nahe Ecke. 17 Sekunden vor Schluss kannte der Jubel in der Sporthalle Seeblick in Mörschwil bei den Einheimischen kaum Grenzen.

Verdient haben sich die St. Galler den Erfolg mit einer aktiven und kämpferischen Leistung. Vor allem im mittleren Spielabschnitt waren sie die bessere Mannschaft und hatten deutlich mehr vom Spiel. Es brauchte aber etwas Glück, um die Zuger Führung aus dem ersten Drittel zu egalisieren. Nach einem Schuss Manuel Büssers lag der Ball irgendwo vor der Torlinie und beim Versuch, diesen wegzubugsieren, schob ihn Mück über dieselbe. Sehenswert waren dann die Tore zum 4:3 und 5:3 – und beide Male war Michael Schiess beteiligt. Erst tanzte der Ostschweizer Topskorer bei nur je vier Feldspielern auf dem Feld und überlistete Mück gekonnt. Dann bediente er den in der Mitte freistehenden Roman Mittelholzer. Dank eines platzierten Weitschusses hielt Billy Nilsson seine Farben vor dem zweiten Seitenwechsel im Spiel.

Überhaupt waren die Zuger fast nur mit Weitschüssen erfolgreich. Schon im ersten Drittel hatten Manuel Staub, Simon Abt und Patrik Rokka Keeper Dominic Jud so bezwungen. Letztlich waren die Special Teams – sonst eine Stärke der Zuger – diesmal die Achillesferse: Statt im (einzigen) Powerplay in Führung zu gehen, liessen sie Thomas Mittelholzer entwischen, der das 1:0 schoss. Ein missglücktes Forechecking der ersten Formation führte zum 1:2. Und als Mitteldrittel Billy Nilsson und Moreno Sonderegger nach einem Rencontre ihre Gemüter auf der Strafbank kühlen mussten, nutzten nicht die Zuger Ballkünstler den zur Verfügung stehenden Raum, sondern erwähnter Michael Schiess.

Am Mittwoch gegen die Grasshoppers

Vor der langen WM-Pause steht unter der Woche noch die 12. Runde auf dem Programm: Die Zuger müssen am Mittwoch beim Titelkandidaten GC antreten (20.00, Hardau). Die Stadtzürcher liegen derzeit – bei einem Spiel weniger – einen Punkt hinter Leader Wiler-Ersigen und haben seit der Niederlage zum Saisonauftakt gegen eben diesen Gegner neun Siege aneinandergereiht. Dabei überzeugen die einst für ihre Offensive gefürchteten Grasshoppers nun vor allem mit einer guten Defensive. Kein Team erhielt im bisherigen Saisonverlauf weniger Tore als das Team von Luan Misini – weniger als drei im Schnitt. Im Vergleich: Die Zuger kassieren im Schnitt pro Spiel mehr sechs Treffer.

Telegramm und Rangliste finden Sie hier.