ZUG: Unterfeld in Baar: Implenia will weiter planen

Nach dem Baarer Nein zum Bebauungsplan müssen Grundeigentümer, Gemeinden und Planer wieder von neuem beginnen. Während die einen das Ganze noch verdauen wollen, ist für andere der Weg schon ziemlich klar.

Samantha Taylor
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Die freie Fläche im Unterfeld wird wohl noch länger nicht überbaut. (Bild: Patrick Hürlimann (26. Januar 2017))

Die freie Fläche im Unterfeld wird wohl noch länger nicht überbaut. (Bild: Patrick Hürlimann (26. Januar 2017))

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Wie weiter? Diese Frage stellen sich seit Sonntag die Regierungen der Gemeinden Zug und Baar und die Eigentümer der Grundstücke im Unterfeld. Dies, nachdem die Baarer Stimmbevölkerung den Bebauungsplan Unterfeld ganz knapp mit 50,4 Nein-Stimmen zu 49,6 Ja-Stimmen versenkt hat. Die Stadtzuger haben zwar ihrem Teil des Bebauungsplans fast ebenso knapp zugestimmt. Durch das Nein aus Baar wird dieser Entscheid allerdings hinfällig. Das Projekt ist vom Tisch.

«Natürlich bedauern wir den Ausgang der Abstimmung», sagt Reto Aregger, Mediensprecher der Generalunternehmung Implenia, die Grundstückseigentümerin im Baarer Teil ist und als Investorin auftritt. Es sei jedoch ein demokratischer Prozess, und man akzeptiere den Entscheid der Stimmbevölkerung. Der Ausgang komme nicht ganz überraschend. «Wir haben die Diskussion im Vorfeld mitverfolgt und festgestellt, dass sie sehr kritisch geführt wurde», sagt Aregger. Die Implenia hat aber mit dem Unterfeld trotz des Neins aus Baar nicht abgeschlossen. «Wir wollen das Projekt gemeinsam mit unseren Partnern weiterentwickeln», so der Mediensprecher. Die Implenia betont, dass sie die Bedenken und Sorgen der Bevölkerung gehört habe. Man nehme diese ernst und werde sie bei einer weiteren Planung berücksichtigen, versichert Aregger. Zum weiteren Vorgehen kann die Investorin noch nicht viel sagen. «Bevor konkrete Schritte geplant werden, wollen wir jetzt das Resultat vom Sonntag genau analysieren.»

Zug hofft auf weitere Zusammenarbeit

Auch noch etwas Zeit braucht man in Baar. Man wolle Schritt für Schritt das Ergebnis der Abstimmung analysieren. «Dabei werden wir sicher auch die Voten der Gegner genau anschauen. Wir müssen wissen, woran es lag, dass es zu diesem Nein gekommen ist», sagt Baars Bauchef Paul Langenegger. In den nächsten Wochen sollen dann Treffen mit der Stadt und auch den Grundeigentümern stattfinden. Dort werde auch thematisiert, ob Baar und Zug erneut ein gemeinsames Projekt entwickeln wollen. «Ich hoffe, wir kommen zu einer guten Lösung», sagt Langenegger.

Die Stadt Zug hegt ähnliche Hoffnungen. Und der städtische Bauchef André Wicki geht noch einen Schritt weiter. «Die Zusammenarbeit mit Baar und den verschiedenen Grundeigentümern war für sich betrachtet eine Erfolgsgeschichte. Ich würde es bedauern, wenn dieses für Zug und für Baar wichtige Gebiet nicht mehr gemeindeübergreifend geplant werden könnten.»

Kritischer gibt sich die Stadtzuger Grundeigentümerin, die Korporation Zug. Zwar freue man sich, dass der Bebauungsplan in Zug angenommen wurde. Das Nein aus Baar zwinge die Korporation aber zu einem Marschhalt. «Für eine Weiterbearbeitung oder einen Neuanfang bräuchten wir von unserer Korporationsgemeinde wieder einen Projektierungskredit», sagt Präsident Urban Keiser. An der nächsten Sitzung des Korporationsrats, die in einer Woche stattfindet, werde das Thema ein erstes Mal besprochen. Danach folgen Gespräche mit der Stadt Zug. Die Zusammenarbeit mit Baar hat man zwar auch seitens der Korporation begrüsst. In Stein gemeisselt scheint sie für den Präsidenten allerdings nicht. «Wir müssen schauen, was möglich ist und in welche Richtung es gehen soll.» Für Keiser ist klar: Eine so aufwendige und teure Planung werde man nicht erneut durchführen.

Ein sportlicher Zeitplan

Sollten die Grundeigentümer den Gemeinden den Auftrag erteilen, dass für das Grundstück im Unterfeld zwischen Baar und Zug ein neuer Bebauungsplan zu erarbeiten sei, und entscheidet man sich erneut für ein gemeinsames Projekt, dann haben die Gemeinden Zug und Baar drei Jahre Zeit, einen neuen Plan vorzulegen. Ein knapper Zeitrahmen. «Die im Planungs- und Baugesetz festgeschriebene Frist von drei Jahren erscheint mir nach meiner Erfahrung sehr sportlich», sagt André Wicki. Zum Verfahren gehören unter anderem ein Wettbewerbsverfahren, das von den Grundeigentümern angestossen werden muss, sowie der politische Prozess – in der Stadt Zug im Grossen Gemeinderat, in Baar mit einer Urnenabstimmung.