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ZUG: Unternehmer und Politiker diskutieren: Was macht die Zuger Wirtschaft stark?

Am gestrigen Tag der Zuger Wirtschaft gingen Vertreter aus verschiedenen Branchen und der Politik der Frage nach, was Zug für Unternehmen attraktiv macht – aber auch, wo die Risiken für den Standort liegen. Die internationale Konkurrenz schlafe keineswegs.
Livio Brandenberg
Diskutierten gestern im Casino in Zug (v. l.): Nicolas Schobinger, Natascha Schill, Peter Speck, Andy Tonazzi, Gerhard Pfister und Moderatorin Katja Gentinetta. (Bild: Stefan Kaiser (26. März 2018))

Diskutierten gestern im Casino in Zug (v. l.): Nicolas Schobinger, Natascha Schill, Peter Speck, Andy Tonazzi, Gerhard Pfister und Moderatorin Katja Gentinetta. (Bild: Stefan Kaiser (26. März 2018))

Livio Brandenberg

livio.brandenberg@zugerzeitung.ch

Das Zusammenspiel zwischen Gross und Klein – dies war das Thema des gestrigen Tages der Zuger Wirtschaft im Theater Casino Zug. Unter dem Motto «Lokale und globale Unternehmen: Was macht die Zuger Wirtschaft stark?» kamen zahlreiche Wirtschaftsvertreter und Politiker aus Stadt und Kanton Zug zusammen, um eine Bestandesaufnahme zu machen (Was macht den Kanton so erfolgreich?) sowie in die Zukunft zu schauen (Wie kann man verhindern, dass Zug seine Standortvorteile verliert?). Organisiert hat den Anlass die Zuger Wirtschaftskammer.

Dabei standen zwei Branchen im Zentrum: die Pharma- und die Blockchain-Industrie. Im vollen Saal referierte nach der Begrüssung durch Regierungsrat Matthias Michel zuerst Natascha Schill, Leiterin des Pharmaunternehmens Biogen Switzerland AG. Der global tätige Konzern mit Sitz in Zug entwickelt Medikamente gegen neurologische Erkrankungen wie Parkinson, multiple Sklerose (MS) oder amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Schill strich ­heraus, dass es wichtig sei, international gut vernetzt zu sein, um beispielsweise die besten Köpfe in die Schweiz – und nach Zug – holen zu können. Andererseits sei die Vernetzung mit der lokalen Wirtschaft ebenso wichtig.

Bereits Volkswirtschaftsdirektor Michel hatte in seiner Ansprache zuvor auf den Pharma-Cluster Zürich-Zug-Luzern hingewiesen. Und eben auch im ganzen sogenannten Life-Science-Bereich, der die Fachgebiete Pharma, ­Medizin und Technologie vereint, sei es der Mix, der zum Erfolg bei­trage.

Konkurrenz aus nah und fern

Nach Schill und der Pharma war Nicolas Schobinger von der Crypto Valley Association zum Thema Blockchain an der Reihe. Die Vereinigung unterstützt und berät Start-ups aus dem Blockchain-Bereich. Zug habe hier vieles richtig gemacht, es sei ein Crypto Valley entstanden, das eine Sogwirkung entfalte, auch dank der Möglichkeit, hier durch ICOs ­(Initial Coin Offerings) – eine Art privater Börsengang – Kapital aufzunehmen.

Für Blockchain-Firmen sei Zug «eine Top-3-Destination», dank der Kompetenz, die sich hier angesiedelt habe und dank dem «Augenmass der Regulatoren». Das sei bemerkenswert, «doch solche Firmen sind auch schnell wieder weg». Frankreich werbe derzeit etwa aggressiv um Jungfirmen, genauso wie Singapur oder Malta. Man müsse an den Vorteilen arbeiten, sagte Schobinger, um dann gleich eine Warnung nachzuschieben: Es gebe in Zug noch zu wenige Hotels oder Arbeitsräume – und: Er habe gehört, dass Blockchain-Unternehmen bei den hiesigen Banken nicht mehr erlaubt werde, ein Konto zu eröffnen. Das sei verheerend: «Denn ohne Bankkonto kann man keine Firma gründen.»

An der folgenden Podiumsdiskussion diskutierten neben Schill und Schobinger auch der Zuger Nationalrat und Präsident der CVP Schweiz, Gerhard Pfister, Peter Speck, Mitinhaber Confiserie Speck, und Andy To­nazzi, CEO der Konplan Systemhaus AG mit Sitz in Rotkreuz. Die Firma entwickelt mechatronische Systeme für die Medizin und beliefert grosse Unternehmen.

Bundespolitiker Pfister appellierte vor allem an die Behörden, «etwas wagemutiger» zu sein. Als gutes Beispiel nannte er das Vo­r­angehen der Stadt Zug, die vor rund zwei Jahren anfing, Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Auch für Peter Speck ist klar: «Wir müssen innovativ bleiben.» So habe er heute etwa Cupcakes im Sortiment, das sei früher unvorstellbar gewesen. Tonazzi lobte den Standort Zug für seine Unkompliziertheit, die Wege seien kurz, und: «Wir haben hier viel Kompetenz auf kleinem Raum.» Die Runde war sich einig, dass es für den anhaltenden Erfolg Zugs Offenheit, ein gutes Steuerklima und Rechtssicherheit brauche.

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