ZUG: Unterstützung wird angepasst

Das Sozialamt arbeitet an einem Projekt für «bedarfsgerechte und individuelle» Hilfe für Menschen mit einer Behinderung. Damit will der Kanton mit der Zeit gehen.

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Der Kanton Zug will in der Behindertenunterstützung die Menschen mit ihren Fähigkeiten und ihrem Bedarf künftig stärker in den Mittelpunkt stellen. Das teilt die Direktion des Innern in einem Schreiben mit. Nach einem Grundsatzentscheid der Re­gierung nimmt das kantonale Sozialamt die Arbeit am Projekt «InBeZug – individuelle und bedarfsgerechte Unterstützung für Zugerinnen und Zuger mit Behinderung» auf. Ein kantonales Projektteam prüft nun laut der Mitteilung Verbesserungsmöglichkeiten durch subjektorientierte Finanzierungsformen. Angestrebt werde eine Unterstützung nach Mass: Menschen mit einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung sollen so viel an Unterstützung erhalten, wie sie individuell brauchen. Das Projekt zielt am Ende darauf ab, dass Menschen mit Behinderung künftig ihre Wohnform selber wählen können. Damit trage der Kanton den veränderten Bedürfnissen der heutigen Zeit Rechnung. Zudem mache er einen Schritt zur Umsetzung der UNO-Behindertenrechtskonvention, welche die Schweiz 2014 ratifiziert hat.

Das Ziel des Projekts ist laut der Direktion des Innern ein flexibleres System, das den Betroffenen mehr Selbstbestimmung, Eigenverantwortung und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. Deren Ressourcen und Unterstützungsbedarf sollen dabei eine wichtige Rolle spielen – sei es beim Wohnen oder Arbeiten.

Bericht folgt bis 2019

Beim Projekt werde haushälterisch mit den öffentlichen Geldern umgegangen. «Geprüft wird, ob, und wenn ja, auf welche Weise künftig ein noch wirkungsvollerer Mitteleinsatz möglich ist», so Regierungsrätin Manuela Weichelt. Direktbetroffene, Angehörige, Beistandspersonen, soziale Einrichtungen, Fachleute sowie Behindertenorganisationen sollen darum ihre Erfahrungen und Meinungen als Mitglieder einer Begleitgruppe ins Projekt «InBeZug» einbringen. Dem Regierungsrat wird nach Abschluss der dreijährigen Projektzeit ein Bericht vorgelegt, der Möglichkeiten aufzeigt, wie das Finanzierungssystem der Betreuungsangebote für Menschen mit Behinderung künftig steuerbar, ressourceneffizient und bedarfsgerecht umgesetzt werden kann. Der Bericht und die Umsetzungsvarianten sollen konkret bis 2019 folgen. Bis es so weit ist, ändert sich für die Betroffenen und die Einrichtungen laut Angaben der Regierung nichts. (red)