ZUG: Vermisste Zugerin: Polizei verpasst Chance

Auf der Suche nach der vermissten Olivia Ostergaard setzt die Polizei am Mittwoch einen Helikopter ein. Bei den bisherigen Ermittlungen gab es eine Panne.

Luc Müller
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Vermisst: Olivia Ostergaard. (Bild: Zuger Polizei)

Vermisst: Olivia Ostergaard. (Bild: Zuger Polizei)

Olivia Ostergaard. (Bild: Zuger Polizei)

Olivia Ostergaard. (Bild: Zuger Polizei)

Wo ist Olivia Ostergaard? Diese bange Frage stellt sich inzwischen schweizweit und international. Immer noch gibt es von der 20-Jährigen, die über einer Woche verschwunden ist, keine Spur. Am Dienstag nun intensivierte die Polizei die Suche auf die Zuger Seen: Schon am Montag war sowohl auf dem Ägeri- wie auch auf dem Zugersee ein Polizeiboot unterwegs. «Ab sofort werden die Einsatzkräfte täglich auf den beiden Seen nach der Vermissten suchen», informierte am Dienstag Marcel Schlatter, Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden.

Auf dem Zugersee wird am 12. April weiter nach der vermissten Olivia Ostergaard gesucht. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
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Die Polizei suchte den See auch am Samstag weiterhin nach der Vermissten ab. (Bild: Zuger Polizei)
Das Tellemättli ist zur Polizei-Sperrzone erklärt worden. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Die Zuger Polizei sucht weiter nach Olivia Ostergaard. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Polizeitaucher im Einsatz bei Oberwil. (Bild: Keystone)
Polizeitaucher suchen am 4. April nach der vermissten Olivia Ostergaard. (Bild: Keystone)
Die Suche geht am 4. April weiter: Ein Polizeiboot auf dem Zugersee. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Ein Helikopter der Polizei kreist am Mittwochmorgen über dem Ägerisee. (Bild: Stefan Keiser / Neue ZZ)
Eine Woche nach Eingang der Vermisstmeldung von Olivia Ostergaard intensiviert die Zuger Polizei die Suche nach der 20-jährigen Zugerin. (Bild: Keystone)
Drei Männer der Facebook-Gruppe «Wo ist Olivia?» sind auf der Suche nach der Vermissten. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Zum Einsatz kommt am Mittwoch auch ein Polizeiboot. (Bild: Stefan Keiser / Neue ZZ)
Bis Mittwochmittag blieben alle Versuche erfolglos, die vermisste Studentin zu finden. (Bild: Keystone)
«Die junge Dänin ist in Oberägeri aufgewachsen und hatte hier immer Kontakt. Auch die Eltern wohnen hier», begründet Marcel Schlatter das Suchgebiet rund um den Ägerisee. (Bild: Stefan Keiser / Neue ZZ)
Ein Helikopter kreist am Mittwochmorgen über dem Ägerisee. (Bild: Stefan Keiser / Neue ZZ)
Auch bei der Schiffsstation in Oberägeri hat die Polizei am Mittwochmorgen gesucht. (Bild: Keystone)
Ein Heli-Pilot im Einsatz. (Bild: Keystone)
Polizisten bei der Lagebesprechung in Oberägeri. (Bild: Keystone)
Ein Helikopter kreist am Mittwochmorgen über dem Ägerisee. (Bild: Keystone)
«Wir konzentrieren uns auf die Gewässer, weil wir an Land keine Spuren gefunden haben», sagt Polizeisprecher Marcel Schlatter. (Bild: Keystone)
«Nach so langer Zeit schliessen wir auch ein Verbrechen nicht mehr aus», so Schlatter. (Bild: Keystone)
Die Einsatzkräfte suchen täglich auf den beiden Seen nach der Vermissten. (Bild: Stefan Keiser / Neue ZZ)
Einsatzleitzentrale der Zuger Polizei: Hier laufen bei den Ermittlungen die Fäden zusammen. (Bild: Stefan Keiser / Neue ZZ)
Vermisst: Olivia Ostergaard. (Bild: Zuger Polizei)
Die 20-jährige Dänin hat am 26. März um 5.30 Uhr ihre Wohnung an der Hofstrasse in Zug verlassen, um an die Uni in Zürich zu reisen. (Bild: Zuger Polizei)
Ob sie überhaupt den Bus und später den Zug nach Zürich genommen hat, ist unklar. (Bild: Zuger Polizei)
Bild: Zuger Polizei

Auf dem Zugersee wird am 12. April weiter nach der vermissten Olivia Ostergaard gesucht. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Heute Mittwoch wird zusätzlich ein Helikopter eingesetzt. «Die Sonderkommission hat diesen bei der Kantonspolizei Zürich angefordert», erklärt der Polizeisprecher. Der Helikopter fliegt auf Sicht. Gestartet wird auf dem Gubel: Die Flugroute führt zunächst durchs Ägerital und über den Ägerisee. Dann fliegt der rot-weisse Heli nach Oberwil und zum Lothenbach bei Walchwil. Schliesslich nimmt der Flieger am Ostufer entlang Kurs zum Zuger Hafen. «Wir konzentrieren uns auf die Gewässer, weil wir an Land keine Spuren gefunden haben», verrät Schlatter. «Nach so langer Zeit schliessen wir auch ein Verbrechen nicht mehr aus.»

Die 1.78 Meter grosse Olivia Ostergaard. (Bild: Zuger Polizei)

Die 1.78 Meter grosse Olivia Ostergaard. (Bild: Zuger Polizei)

Polizei hat Videos nicht verlangt

Bei den bisherigen Ermittlungen gab es bereits eine haarsträubende Panne. Zwar haben die Ermittler verschiedene Videobilder überprüft, unter anderem solche aus einem Tramtunnel in der Stadt Zürich. Aber das Naheliegendste haben sie versäumt: die Sichtung der Bilder, welche die 25 Überwachungskameras von den Gleisen und vom Innenraum des Zuger Bahnhofs machen. Sie wurden von der Zuger Polizei nicht rechtzeitig angefordert, wie Schlatter zugibt. Auch Kamerabilder aus den SBB-Zügen hat die Zuger Polizei nicht verlangt.

Vermisst: Olivia Ostergaard. (Bild: Zuger Polizei)

Vermisst: Olivia Ostergaard. (Bild: Zuger Polizei)

Sowohl die Bahnhofsaufnahmen als auch die Aufnahmen aus den Zügen werden nach 72 Stunden überspielt, wie es das Gesetz vorsieht. «Nur wenn die Polizei Bilder braucht, werden diese gespeichert. Einmal gelöschte Bilder können wir nicht rekonstruieren», so die Information seitens der SBB. Nachdem die Vermisstenanzeige am Mittwoch bei der Zuger Polizei eingegangen war, hätte diese genug Zeit gehabt, die Videos noch vor Ablauf der 72 Stunden zu sichten.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen ZZ und im E-Paper

HINWEIS
Seit Sonntag haben Olivias Brüder, 15 und 17 Jahre alt, auf Facebook die Seite «Wo ist Olivia?» eingerichtet. Sie zählt schon rund 8700 Anhänger. Am Mittwoch wollen Freunde ab 11 Uhr eine private Suchaktion starten und den Weg von Olivia Ostergaards Wohnort bis zum Zuger Bahnhof absuchen.

Einsatzleitzentrale der Zuger Polizei: Hier laufen bei den Ermittlungen für die vermisste Olivia Ostergaard alle Fäden zusammen. (Bild: Stefan Kaiser / Zuger Polizei)

Einsatzleitzentrale der Zuger Polizei: Hier laufen bei den Ermittlungen für die vermisste Olivia Ostergaard alle Fäden zusammen. (Bild: Stefan Kaiser / Zuger Polizei)

Mit einem Helikopter sucht die Zuger Polizei am Mittwoch den Ägerisee ab. (Bild: Keystone)

Mit einem Helikopter sucht die Zuger Polizei am Mittwoch den Ägerisee ab. (Bild: Keystone)