Zug verrechnet sich um über 120 Millionen

Die Jahresrechnung des Kantons Zug schliesst mit einem Plus von 84,8 Millionen Franken statt des budgetierten Defizits von 39,8 Millionen Franken ab. In den letzten acht Jahren verkalkulierte sich der Kanton um über 800 Millionen Franken.

Drucken
Teilen
Viel Licht und wenig Schatten am Zuger Finanzhimmel: Der Zuger Finanzdirektor Peter Hegglin. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Viel Licht und wenig Schatten am Zuger Finanzhimmel: Der Zuger Finanzdirektor Peter Hegglin. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Der Zuger Finanzdirektor Peter Hegglin sprach von einer frohen Osterbotschaft, als er am Donnerstag die Rechnung 2011 präsentierte. Der Zentralschweizer Kanton schliesst bei Einnahmen von 1,382 Milliarden Franken und Ausgaben von 1,297 Milliarden Franken mit 84,8 Millionen Franken im Plus.

Der Jahresabschluss liegt damit weit über demjenigen des Vorjahrs: 2010 schloss der Kanton Zug mit einer knappen halben Million im Plus. Die Rechnung liegt auch weit über dem Budget, das mit einem Defizit von fast 40 Millionen Franken gerechnet hatte.

Hohe Steuererträge von Privatpersonen

Grund für die grosse Abweichung vom Budget waren vor allem Einmaleffekte bei den Steuererträgen der natürlichen Personen, wie Peter Hegglin erklärte. Diese Einmaleffekte gehen vor allem auf den Börsengang des Rohstoffhändlers Glencore zurück. Dieser führte dazu, dass die im Kanton Zug wohnhaften Teilhaber 96,7 Millionen Franken mehr Steuern bezahlten als bugdetiert.

Zudem liessen die guten Jahresabschlüsse von in Zug ansässigen Unternehmen den Kantonsanteil an der Direkten Bundessteuer in die Höhe schnellen. Er liegt um 43,9 Millionen Franken über Budget. Die gesamten Steuererträge belaufen sich auf 706,7 Millionen Franken. Insgesamt wurde auf der Einnahmenseite das Budget um 111,6 Millionen Franken überschritten.

Das positive Jahresergebnis spült viel Geld in die Kasse: «Wir haben beim Eigenkapital erstmals die Milliarden-Grenze geknackt», sagt Peter Hegglin. Ein Grossteil des Überschusses sei dem Eigenkapital gutgeschrieben worden. Dieses ist dadurch auf 1,008 Milliarden Franken gestiegen.

Reservepositionen bleiben unangetastet

Im Budget waren Entnahmen von 30 Millionen Franken aus der Ressourcenausgleichsreserve und 20 Millionen Franken aus der Steuerausgleichsreserve vorgesehen. Wegen des guten Ergebnisses mussten diese Reservenentnahmen nicht beansprucht werden, heisst es in der Mitteilung weiter. Der Bestand bleibt somit weiterhin bei 380 Millionen Franken für den Ressourcen- und bei 47,5 Millionen Franken für den Steuerausgleich.

Selbstfinanzierungsgrad von über 160 Prozent

Die Nettoinvestitionen betrugen 106,4 Millionen Franken. Ohne Berücksichtigung der einmaligen Buchungen von 26,8 Millionen Franken für den Übertrag von Darlehen und die Aufwertung von Beteiligungen im Verwaltungsvermögen hat der Kanton somit rund 80 Millionen Franken investiert. Die Nettoinvestitionen konnten durch die Laufende Rechnung finanziert werden. Der Finanzierungsüberschuss beläuft sich auf 64,1 Millionen Franken und führt zu einem hohen Selbstfinanzierungsgrad von 159,2 Prozent.

pd/zim/sda

Über 100 Millionen Franken im Durchschnitt

Schon fast traditionsgemäss budgetierte der Kanton Zug eher vorsichtig. Dies zumindest belegt ein Blick auf die Zahlen der Jahresrechnungen der vergangenen acht Jahre. In diesen nämlich nahm der Kanton insgesamt sage und schreibe 812,6 Millionen Franken mehr ein als budgetiert. Pro Jahr verrechnete sich der Kanton demnach durchschnittlich um rund 101,58 Millionen Franken. Den «Ausreisser» gab es 2009, als mit «nur» 2 Millionen Franken Differenz zwischen Budget und Rechnungsabschluss praktisch eine Punktlandung gelang. Die grösste Differenz der letzten 8 Jahre gegenüber dem Voranschlag wies der Kanton Zug bei der Rechnung 2005 mit 172,4 Millionen Franken aus.

zim