ZUG: Videos sollen länger aufbewahrt werden

Die Polizei hat nach dem Verschwinden von Olivia Ostergaard Aufnahmen der Bahnhof-Kameras nicht sichten können – nun verlangt sie eine Praxisänderung.

Luc Müller
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Überwachungskameras im Bahnhof Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Überwachungskameras im Bahnhof Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die SBB soll die Videoaufnahmen vom Bahnhofgelände sowie aus den Zügen länger als bisher 72 Stunden speichern: Das fordert aktuell die Zuger Polizei. Auch die Polizeikorps von Schwyz, Bern und St. Gallen stehen hinter dieser Forderung. Das Gesetz sieht vor, dass die Aufnahmen minimal drei Tage und maximal 100 Tage gespeichert werden müssen. «Man müsste also das Gesetz gar nicht ändern, um Aufnahmen länger sichten zu können», sagt Marcel Schlatter, Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden.

Staatsanwaltschaft anfragen

Hintergrund sind die Ermittlungen im Fall der immer noch verschwundenen Studentin Olivia Ostergaard. Die Zuger Polizei hatte in diesem Fall verpasst, die SBB-Videos innerhalb der 72 Stunden für die Sichtung anzufordern (wir berichteten). Die Zuger Polizei gab gegenüber den Medien zu, dass es Versäumnisse gab.

«Wir halten uns mit den 72 Stunden an die geltende Verordnung», so SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi auf Anfrage. «Es braucht eine schweizweite Lösung. Will man die Minimaldauer verlängern, muss der Gesetzgeber aktiv werden.»

Weiterhin vermisst

Auch am Montag haben die eingesetzten Polizeitaucher und das mit Unterwasserkameras ausgestattete Boot Olivia Ostergaard nicht gefunden. Die Aktion lief bis 19 Uhr. Erneut wurde wie schon in der vergangenen Woche beim «Inseli» in Oberwil gesucht: Die Zuger Polizei geht davon aus, dass die 20-Jährige hier im Zugersee Suizid begangen hat. In den kommenden Tagen wird die Suche weitergeführt.

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