ZUG: Viele haben Ärger mit dem neuen Amt

Die Behörde für Kindes- und Erwachsenenschutz ist noch nicht recht in die Gänge gekommen. Das sorgt für Reklamationen.

Charly Keiser
Drucken
Teilen
Gabriele Plüss, Pro Senectute Zug: «Dies ist mit unserer Philosophie nicht kompatibel.» (Bild: pd)

Gabriele Plüss, Pro Senectute Zug: «Dies ist mit unserer Philosophie nicht kompatibel.» (Bild: pd)

Anfang 2013 hat das Amt für Kindes- und Erwachsenenschutz (Kesb) seine Arbeit aufgenommen. Und wie in vielen anderen Kantonen harzt der Wechsel vom alten zum neuen System auch in Zug. Es häufen sich die Klagen. Auf der Kippe steht zum Beispiel die Zusammenarbeit des Kesb mit der Pro Senectute Zug, die bis vor der Gesetzesänderung Mandate älterer Leute im Auftrag und zur Zufriedenheit der Bürger- und Einwohnergemeinden führte. Diese Aufgabe nimmt die Pro Senectute auch jetzt noch wahr – doch das Kesb zieht die Schraube an. «Die Anforderungen, die das neue Amt an uns stellt, sind so anspruchsvoll, dass wir hoch qualifizierte Berufsbeistände anstellen müssten», beklagt Pro-Senectute-Geschäftsleiterin Gabriele Plüss die heutige Situation. Das Kesb auferlege ihnen auch ein sehr enges Korsett an Stunden, die sie für ihre Klienten aufwenden dürften.

Auch der Vorstand des Zuger Anwaltsverbands ist mit dem Kesb alles andere als zufrieden. So sei der Aufwand für die Beistände enorm angestiegen, beklagt Vorstandsmitglied Andrea Hodel. Und es seien teils dringende Vorsorgemassnahmen nicht veranlasst worden, weil der zuständige Sachbearbeiter abwesend und keine Vertretung definiert gewesen sei.

Beim kritisierten Amt schweigt man über die Vorwürfe. Zur korrekten Beantwortung unserer «umfassenden und komplexen Fragen» seien diverse Abklärungen nötig. Doch das sei auf die Schnelle nicht möglich.