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ZUG: Viele Klicks sind des Gedruckten Tod

Die Zugerland Verkehrsbetriebe geben ihren Taschenfahrplan weiterhin auf Papier heraus. In Zeiten des Sparens gibt es auch Überlegungen, diesen Service einzustellen. Ein grosser Mitbewerber hat den Schritt schon gemacht.
Marco Morosoli
Derzeit kann im ZVB-Fahrplan immer noch geblättert werden.

Derzeit kann im ZVB-Fahrplan immer noch geblättert werden.

Die Deutsche Bahn verzichtet schon seit 2009 auf den Druck ihrer Fahrplanwälzer. Die SBB respektive das Bundesamt für Verkehr haben sich nun auch entschieden, ab 2017 auf den Druck des offiziellen dreibändigen Kursbuches zu verzichten (siehe Box). Einen Fels in der Brandung stellen derzeit noch die Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) dar.

«Wir lassen 60 000 Exemplare des Taschenfahrplans für die nächste Periode drucken», sagt Kathrin Howald. Sie ist ZVB-Mediensprecherin. Die Auflage ist jedoch auch bei diesem Fahrplanwerk in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen, wie Howald erzählt: «Früher hat die Auflage des Büchleins immer zwischen 100 000 und 120 000 Exemplare betragen.» In einem ersten «Sparschritt» haben die ZVB ab dem Fahrplanwechsel vor drei Jahren erstmals darauf verzichtet, das rund 220 Seiten umfassende Büchlein in alle Haushaltungen zu verschicken. Die Reaktionen im Nachgang dieser Massnahme seien, so Howald, «verschwindend klein» gewesen.

Fahrplandruck ist eine teure Angelegenheit

Doch wie lange die ZVB diesen Fahrplan im Mini-Format noch drucken und gratis auflegen, ist derzeit noch unklar. «Es finden Diskussionen in dieser Sache statt», verrät Kathrin Howald. Sie nennt dabei eine naheliegende Begründung für diese Gedankengänge: «In Zeiten des kantonalen Entlastungsprogrammes überprüfen wir ständig unsere Prozesse und suchen nach internen Sparmassnahmen.» Howald führt dabei aber auch umwelttechnische Gründe ins Feld, die einen Druckverzicht nahelegen würden. Laut Howald geben die ZVB einen höheren fünfstelligen Betrag für den Druck des Fahrplanes aus. Teuer seien dabei vor allem die Druckvorstufen. Die Auflagezahlen würden hingegen weniger ins Gewicht fallen.

Zum Vergleich: Die Buslinie 11 am Sonntag im Viertelstundentakt von der Metalli in die Schönegg fahren zu lassen – heute gilt dort an Sonntagen der Halbstundentakt –, kostet die Stadt Zug rund 12 600 Franken (Ausgabe vom 5. Oktober). Das wieder beschlossene Anfahren der Haltestelle Steinhof ab dem 11. Dezember – sie wurde beim letzten Fahrplanwechsel ersatzlos gestrichen – schlägt insgesamt mit rund 60 000 Franken zu Buche (Ausgabe vom 5. August).

Doch noch würden erst mögliche Fahrplan-Optionen für die Zukunft geprüft. Wichtig ist Howald die Feststellung, dass wir zuerst «die Kundenbedürfnisse abklären und diese dem Sparpotenzial gegenüberstellen». Die Mediensprecherin schiebt dann noch nach: «Die ZVB sind ein Dienstleistungsunternehmen und fühlen sich zuerst ihren Kunden gegenüber verpflichtet.»

Der Druckverzicht ist eine Option

Bis jetzt haben all die geprüften Optimierungen noch nicht zu einem «abschliessenden Entscheid» geführt. Einen Zeithorizont für diese angedachte Zäsur nennt Howald nicht. Schon jetzt scheinen viele ZVB-Nutzer ins Internet abgewandert zu sein. «Nebst der ZVB-Startseite wird die Haltestellen-Fahrplan-Seite am zweithäufigsten aufgerufen. Pro Jahr werden auf dieser rund 80 000 Klicks registriert», bilanziert Kathrin Howald. Um die ZVB-Kundschaft zeitgenau über den aktuellen Fahrplan zu informieren, arbeitet das Transportunternehmen seit kurzem mit Google Maps (Ausgabe vom 29. Oktober) zusammen. Das ist eine schweizweite Premiere. Und auch der Online-Fahrplan ist laut Howald «ein unverzichtbares Element der Kundeninformation». Wie lange der gedruckte Fahrplan da seine Nische behalten kann, wird sich weisen.

Marco Morosoli

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