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ZUG: Viele scheuen den Gang auf dieses Amt

Nur zum Zahnarzt gehen viele noch weniger gern. Die Rede ist von der Motorfahrzeugkontrolle. Nicht jeder macht dort gute Erfahrungen.
Wolfgang Holz
Die Experten des Strassenverkehrsamts prüfen ein Auto von allen Seiten. Deshalb muss auch der Motorraum gereinigt sein. (Archivbild Maria Schmid)

Die Experten des Strassenverkehrsamts prüfen ein Auto von allen Seiten. Deshalb muss auch der Motorraum gereinigt sein. (Archivbild Maria Schmid)

Wolfgang Holz

So mancher erlebt offensichtlich den grossen Frust bei der Motorfahrzeugkontrolle. «Drei Wochen zuvor war mein Wagen beim Markenvertreter zum grossen Service», beschwert sich ein Baarer Autofahrer. Doch der Prüfungsexperte beim Strassenverkehrsamt in Steinhausen habe ihm beschieden, dass sein Fahrzeug Öl verliere und er deshalb die Kontrolle nicht komplett habe durchführen können.

Auch ein Autofahrer aus Oberägeri macht aus seinen Negativerlebnissen keinen Hehl. «Nach dem kurz vorher durchgeführten Service in der Garage äusserte der Experte bei der Prüfung den Verdacht auf Ölverlust und veranlasste eine nochmalige Prüfung.» Weder die erneut aufgesuchte Garage noch er selber hätten aber einen Ölverlust feststellen können, und bei der Nachkontrolle auf dem Strassenverkehrsamt sei dann alles in Ordnung gewesen.

Zweimal Ärger pur also. Dabei ging es in beiden Fällen offensichtlich nur um Kleinigkeiten. Beziehungsweise um die Art und Weise, wie die Fahrzeuge präsentiert worden sind. «Jedes Mal waren die Autos eben nicht entsprechend für die Motorfahrzeugprüfung vorbereitet», rechtfertigt Markus Feer, Leiter des Strassenverkehrsamts Zug, die Vorgehensweise seiner Mitarbeiter. Konkret sei das Problem gewesen, dass die Autos nicht entsprechend gereinigt worden seien.

Die Sache mit der Motorreinigung

«Je nachdem erfordert es nicht nur eine Aussenreinigung, sondern auch eine Reinigung des Motors und des Antriebsstrangs», erklärt Feer. Nur so könnten die Prüfer bei der gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungspflicht genau feststellen, ob ein Auto betriebssicher sei und ob die Umweltbestimmungen eingehalten würden, so Feer. Sprich: ob etwa Ölspuren am Motor nur von irgendwann beim Einfüllen verschütteten Öls resultiere oder ob tatsächlich eine Dichtung oder ein Simmerring leck sei. Ähnlich schwierig sei es, wenn es darum gehe, verdreckte Bremsschläuche, Kraftstoffleitungen oder Dichtungen auf ihre Betriebssicherheit zu prüfen. «Ein Fahrzeug muss jederzeit technisch in Ordnung sein», so Feer.

Doch warum teilt das Strassenverkehrsamt den Autobesitzern nicht einfach vorher klipp und klar mit, was unter «gereinigtem Zustand» zu verstehen ist, wie es auf den Vorladungen heisst? Denn im Kanton Zug leben auch viele Ausländer. Und in deren Heimatländern ist es nicht unbedingt erforderlich, dass die zu prüfenden Fahrzeuge eine Motorwäsche vor der Kontrolle haben müssen. Beim TÜV etwa, der deutschen Motorfahrzeugkontrolle, ist eine Motorwäsche kein Muss. «Das ist nicht notwendig», sagt Vincenzo Luca, Pressesprecher des Technischen Überwachungsvereins Süd in München. So mancher führe seinen Wagen bei der Hauptuntersuchung einfach so vor, wie er sei. Danach müsse man die faktisch beanstandeten Mängel innerhalb von vier Wochen in der Garage reparieren lassen, so Luca, bevor man die Zulassungsplakette für weitere zwei Jahre erhalte.

Nicht so viel Zeit für die Prüfung

Beim Zuger Strassenverkehrsamt wird bei der Feststellung einer bestimmten Anzahl von Mängeln die Prüfung eingestellt. Grund: Pro Prüfungseinheit sind 24 Minuten anberaumt. Offenbar reicht diese Zeit nur aus, ein Fahrzeug in einem technisch guten Zustand zu prüfen. «Unsere 15 Prüfexperten kontrollieren rund 30 000 Fahrzeuge pro Jahr», sagt Feer und verdeutlicht damit, wie viel Andrang in Steinhausen herrscht. Inzwischen geht die Zahl der registrierten Kraftfahrzeuge in Zug bekanntlich bald auf die 100 000 zu. Neben Ölverlust zählen falsch eingestellte Scheinwerfer und Beanstandungen an der Bremsanlage zu den am häufigsten monierten Fahrzeugmängeln. «Rostschäden kommen bei den modernen Fahrzeugen dagegen nicht mehr so häufig vor», sagt der Strassenverkehrsamtsleiter. Das geprüfte Fahrzeug müsse letztendlich nicht in perfektem Zustand sein. Feer: «Unsere Prüfexperten pflegen einen guten Umgang mit den Kunden. Dieses Verhalten wird auch entsprechend geschult.»

Verband ist zufrieden

Der Auto-Gewerbe-Verband Schweiz ist jedenfalls zufrieden mit den Leistungen der Zuger Motorfahrzeugkontrolle. «Uns sind keine Reklamationen über die Behandlung bei der Motorfahrzeugkontrolle von Autofahrern bekannt», versichert AGVS-Sekretär Stephan Huwiler von der Sektion Zug. Man tausche sich jährlich an einer Informationssitzung zwischen der Leitung des Strassenverkehrsamts und dem Vorstand der AGVS-Sektion Zug aus. «Wir haben eine ausgezeichnete Zusammenarbeit und sind mit dem Service und der Dienstleistungsqualität der Motorfahrzeugkontrolle sehr zufrieden.»

Und doch scheuen sehr viele Zuger Autofahrer den Gang zur Motorfahrzeugkontrolle in Steinhausen. Laut Auskunft des Strassenverkehrsamts lassen nämlich rund 50 Prozent der Autofahrer in Zug ihr Fahrzeug vom Garagisten zur Prüfung bringen. Ein Prozentsatz, der auch anderswo üblich ist, wie Vincenzo Luca von TÜV Süd bestätigt. «Der TÜV und andere private Anbieter kommen auf Wunsch gleich selbst in der Garage vorbei und erledigen dort die Hauptuntersuchung vorausgesetzt die Garage verfügt über die technischen Prüfmöglichkeiten.»

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